Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Urlaub zwischen Kisten

In diesem Jahr wollten mein Mann und ich endlich mal wieder als Betreuer zu einer Schülerfreizeit fahren. Bei so einer Aktion haben wir uns nämlich damals kennengelernt. Schon ein gutes halbes Jahr vorher haben wir alles in die Wege geleitet, entsprechend groß war die Vorfreude. Unser Ziel sollte Schweden sein. Als wir zum Mitarbeiterteam stießen, um die Reise vorzubereiten, schwitzten wir beide noch über unseren Abschlussarbeiten und eine Zeit „nach der Abgabe“ schien in galaktisch weiter Ferne zu liegen. Sie kam dann aber doch. Beinahe hätte es dann doch nicht geklappt, weil die Fahrt genau in den ersten Monat als Volontär meines Mannes fiel. Kurzerhand hat er die zwei Wochen Urlaub gleich im ersten Arbeitsmonat zur Einstellungsvoraussetzung gemacht und es klappte doch. Der August – und damit unsere Abfahrt – rückte näher und mit ihm viele andere Dinge: zum Beispiel unser Umzug nach Nürnberg. Schließlich stand der Termin für die Wohnungsübergabe und es wurde klar, dass wir an einem Sonntag nach über 24 Stunden Fahrt von Schweden zurückkommen werden und am Montag morgens um 8 Uhr an der neuen Wohnung sein müssen. Straffer Zeitplan nach einem „Urlaub“, den wir mit der Unterhaltung und Betreuung von 35 Jugendlichen verbringen würden. Aber egal.

Dann ging es endlich los! Mein Mann und ich reisten mit einem kleinen Bus unabhängig von der Gruppe, um Material mitnehmen und das Freizeithaus vor dem großen Ansturm vorbereiten zu können. Wir hatten Glück mit dem Verkehr, fuhren quer durch Deutschland an bestimmt vier Staus in der Gegenrichtung vorbei und waren schon drei Stunden vor Ablegen im Fährhafen. Es blieb also noch Zeit, um uns den Badestrand von Warnemünde bei Sonnenuntergang anzuschauen, ein paar Fotos zu knipsen und schließlich gemütlich auf die Fähre tuckern.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Aug 28, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Aug 28, 2015

Studentenleben live

Von vorn anfangen

Jonathan Safran Foer legt einem seiner Charaktere etwa folgende Worte in den Mund: „Wenn ich zwei Leben gehabt hätte, dann hätte ich eines mit ihr verbracht.“ Am Anfang fand ich diesen Satz ziemlich hart. Und genaugenommen hat sich daran auch nichts geändert, aber mittlerweile finde ich ihn vor allem ziemlich wahr. Dass wir nur ein Leben haben, würde ich jetzt nicht unbedingt als krasses Problem bezeichnen, aber irgendwie belastet es mich manchmal doch. Ich meine, klar, wir können uns täglich neu entscheiden, wir können Dinge verändern, wir können Menschen aus unserem Leben entfernen und neue hinzufügen, sofern sie hinzugefügt werden wollen, wir können uns beruflich neu orientieren, unsere Ernährung umstellen, wir können so vieles, aber die Zeit zurückdrehen, das können wir nicht. Und irgendwie erscheinen mir manche Entscheidungen im Nachhinein dann doch vielmehr als Korrekturen. Als hätte ich das Lenkrad herumgerissen, während der Wagen mit gleichbleibender Geschwindigkeit durch die Gegend prescht.

Bei mir geht es immerhin nicht um Menschen. Es sind vielmehr meine Ziele, mein Studium, über die ich ernsthaft nachdenke. Ja, ich weiß, vergangenen Monat habe ich noch berichtet, dass ich das Gefühl habe, angekommen zu sein und mir meiner Berufswahl sicher bin. Und genau das ist mein Problem. Ich bin mir sicher und ich bin es nicht. Ich will Lehrerin werden und ich will es nicht. Ich will so viel anderes auch. Nicht stattdessen, sondern gleichzeitig. Und immer, wenn ich Menschen treffe, die gerade Abitur gemacht haben, die Füße noch unter dem Esstisch ihrer Eltern, den Kopf voll mit Ideen, dann will ich auch. Auch nochmal entscheiden. Denn wenn ich ehrlich bin, finde ich es manchmal langweilig, die Frage „Und was machst du so?“ mit einem trockenen „Lehramt“ beantworten zu müssen. Wobei ich froh sein kann, dass es immerhin Sonderpädagogik ist. Das zeigt wenigstens meine soziale Ader und dass ich nicht nur scharf auf zwölf Wochen Urlaub bin.

Wenn ich zwei Leben hätte, wäre ich in einem Lehrerin. Im zweiten bin ich mir noch nicht so sicher.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Aug 27, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Aug 27, 2015

Studentenleben live

Arequipa

Ich mache meine große Rundreise durch Peru, Bolivien und Ecuador mit drei verschiedenen Freunden. Dieser Reisepartnertausch ist auch der Grund, warum ich nicht direkt von Cusco nach Arequipa gefahren bin, sondern zurück nach Lima. Und eigentlich ist es ganz praktisch, hier so eine Art Basislager zu haben, in dem ich Wäsche waschen und durchatmen kann.

Die nächste Reiseetappe unternahm ich mit einer Freundin, die ich aus dem Masterstudium kenne. Unsere erste Station war Arequipa. Von den Einheimischen wird dieses Stadt auch als „weiße Stadt“ bezeichnet, da sie aus hellem Vulkangestein erbaut worden ist. Wohl am Sehenswertesten ist das Nonnenkloster Santa Catalina. Wenngleich man relativ viel Eintritt zahlen muss, lohnt sich das echt. Das Kloster bildete eine quasi autonome Stadt in der Stadt und ist erstaunlich gut erhalten. Es ist kaum vorstellbar, dass die letzten Nonnen erst vor 40 Jahren die kalten Steinhäuser des einst sehr wohlhabenden Klosters geräumt haben sollen.

Wir übernachteten in Arequipa bei der Mutter eines peruanischen Freundes aus Deutschland und wurden von ihrer Gastfreundschaft geradezu überschüttet. Wir quatschten bis zum späten Abend, tranken Unmengen an Kräutertee und sie bekochte uns mit einigen typischen Gerichten: vom Klassiker Mais mit Käse bis hin zu getrockneten Kartoffeln, die wie Bohnen im Wasser rehydriert werden können und bis zu zehn Jahre haltbar sind. Wie alt sie tatsächlich waren, weiß ich nicht, doch geschmeckt haben sie echt gut.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Aug 27, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Aug 27, 2015