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Zug nach Huancayo

Autor:
Anni

Rubrik:
studium

02.06.2015

Der 1. Mai ist auch in Peru ein Feiertag. Dies war die perfekte Gelegenheit, um mit dem Zug nach Huancayo zu fahren, einer Stadt, die rund 250 Kilometer östlich von Lima liegt. Die Zugfahrt ging über die Anden und überquerte dabei Pässe, Tunnel und endlose Brücken. Oft schraubte sich der Zug nur langsam über Serpentinen in die Höhe und brauchte dadurch einfach unglaublich lang. Die Entscheidung, die Tour nach Huancayo mit dem Zug zu machen, trifft daher auch nur, wer die Strecke an sich als Erlebnis sieht.

Mit zwei Freunden buchte ich mein Ticket im Classic-Bereich, der die ursprüngliche Ausstattung der Bahn wiedergibt. Wir saßen dort auf unseren grünen Samtsitzen und waren zu Fahrtbeginn ganz schön aufgeregt. Früh morgens um 7 Uhr ging es ruckelnd los. Besonders in der Umgebung von Lima schwankte der Zug extrem und fuhr im Schneckentempo. Je weiter wir uns von Lima entfernten, desto atemberaubender wurde die die Landschaft.

Einer meiner Begleiter hat die Hinfahrt im Nachhinein als Zombi-Fahrt bezeichnet. Ein Ausdruck, den ich sehr passend fand. Denn zum einen brauchten wir für die Strecke 16 Stunden und zum anderen war der Zug vollkommen ausgebucht und viele Leute vertrugen die Höhe nicht, weshalb sie sich bei schönstem Ausblick ständig übergeben mussten und die Bord-Toilette unbenutzbar machten. Die Rückfahrt war da wesentlich entspannter. Offenbar hatten sich die ganz schlimmen Fälle für den Bus entschieden.

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