interaktiv

Studentenleben live

Bergfest

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

06.08.2015

So nennt man das bei uns, wenn man überm Berg ist – also die Hälfte hinter sich hat. Und genau das habe ich gerade: Halbzeit bei meiner Bachelorarbeit.

Vor genau zwei Wochen habe ich mein Thema bekommen und mich gefreut: humanitäres Völkerrecht, also Kriegsvölkerrecht, das finde ich echt spannend. Aber nach der Anfangseuphorie und den paar Tagen, in denen ich es echt interessant fand, mich mal intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, folgte Talfahrt auf Talfahrt. Fast jeder Tag ist ein einziges Auf und Ab: Es gibt wenige lichte Momente, in denen ich denke, das Thema voll durchdrungen zu haben und eine hammermäßige Arbeit abliefern zu können. Meist erlebe ich aber eher düstere Zeiten, in denen ich einfach gar nichts mehr verstehe, an allem zweifle und gerne mal mit der Faust auf den Computer schlagen würde. Und jetzt wird auch noch das Wetter besser. Nach ein paar besonders verzweifelten Tagen habe ich dann das Bergfest zum Anlass genommen, mir mal einen Tag frei zu nehmen. Verrückt, oder?

Gutes Stichwort! Man muss wirklich aufpassen, dass man nicht verrückt wird, zwischen den Leuten, die täglich 13 Stunden in der Bib verbringen, ihr (ausgedehntes) Mittagsschläfchen auf dem Bibliotheks-Boden halten und zehn Club-Mate-Flaschen um ihren Platz versammelt haben. Unsere Cafeteria macht bestimmt gerade einen wahnsinnigen Umsatz mit Kaffee. Bei jedem Mittagessen werden reihenweise Leute ermahnt, wenigstens in der Pause nicht über die Arbeit zu reden, aber am Abend bricht der Widerstand dann und es finden verzweifelte bis latent-aggressive Gespräche über die verschiedensten Fälle und Rechtsprechungen statt.

Bin ich froh, wenn die nächsten zwei Wochen vorbei sind.

Diesen Artikel teilen