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Studentenleben live

Praktikum bei Batman

Nach einer allgemeinen Sinnkrise in meinem Studium dachte ich mir, es ist an der Zeit, ein weiteres Praktikum zu machen. Den Wink für die Stelle bekam ich, als ich ein Protokoll für eine Exkursion anfertigte. In der vorbereiteten Literatur fand ich zu Vogel- und Fledermauskartierungen immer wieder den Namen „Strätz“. Ich wusste nicht, wer oder was sich hinter diesem Namen verbarg, also fragte ich meinen Dozenten, der mir weiterhelfen konnte. Nach monatelangem Zögern, habe ich schließlich Kontakt zum Büro für geoökologische Studien aufgenommen, das sich mit Vogel- und Fledermauskartierung beschäftigt, und erhielt eine Zusage für ein Praktikum.

Gleich am ersten Tag gingen wir ins Gelände und besuchten in einer Sandgrube, die einer hübschen Westernkulisse würdig wäre, einen brütenden Uhu. Genial, ich habe noch nie einen Uhu in freier Wildbahn gesehen und war von Anfang an hellauf begeistert. Es folgten weitere Ausflüge im „Batmobil“, das mit Antenne und Mikrofon ausgerüstet über Berg und Tal fährt, immer auf der Suche nach Vögeln und Fledermäusen. Im Büro werden die gesammelten Daten dann in das Geoinformationssystem eingearbeitet. Eine gute Übung und Auffrischung für mich in einem für Geoökologen relevanten Programm. Neben den Vogelerkundungstouren am Tag (bei strahlendem Sonnenschein an malerisch gelegenen Flüssen und Seen, da arbeitet man doch gern) folgten Erkundungstouren bei Nacht. Bei Mondschein und mit Mikrophon (ein sogenannter Bat Detector) in der Hand läuft man da durch Dörfer und Wälder und wartet, dass ein Knacksen und Piepsen die Anwesenheit einer jagenden Fledermaus verrät.

Ich habe wirklich großen Spaß an diesem Praktikum, auch wenn ich dafür eine Doppelbelastung in Kauf nehme. Vormittags bin ich meist im Büro von „Batman“, nachmittags in den Vorlesungen und Übungen an der Uni und in manchen Nächten unterwegs, um die Jäger der Nacht aufzuspüren. Trotzdem finde ich es richtig gut, dass ich dieses Praktikum machen kann. Jetzt weiß ich nämlich, dass ich mit meinem Studium auf jeden Fall eine schöne Arbeitsstelle finden könnte, bei der ich viel im Freien sein kann.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  May 21, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
May 21, 2015

Studentenleben live

Trekking in den Anden

Nicht weit von Lima entfernt erheben sich die Anden. Und obwohl Wandern kein sonderlich populärer Sport in Peru ist, gibt es doch um die sieben Wanderclubs, die ein- oder mehrtägige Ausflüge in die Umgebung der Stadt anbieten.

Vergangenes Wochenende bin ich zum ersten Mal mit zu einer dieser Trekking-Touren gefahren. Im Vorfeld war ich total gespannt und schon etwas aufgeregt, schließlich hatte ich keine Ahnung was mich erwarten würde. Besonders unruhig war ich, weil ich unsicher war, wie ich die Höhe vertragen würde. Freunde hatten mir geraten, in jedem Fall Kokatee, Kokablätter und Zitronenbonbons mitzunehmen. Auch der Verzehr von Knoblauch oder süßen Früchten soll helfen. Jedenfalls ist es sehr wichtig, viel Wasser zu trinken, Sonnenschutz aufzutragen und warme Kleidung mitzunehmen. Habe ich alles berücksichtigt.

Um 5 Uhr morgens brachen wir auf. Es ging durch grüne Gras-, Moos- und Flechtenlandschaften. Ich habe Alpakas in freier Wildbahn beobachtet und schöne Wasserfälle, Bergseen und Bäche gesehen. Wir überquerten Flüsse und Ebenen, in denen wir teils von Mooshügel zu Mooshügel hüpfen mussten, um trockenen Fußes durchzukommen. Es war wie Laufen auf Wolken, wobei sich jeder Berghang nur sehr langsam erklimmen ließ.

 

 

 

 

 

Unsere Gruppe von knapp 50 Personen verteilte sich wie Perlen an einer langen Kette auf dem Pfad, der durch Bergkämme unterbrochen wurde. Zwischendurch konnte ich niemanden mehr sehen – nur die karge Landschaft und absolute Stille umgaben mich. Immer mal wieder tauchte aber doch eine bunte Windjacke auf, zu dessen Träger ich etwas später aufschloss und mit dem ich dann eine Weile zusammen lief.

 

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  May 21, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
May 21, 2015

Studentenleben live

Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Neulich fragte mich ein Bekannter: „Du studierst also Kulturwissenschaften? Was macht man denn später im Berufsleben damit?“

Über meine berufliche Zukunft habe ich selbstverständlich schon häufiger nachgedacht, insbesondere, da man ja heutzutage keine Garantie hat, dass man auch im gewünschten Beruf landet (die hatte man früher zwar auch nicht, aber irgendwie erscheint mir das Berufsleben von damals nur halb so kompliziert wie heutzutage). Außerdem bekommt man ja von allen Seiten zu hören, dass die Geisteswissenschaften eine brotlose Kunst seien. Dazu kann ich nur sagen, dass es wahrscheinlich auch sehr viele arbeitslose Anwälte und Mediziner gibt, oder aber gelernte Mediziner und Anwälte, die in einem komplett anderen Beruf gelandet sich. Nachfrage bestimmt das Angebot, so funktioniert unser Wirtschaftssystem doch, oder? Also spielt bei der beruflichen Laufbahn auch ein gehöriger Faktor „Glück“ mit rein.

Irgendwie schon etwas unfair, oder? Stellt euch mal vor, ihr wollt unbedingt Arzt werden, investiert viel Zeit und Mühen in eure Ausbildung und am Ende bekommt ihr doch keine feste Stelle. Sicher ergattert man dann vielleicht eine Stelle als Produktionshelfer, Kellner oder was weiß ich, aber von einer gesicherten beruflichen Zukunft kann dann nicht wirklich die Rede sein, finde ich.

Neulich habe ich von einem alternativen Gesellschaftmodell gelesen: Wir automatisieren einfach alles so weit es geht. Jeder lernt, wie man die Maschinen wartet und jeder kümmert sich dann drei Stunden am Tag darum. Strom, ein Dach über dem Kopf, Wasser, Nahrung und Freizeitangebote sind in dem System komplett umsonst, denn es gibt kein Geld mehr in dieser Gleichung. Was würde ich tun, wenn ich so viel freie Zeit zur Verfügung hätte? Wahrscheinlich würde ich Kochen lernen wollen, neue Sprachen, eventuell sogar Maschinenbau. Auf jeden Fall weiß ich, dass mir bestimmt nicht so schnell langweilig werden würde. Man kann zu dem obigen Modell sagen, was man will, aber dem Satz eines Kritikers muss ich dann doch vehement widersprechen. Zumindest ich persönlich wäre in dem Szenario keineswegs unproduktiv.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  May 20, 2015
Autor: Nele
Rubrik: studium
May 20, 2015