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Studentenleben live

Die Berge von Huaraz

Nach einer gut 22-stündigen Busreise kamen wir wieder in Lima an. Es folgten eine heiße Dusche und ein halber Tag Erholung, ehe meine Reisegefährtin und ich die letzten vier Tage ins Auge fassten, die uns blieben, bis sie in den Flieger steigen würde, um nach Deutschland zurückzukehren. Limas Beiname „die Graue“ rührt von der dichten Nebeldecke, die im Winter über der Stadt hängt. Deshalb wollten wir auf keinen Fall zu lange hier bleiben. Als uns Freunde Fotos von Huaraz zeigten, war die Entscheidung getroffen und wir packten in Windeseile unsere Koffer. Eine Nacht lang würden wir fahren müssen, aber das nahmen wir gerne in Kauf.

Die drei Tage in Huaraz waren wohl das Beste, was wir mit der Zeit machen konnten. Am ersten Tag sahen wir uns die Stadt an und kletterten auf einen nahen Hügel, der auch als Aussichtsplattform dient. Für die anderen beiden Tage hatten wir geführte Touren gebucht. Die erste Wanderung führte uns zur Laguna 69. Der Weg dorthin glich einem Spiel aus Farben und Formen. Und wenn man die Höhe verträgt, dauert es auch nur angenehme drei Stunden lang. Am zweiten Tag ging es dann zur Laguna Churup, die zwar etwas tiefer gelegen ist, jedoch einen viel längeren Aufstieg mit sich bringt. Auf den letzten Metern mussten wir sogar einen Wasserfall und eine Felswand hochklettern. Aber die Belohnung für die Strapazen war unglaublich: Beide Bergseen leuchteten in einem so klaren Blau, wie ich es nie für möglich gehalten hätte!

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Aug 19, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Aug 19, 2015

Studentenleben live

Stress, Stress, Stress

Und dann ging es plötzlich ganz schnell und ich konnte die Tage bis zur Abgabe der Bachelorarbeit an einer Hand abzählen. Fünf Tage vorher sammelten sich unzählige Kaffeebecher und Club-Mate-Flaschen vor der Bib, ab und zu schallte ein hysterisches Lachen durch die Stille und permanent liefen Leute gehetzt an meinem Platz vorbei. Manche hatten keine Zeit mehr zum Essen, manche keinen Appetit mehr (außer der morgendlichen Kopfschmerztablette). Manche hatten Ohrensausen, manche Muffensausen. Aber das sind – zum Glück – Einzelfälle.

Der Rest ist (noch) einigermaßen entspannt. Bis auf ein paar verzweifelte Kommentare: „Meine Arbeit ist einfach nur schlecht“ oder „Ich versteh das alles nicht.“ Aus der Hausarbeitenphase haben wir jedoch gelernt, dass man es immer irgendwie schafft. Und so überwiegt – bei mir zumindest – statt Stress die Vorfreude.

Bis dahin arbeite ich mich langsam und gemächlich wie eine Dampfwalze durch meine Arbeit, gucke Fußnoten nach, recherchiere noch ein bisschen und hoffe, nicht noch einen Artikel zu finden, der etwas komplett Gegensätzliches zu dem sagt, was ich bisher gelesen habe oder einen komplett neuen Aspekt beleuchtet, den ich vorher total übersehen hatte. Aber eigentlich sollte alles im grünen Bereich sein – mit meinem zehn Seiten starken Literaturverzeichnis. Was soll da noch passieren? Meine Ansprüche habe ich ohnehin schon runtergeschraubt. Jetzt muss ich diesem niedrigeren Niveau nur noch den Feinschliff verpassen, dann kann ich mit einem dicken Grinsen im Gesicht zum Copyshop gehen.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Aug 17, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Aug 17, 2015

Studentenleben live

Müssen Tiere gegendert werden?

Normalerweise bin ich eine große Verfechterin des Genderns. In welcher Form genau, ist mir egal, liebe Leserinnen und Leser. Das kann zwar je nach Text etwas mühevoll zu lesen sein, aber die deutsche Sprache ist doch dafür bekannt:Jje schwerer und verschachtelter die Sätze sind, desto kunstvoller ist der Text.

Je länger ich mich mit der Problematik beschäftige, umso mehr Situationen gibt es, in denen es mir wirklich aufstößt, wenn nicht gegendert wird. In meinem Seminar zum Medieneinsatz in der Schule sprachen viele Kommilitoninnen und Kommilitonen von ihrer Zukunft als „Lehrer“. Wie kann man als Frau sagen: „Ich will Lehrer werden“?

Im Gespräch mit Freundinnen und Bekannten ist mir aufgefallen, dass manchmal Sätze fielen wie: „Ich bin eher ein Frühaufsteher.“ oder „Ich will doch kein Besserwisser sein.“ Sobald man also einen Typus Mensch meint, ist der schon wieder maskulin?

Leider kann man sich in der Diskussion um das Gendern so verzetteln, dass es nur noch lächerlich wirkt und allen Gendergegnerinnen und -gegnern Wasser auf die Mühlen gießt. Zum Beispiel, wenn man sich um die Form streitet: Besserwisser/innen, BesserwisserInnen, Besserwisser_innen, Besserwisser*innen, Besserwisserx … der Phantasie scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Auch wenn jede Schreibweise natürlich ihre Begründung und Vorteile gegenüber der anderen hat.

Schlimm wird es auch, wenn man versucht, Worte zu gendern, von denen es keine zwei Formen gibt zum Beispiel „Mitglied“ (liebe Mitgliederinnen und Mitglieder?) oder Gast (liebe Gästinnen und Gäste?). Mein Rechtschreibprogramm zeigt mir sofort, dass da was nicht stimmt. Obwohl es auch das Wort „gendern“ nicht kennt.

Die verrückteste Frage zum Gendern kam mir in den Semesterferien beim Schreiben an meiner Hausarbeit zum antiken Liebesroman „Daphnis und Chloe“ (Kann man übrigens ruhig mal lesen, sagte auch schon Goethe). Es sollte um das Wolfsmotiv gehen. Wer den Roman kennt, weiß, dass sowohl eine Wölfin, als auch mehrere Männer und Frauen auftreten, die wölfische Eigenschaften und/oder Namen haben. Sollte ich jetzt wirklich schreiben die Wölfinnen und Wölfe in Longos' Roman? Müssen auch Tiere gegendert werden?

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Aug 14, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Aug 14, 2015