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Studentenleben live

Endlich frei sein

Die Erholungsphase nach der Bachelorarbeit hat doch länger gedauert als erwartet – es waren einige Tage dabei, in denen unter zwölf Stunden Schlaf nicht viel ging. Und weil ich überraschend noch Besuch von zwei Freundinnen bekommen habe, bin ich, wie die Juristen immer so schön sagen, ein bisschen in Verzug gekommen mit meiner Urlaubsplanung.

Ich habe nämlich wunderbare sechs Wochen zur freien Verfügung. Zwei davon habe ich mir schon mit einer Sommerakademie der Studienstiftung in Südfrankreich „verbaut“. Und damit ich davor sowohl ein bisschen Exotik als auch ein bisschen Entspannung habe, fliege ich morgen nach Barcelona, schlängele mich an der Mittelmeerküste entlang bis nach Marokko und genieße dort noch ein bisschen die Wüste und das Meer.

Was ich nicht bedacht hatte: Für die Sommerakademie muss ich noch einen Vortrag vorbereiten, den ich nicht von irgendeinem Hostel-Wohnzimmer in Sevilla aus schreiben möchte. Dazu kommt die Urlaubsvorbereitung – und schon ist die freie Woche zwischen Urlaub und Seminararbeit proppenvoll. Notiz an mich selbst: Das nächste Mal, wenn ich für die Studienstiftung einen Vortrag halte, suche ich mir ein Thema aus, das einfach ist, und nicht eines, das mich interessiert. „Das Verhältnis von Religionen zum Terrorismus“ ist zwar wirklich spannend, aber auch unglaublich weit gefasst. Naja, in vier Tagen habe ich es fertig gebracht, mir einen Überblick darüber zu verschaffen und alles in eine PowerPoint-Präsentation zu quetschen. Das muss reichen.

In Marokko treffe ich meine Mutter, aber davor bin ich erst einmal alleine unterwegs. Auch ein komisches Gefühl – das letzte Mal war ich vor drei Jahren alleine unterwegs! Aber ich freue mich darauf, wieder einmal ein bisschen Zeit zu haben, um meinen Gedanken nachzuhängen, das zu machen, worauf ich gerade Lust habe, und neue Leute kennenzulernen. Ich habe schon gleich mein ganzes Umfeld in Gang gebracht und treffe morgen in Barcelona die beste Freundin der Freundin eines Freundes aus Brüssel – top. Hoffentlich geht’s so weiter!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Aug 31, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Aug 31, 2015

Studentenleben live

Urlaub zwischen Kisten

In diesem Jahr wollten mein Mann und ich endlich mal wieder als Betreuer zu einer Schülerfreizeit fahren. Bei so einer Aktion haben wir uns nämlich damals kennengelernt. Schon ein gutes halbes Jahr vorher haben wir alles in die Wege geleitet, entsprechend groß war die Vorfreude. Unser Ziel sollte Schweden sein. Als wir zum Mitarbeiterteam stießen, um die Reise vorzubereiten, schwitzten wir beide noch über unseren Abschlussarbeiten und eine Zeit „nach der Abgabe“ schien in galaktisch weiter Ferne zu liegen. Sie kam dann aber doch. Beinahe hätte es dann doch nicht geklappt, weil die Fahrt genau in den ersten Monat als Volontär meines Mannes fiel. Kurzerhand hat er die zwei Wochen Urlaub gleich im ersten Arbeitsmonat zur Einstellungsvoraussetzung gemacht und es klappte doch. Der August – und damit unsere Abfahrt – rückte näher und mit ihm viele andere Dinge: zum Beispiel unser Umzug nach Nürnberg. Schließlich stand der Termin für die Wohnungsübergabe und es wurde klar, dass wir an einem Sonntag nach über 24 Stunden Fahrt von Schweden zurückkommen werden und am Montag morgens um 8 Uhr an der neuen Wohnung sein müssen. Straffer Zeitplan nach einem „Urlaub“, den wir mit der Unterhaltung und Betreuung von 35 Jugendlichen verbringen würden. Aber egal.

Dann ging es endlich los! Mein Mann und ich reisten mit einem kleinen Bus unabhängig von der Gruppe, um Material mitnehmen und das Freizeithaus vor dem großen Ansturm vorbereiten zu können. Wir hatten Glück mit dem Verkehr, fuhren quer durch Deutschland an bestimmt vier Staus in der Gegenrichtung vorbei und waren schon drei Stunden vor Ablegen im Fährhafen. Es blieb also noch Zeit, um uns den Badestrand von Warnemünde bei Sonnenuntergang anzuschauen, ein paar Fotos zu knipsen und schließlich gemütlich auf die Fähre tuckern.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Aug 28, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Aug 28, 2015

Studentenleben live

Von vorn anfangen

Jonathan Safran Foer legt einem seiner Charaktere etwa folgende Worte in den Mund: „Wenn ich zwei Leben gehabt hätte, dann hätte ich eines mit ihr verbracht.“ Am Anfang fand ich diesen Satz ziemlich hart. Und genaugenommen hat sich daran auch nichts geändert, aber mittlerweile finde ich ihn vor allem ziemlich wahr. Dass wir nur ein Leben haben, würde ich jetzt nicht unbedingt als krasses Problem bezeichnen, aber irgendwie belastet es mich manchmal doch. Ich meine, klar, wir können uns täglich neu entscheiden, wir können Dinge verändern, wir können Menschen aus unserem Leben entfernen und neue hinzufügen, sofern sie hinzugefügt werden wollen, wir können uns beruflich neu orientieren, unsere Ernährung umstellen, wir können so vieles, aber die Zeit zurückdrehen, das können wir nicht. Und irgendwie erscheinen mir manche Entscheidungen im Nachhinein dann doch vielmehr als Korrekturen. Als hätte ich das Lenkrad herumgerissen, während der Wagen mit gleichbleibender Geschwindigkeit durch die Gegend prescht.

Bei mir geht es immerhin nicht um Menschen. Es sind vielmehr meine Ziele, mein Studium, über die ich ernsthaft nachdenke. Ja, ich weiß, vergangenen Monat habe ich noch berichtet, dass ich das Gefühl habe, angekommen zu sein und mir meiner Berufswahl sicher bin. Und genau das ist mein Problem. Ich bin mir sicher und ich bin es nicht. Ich will Lehrerin werden und ich will es nicht. Ich will so viel anderes auch. Nicht stattdessen, sondern gleichzeitig. Und immer, wenn ich Menschen treffe, die gerade Abitur gemacht haben, die Füße noch unter dem Esstisch ihrer Eltern, den Kopf voll mit Ideen, dann will ich auch. Auch nochmal entscheiden. Denn wenn ich ehrlich bin, finde ich es manchmal langweilig, die Frage „Und was machst du so?“ mit einem trockenen „Lehramt“ beantworten zu müssen. Wobei ich froh sein kann, dass es immerhin Sonderpädagogik ist. Das zeigt wenigstens meine soziale Ader und dass ich nicht nur scharf auf zwölf Wochen Urlaub bin.

Wenn ich zwei Leben hätte, wäre ich in einem Lehrerin. Im zweiten bin ich mir noch nicht so sicher.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Aug 27, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Aug 27, 2015