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Studentenleben live

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Ich fahre momentan häufiger mit den Öffentlichen als mit dem Auto und habe in den meisten Bussen schon eine genaue Rangliste der Plätze, die ich am liebsten besetze. Das Semesterticket ist meiner Meinung nach die beste Erfindung der Welt, weil ich mir keinerlei Gedanken darüber machen muss, in welchem Geltungsbereich mein Ziel liegt oder ob der Fahrkartenautomat mal wieder nur Münzen annimmt. Und meiner Lesemenge tut es auch gut, weil ich die Zeit in der Bahn am liebsten mit einem guten Buch verbringe – woanders kommt man ja nicht mehr dazu. Dennoch gibt es irgendwo Grenzen. Nicht nur die der Verkehrsverbünde, sondern auch die der Zeit, die ich tatsächlich im jeweiligen Transportmittel verbringen möchte.

Beispiel: Das eine ganz bestimmte Buch, das ich unbedingt für meine Hausarbeit brauche, ist in der Uni-Bibliothek bis deutlich nach meiner Abgabefrist ausgeliehen. Eine andere Uni-Bibliothek in Nordrhein-Westfalen hat das Buch allerdings vorrätig. Die Fernleihe klappt nicht, weil das Buch 14,90 Euor kostet und Fernleihen erst ab einem Buchwert von 15 Euro möglich sind. 14,90 Euro für ein Buch auszugeben, das ich nach der Hausarbeit nie wieder aufschlagen werde, kommt für mich jedoch nicht in Frage. Also nehme ich mir einen Nachmittag frei, fahre mit der Bahn nach Köln, organisiere mir einen Uni-Bibliotheksausweis (für Studenten aus NRW kostenlos!), leihe das Buch aus und fahre wieder zurück.

Und jetzt wird es bitter: Für die Fahrt habe ich vier Stunden gebraucht. Vier Stunden! Dafür, dass ich knapp eine halbe Stunde in der Bibliothek war. Zum Glück habe ich eine Freundin in Köln. Wenn man sich zum Shoppen oder Mittagessen verabredet, wird das abzuholende Buch zur Erledigung nebenbei – und um meine Freunde zu treffen, nehme ich doch viel lieber ein paar Stunden in der Bahn auf mich.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 9, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 9, 2015

Studentenleben live

Besuch in Huancayo

Huancayo ist eine Kleinstadt, über die kein Reiseführer viele Worte verliert. Trotzdem hatten wir in dem Ort ein geniales Wochenende. Es begann damit, dass wir der Familie eines Freundes einen Besuch abstatteten. Auch wenn dieser Freund nicht selbst da war, wurden wir sehr herzlich mit einem regional typischen, sehr deftigen Frühstück empfangen: Es gab Schafssuppe mit Kartoffeln und Brötchen mit Schweinefleisch.

Über die Familie wurden wir dann an Ricardo vermittelt, der als Taxifahrer arbeitet und uns einen guten Preis für eine Tagestour machte. Unsere erste Station war eine Lagune in der Nähe des Ortes. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir dort eine gemütliche Bootstour. Danach ging es weiter zur regionalen Molkerei, wo es gutes Softeis und sehr leckeren Käse gab. Unsere dritte Station war ein Franziskaner Kloster, wo uns ein lustiger Mönch mit brauner Kutte, bunter Sonnenbrille und Rangerhut durch das noch junge Kloster mit seiner Sammlung ausgestopfter Amazonastiere und uriger Werkstätten führte. Außerdem besichtigten wir eine Forellenzuchtstation, einen Kunsthandwerkermarkt und eine Sombrero-Werkstatt. Abends fanden wir im Zentrum noch eine Pizzeria mit Livemusik. Es war ein sehr voller, interessanter und erfüllter Tag, an dem wir Huancayo definitiv etwas besser kennenlernen konnten. Eigentlich schade, dass sich so selten Autoren von Reiseführern dorthin verirren.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Jun 8, 2015

Studentenleben live

Maiball

Wie immer nutze ich jede Gelegenheit für eine Pause vom hanseatischen Studienalltag. Diesmal ist es der Maiball der Studienstiftung, der in Heidelberg stattfindet. Hier bekomme ich einen Einblick in ein ganz anderes Studentenleben als in Hamburg: Eine von Touristen und ausländischen Studierenden übervölkerte Kleinstadt mit einem Studierendenanteil von über 20 Prozent. Eine Uni, die im 14. Jahrhundert gegründet wurde und somit anders als die Bucerius Law School nicht grade ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert hat. Eine kleine Innenstadt, die man in 15 Minuten problemlos durchlaufen hat. Idylle und Ruhe in einem grünen Tal mit Fluss und malerischen Häusern.

Heidelberg hatte ich schon einen Besuch abgestattet, nachdem ich im Film „Der Vorleser“ gesehen hatte, wie der Hauptdarsteller in einem alten Hörsaal in der Heidelberger Uni Juravorlesungen hörte. Dem folgte ein kleiner Anflug von „Ich will an einer alten Universität studieren und den wissenschaftlichen Geist atmen können“, sodass ich mir die Heidelberger Uni genauer angucken musste, bevor ich meinen Studienplatz an der Bucerius Law School angenommen habe.

Und jetzt? Bin ich froh über meine Entscheidung. Denn auch, wenn eine kleine Studentenstadt sicherlich ihren Reiz hat, freue ich mich darüber, nach zwei Tagen der Enge entfliehen und mich wieder in den Wirren einer Großstadt verlieren zu können.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jun 3, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jun 3, 2015