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Studentenleben live

Praktikumspleite? (Teil 2)

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

29.05.2015

Wie bereits erwähnt, suchte ich schon nach drei Tagen Praktikum im Buchladen das Gespräch mit der Filialleiterin. Ich war einfach unzufrieden mit meinen Aufgaben und wollte die kurze Zeit doch nutzen, um etwas zu lernen. Putzen kann ich daheim auch. Die Filialleiterin schien von meiner Frustration jedoch vollkommen überrumpelt. Was ich mir denn vorgestellt hätte, fragte sie mich. Außerdem sagte sie, dass es nach gerade einmal drei Tagen ja viel zu früh sei, um eine Bilanz zu ziehen. Na ja, meinte ich, immerhin hatte ich ja damit gerechnet, auch einen Einblick ins System gewinnen zu dürfen, schließlich war mein Ziel des Praktikums ja gewesen, den Kunden behilflich sein zu können, anstatt immer nur hinter ihnen herzuräumen. Doch diese Arbeiten seien in meinem Praktikum zunächst nicht vorgesehen gewesen. Man müsse sich erst einmal beweisen, bevor man irgendeine höhere Arbeit zugewiesen bekomme. Und da begann ich zu zweifeln. Reagierte ich über? Gab ich wirklich zu früh auf? Aber ich entschied: Nein! Ziel eines Praktikums sollte doch sein, seine theoretischen Kenntnisse praktisch anwenden zu können und seine Fähigkeiten auszubauen. Das sah ich hier nicht gegeben. Und das sagte ich auch. Ich kam mir schlichtweg blöd vor, immer nur Bücher wegräumen zu müssen, aber den Kunden, die vielzählig auf mich zukamen, nicht wirklich helfen zu dürfen. Noch nie war mir so wenig Vertrauen entgegengebracht, noch nie so wenig zugetraut worden. Also schmiss ich hin.

Im Nachhinein fragt sich ein Teil von mir immer noch, ob ich vielleicht zu zimperlich war. Ist doch klar, dass man nicht von Anfang an jede Arbeit ausführen darf. Andererseits habe ich schon alleine ein Ausflugslokal gemanagt und während meiner Aushilfszeit bei einem großen Kaufhaus lautete die Devise: learning by doing. Natürlich macht man Fehler. Das ist normal. Aber es ist doch auch keine Schande, im Falle eines Falles nachzufragen. Meine Freunde jedenfalls sind stolz auf mich, dass ich den Mund aufgemacht habe, und das allein ist Bestätigung genug für mich. Praktikum hin oder her. Aber für eine lausige Zeile im Lebenslauf muss man nicht alles mit sich machen lassen.

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