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Studentenleben live

Ein rechter Stress mit Umweltrecht

Wie ich schon einmal erzählt habe, bin ich seit diesem Semester verstärkt an der rechtswissenschaftlichen Fakultät unterwegs. Ich habe mich für ein Zusatzstudium in Umweltrecht entschieden, mich dafür mit dicken Gesetzestexten eingedeckt, besuche zweimal wöchentlich Veranstaltungen und habe auch schon ein vertiefendes Blockseminar hinter mir. So weit, so kompliziert. Mir gefällt es, mal etwas ganz anderes im Studium zu lernen, nichts Naturwissenschaftliches, nichts mit Blümchen und Bienchen, sondern harte Gesetzestexte. Ganz leicht tue ich mich aber nicht, ist schließlich alles Neuland. Trotzdem habe ich mich entschlossen, die erste von drei Klausuren in diesem Semester mitzuschreiben. Als es soweit war, musste ich doch ganz schön schlucken: Ich sollte eine Genehmigungsprüfung für ein Bauvorhaben mit drei Teilfällen durchführen. Naiv wie ich bin, dachte ich anfangs noch, ich könnte mir einen Fall aussuchen. Da dann aber doch alle drei bearbeitet werden mussten, hatte ich vor allem mit der Zeit zu kämpfen. Mal schauen, was rauskommt und ob ich noch einen oder gar zwei Anläufe brauche. Als nächstes stand eine Klausur aus den Einführungsvorlesungen auf dem Plan. Ich war schon lange nicht mehr so nervös vor einer Prüfung. Zudem fühlte ich mich schlecht vorbereitet. 22 Fragen gab es rund um Bundesemmissions-, Bodenschutz- und Wasserhaushaltsgesetz. Was war ich froh, dass ich doch gut durchkam, die Fragen sich hauptsächlich auf Gesetzestextauslegungen bezogen und mir doch einiges einfiel. Danach konnte ich wirklich erleichtert in das verlängerte Wochenende starten, auch wenn noch nicht klar ist, ob ich die Klausuren bestanden habe. Und die nächste Hürde steht auch schon bevor: Ein Referat für ein Biogeochemie-Symposium, das ich als Pflichtveranstaltung für meine Vertiefung im Master belegen muss. Ich fühle mich schrecklich unter Zeitdruck.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Jun 10, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Jun 10, 2015

Studentenleben live

Fahrradunfall

Ich habe schon einmal von der außerordentlichen Verkehrssituation in Lima berichtet – überfüllte Straßen, aggressive Autofahrer und ein regelrechtes Chaos. Zwar gibt es einige Radwege, doch werden diese ständig von Autos gekreuzt, die nicht unbedingt mit Radfahrern rechnen.

Letzte Woche auf dem Weg zur Arbeit wurde ich von einem solchen erwischt. Wenngleich ich wohl schon eine halbe Minute lang mit einem Fuß auf dem Boden vor dem Auto stand, fuhr es los und rammte mich. Gott sei Dank ist mir persönlich nichts passiert ist, da ich abspringen konnte, aber das Hinterrad kam nur noch völlig verbeult hinter dem Auto wieder zum Vorschein.

Einige Verkehrspolizisten holten mich und das Auto von der Straße und riefen sogleich eine Streife, die unsere Personalien aufnahm. Zudem brachten sie mein Fahrrad in die Werkstatt. Auch der Fahrer zeigte sich restlos kooperativ und zahlte die Reparaturen. Zuletzt brachte mich die Polizei noch bis in die Nähe meiner Arbeit. Unterwegs erledigten sie allerlei Aufträge, so hatte ich auch etwas Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen und mich mit ihnen zu unterhalten. Sie haben mir erzählt, dass sie immer 24-Stunden-Schichten machen und an jedem zweiten Tag Dienst haben. Morgens um 7 Uhr ist Schichtwechsel.

Ein Mix aus diesen besonderen Arbeitszeiten und der unendlichen Gelassenheit der Peruaner führten schließlich dazu, dass ich unzählige Anrufe tätigen und ziemliche Mühen auf mich nehmen musste, um mein Rad wiederzubekommen. Eine Zusage nach der anderen platzte. Die Bitte, mir doch einfach die Adresse der Radwerkstatt zu geben, wurde mit einem, „Nein, natürlich bringen wir das Rad persönlich vorbei“, abgeschlagen. Einmal hatte ich sogar die eifersüchtige Freundin des Polizisten am Telefon, die begann, ihm eine Szene zu machen. Mehr als eine Woche später hat es dann doch geklappt. Sie brachten mir das Rad bis zur Arbeit, wo ich es glücklich wieder in Empfang nehmen konnte.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Jun 10, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Jun 10, 2015

Studentenleben live

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Ich fahre momentan häufiger mit den Öffentlichen als mit dem Auto und habe in den meisten Bussen schon eine genaue Rangliste der Plätze, die ich am liebsten besetze. Das Semesterticket ist meiner Meinung nach die beste Erfindung der Welt, weil ich mir keinerlei Gedanken darüber machen muss, in welchem Geltungsbereich mein Ziel liegt oder ob der Fahrkartenautomat mal wieder nur Münzen annimmt. Und meiner Lesemenge tut es auch gut, weil ich die Zeit in der Bahn am liebsten mit einem guten Buch verbringe – woanders kommt man ja nicht mehr dazu. Dennoch gibt es irgendwo Grenzen. Nicht nur die der Verkehrsverbünde, sondern auch die der Zeit, die ich tatsächlich im jeweiligen Transportmittel verbringen möchte.

Beispiel: Das eine ganz bestimmte Buch, das ich unbedingt für meine Hausarbeit brauche, ist in der Uni-Bibliothek bis deutlich nach meiner Abgabefrist ausgeliehen. Eine andere Uni-Bibliothek in Nordrhein-Westfalen hat das Buch allerdings vorrätig. Die Fernleihe klappt nicht, weil das Buch 14,90 Euor kostet und Fernleihen erst ab einem Buchwert von 15 Euro möglich sind. 14,90 Euro für ein Buch auszugeben, das ich nach der Hausarbeit nie wieder aufschlagen werde, kommt für mich jedoch nicht in Frage. Also nehme ich mir einen Nachmittag frei, fahre mit der Bahn nach Köln, organisiere mir einen Uni-Bibliotheksausweis (für Studenten aus NRW kostenlos!), leihe das Buch aus und fahre wieder zurück.

Und jetzt wird es bitter: Für die Fahrt habe ich vier Stunden gebraucht. Vier Stunden! Dafür, dass ich knapp eine halbe Stunde in der Bibliothek war. Zum Glück habe ich eine Freundin in Köln. Wenn man sich zum Shoppen oder Mittagessen verabredet, wird das abzuholende Buch zur Erledigung nebenbei – und um meine Freunde zu treffen, nehme ich doch viel lieber ein paar Stunden in der Bahn auf mich.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 9, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 9, 2015