interaktiv

Studentenleben live

Prakikumspleite?

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

26.05.2015

Wenn man als Student der Geisteswissenschaften nicht, wie das Klischee besagt, als Taxifahrer enden möchte, muss man Praktika machen und davon am besten ganz, ganz viele. Doch wo fängt man da an? Nachdem ich mich für einen Platz im Lektorat eines großen Münchner Verlages und beim German Book Office New York beworben hatte – beide Praktika, dich nach meinem Abschluss machen möchte – dachte ich, es wäre doch auch eine gute Idee, schon während meines letzten Semesters hier in Göttingen etwas zu machen. Also bewarb ich mich in der örtlichen Filiale einer großen Buchhandlungskette. Eine Antwort auf meine Bewerbung erhielt ich schon nach kürzester Zeit und auch das Einstellungsgespräch war sehr vielversprechend. Jedoch hatte das Ganze zwei große Nachteile: 25 Stunden sollte ich pro Woche arbeiten, das war nicht gerade wenig. Außerdem war es unbezahlt. Aber egal, dachte ich mir. Neue Erfahrungen lassen sich schließlich mit keinem Geld der Welt bezahlen. Doch was mich dann im Endeffekt erwartete, überraschte mich doch sehr.

Mein erster Arbeitstag war an einem Mittwoch, an dem ich in diesem Semester zum Glück keine Seminare habe. Zunächst einmal erhielt ich eine kleine Führung durchs Haus, um mir einen Einblick zu verschaffen. Dann wurden mir meine ersten Aufgaben zugeteilt: DVDs mit den richtigen Preisen versehen und ins Regal einräumen. Nicht allzu schwer und nach kurzer Zeit war ich damit fertig. Danach sollte ich die großen Warentische vom Staub befreien. Okay, kein Problem. Auch hierfür brauchte ich nicht wirklich lang. Und so ging es dann die nächsten zwei Tage weiter: aufräumen, Preise aufkleben, Regale einräumen. Das kann auf Dauer schon ziemlich langweilig werden – besonders wenn man acht Stunden lang nichts anderes macht. Und auch meine Freunde meinten, das könnte doch wohl nicht alles gewesen sein. Umsonst die Putzfrau spielen? Nein danke. Und so beschloss ich, am dritten Tag mit der Filialleiterin über meine Unzufriedenheit zu sprechen. Solche Gespräche sind leider ganz und gar nicht mein Ding. Konfrontationen gehe ich lieber aus dem Weg. Doch bei dem Gedanken, noch weitere acht Wochen neben Studium und Bachelorarbeit vier Tage die Woche unbezahlt den Putzlappen schwingen zu müssen, bekam ich beinahe einen Magenkrampf. Wie es ausging? Das erzähle ich euch beim nächsten Mal.

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