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Studentenleben live

Nichts Konkretes - aber davon eine ganze Menge

Das Schlimmste am Studium ist meiner Meinung nach, dass du nichts Konkretes zu tun hast – aber davon eine ganze Menge. Eigentlich darf ich mich momentan nicht beschweren. Ich habe genügend Freizeit, kann ausschlafen und auch für meinen Nebenjob am Wochenende bleibt noch genug Zeit, sodass auch das Sparschwein immer gut gefüttert wird. Doch wenn ich an all das denke, was mir in den kommenden Monaten bevorsteht, fühle ich mich jetzt schon gestresst, und das, obwohl ich ja eigentlich gar nicht so viel zu tun habe.

Wahrscheinlich ist aber genau das das Problem: Wir Studierende können uns unsere Zeit (zumindest größtenteils) frei einteilen und davon fühle ich mich oft ziemlich überfordert: Hausaufgaben machen, in die Bibliothek gehen, Prüfungen, Hausarbeiten schreiben, Geld verdienen, den Hobbys nachgehen und natürlich seine Freunde treffen – da kommt ganz schön viel zusammen. Außerdem steht die Bachelorarbeit an. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich erst so richtig in das Thema reinzuhängen, wenn der ganze andere Unistress vorbei ist, doch so langsam bekomme ich Panik.

Das Prüfungsamt empfiehlt, die Arbeit bis zum 20. Juni einzureichen, aber halt, Stopp! Das ist doch schon nächste Woche oder?! Dabei habe ich gerade erst ein grobes Thema und meine Erstprüferin vorzuweisen. Aber es ist ja nicht so, dass ich nichts mache. Ich sitze auch an meinen freien Tagen in der Bibliothek, sichte Literatur und kümmere mich um alles, was seminarbedingt so anfällt.

Manchmal denke ich, dass es irgendwie leichter wäre mit einem 9-to-5-Job, bei dem ich immer genau weiß, was zu tun ist. Da hat man immerhin seine Ruhe, wenn man nach Hause kommt! Aber andererseits hat doch alles seine Vor- und Nachteile und die Vorteile des Studentenlebens möchte ich um nichts in der Welt eintauschen.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jun 12, 2015
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jun 12, 2015

Studentenleben live

Ich lass das so

Seit sechs Wochen haben wir das Thema für unsere (Probe-)Seminararbeit. Aber wie das so ist – so richtig anfangen zu arbeiten tut man erst in den letzten drei Wochen vor Abgabeschluss. 25 Seiten soll ich schreiben. Das hört sich eigentlich nach nicht so viel an. Ist es aber.

Noch fünf Tage habe ich jetzt, und wechsle jede Stunde zwischen „Ist mir alles egal“ und „Bin ich dumm?“. Immer wieder stoße ich auf Autoren, die meiner Meinung widersprechen, und verstehe einfach die Begründung nicht. Soll ich die Gegenmeinung also einfach nicht erwähnen? Auch komme ich mit der völkerrechtlichen Art, wissenschaftlich zu arbeiten, noch nicht so ganz klar. Wo stehen die ganzen Bücher? Gibt es überhaupt Kommentare? Und so lese ich „aus Versehen“ einen politikwissenschaftlichen Aufsatz nach dem anderen. Alles umsonst.

Aber so ist das, ein langsames Vortasten, ein ewiger Prozess von Umstellen und Löschen und Verzweifeln. Egal, was ich mache, der Aufsatz ist immer im Hinterkopf. Das Wort „Seminararbeit“ habe ich inzwischen tabuisiert. Immerhin ist mein Thema spannend. Und wenn ich wirklich das Gefühl habe, nicht mehr weiterzukommen, dann lass ich das einfach so.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jun 12, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jun 12, 2015

Studentenleben live

Kolloquium (Teil 1)

11 Uhr am Vormittag an einem sonnigen, warmen Tag in Berlin. Ich traf mich mit ein paar Freunden, die ich während des Studiums kennengelernt hatte, zum vorerst letzten Mal in unserer Uni-Cafeteria. Ich bestellte mir meinen Lieblings-Chai-Latte. „Und, bist du nervös?“, fragten sie mich. „Merkwürdigerweise noch gar nicht“, antwortete ich. Es entsprach sogar der Wahrheit. „Ich hoffe, ich bin kurz vor meinem Kolloquium auch so entspannt wie du“, lachte eine Freundin. Sie war nämlich höchst erstaunt, als ich sie kürzlich anrief und fragte, ob wir uns zwei Stunden vor meinem Kolloquium noch auf einen Kaffee treffen wollen. „Willst du dich da nicht noch vorbereiten? Dir ein letztes Mal deine Notizen durchlesen oder so?“, wollte sie wissen. Ich verneinte. An diesem Vormittag würde ich mir nichts mehr ansehen. Absolut gar nichts. Ich hatte mich die Tage zuvor darauf vorbereitet und wollte den Tag der mündlichen Prüfung ganz entspannt beginnen. Und so trafen wir uns und redeten über dieses und jenes. Ich kann jedem angehenden Kolloquium-Prüfling diese Herangehensweise nur wärmstens empfehlen: Man entspannt sich dabei tatsächlich. Es gibt nämlich gar keine Gelegenheit, sich in eine nervenzerrende Nervosität hineinzusteigern, wenn man mit Freunden über Gott und die Welt plaudert. Ich rate nur, die Uhr nicht aus den Augen zu verlieren. Die Zeit vergeht nämlich rasend schnell und ehe man sich versieht, heißt es: „Oh, in 15 Minuten ist es soweit. Ich bin dann mal kurz weg. Bis gleich!“ Eine letzte Viel-Glück-Umarmung und ich machte mich auf den Weg zum Prüfungsraum, wo ich von meinen beiden Prüfern empfangen wurde.

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Jun 11, 2015
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Jun 11, 2015