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Studentenleben live

Soca Tal

Für diesen Sommer hatte ich eigentlich einen guten Plan: Erst wollte ich mit meinem Freund mit dem Rad von Passau nach Wien fahren. Weil es von Wien nicht so weit nach Slowenien ist und es dort so schön sein soll, wollte ich mich dort danach mit einer Freundin treffen und noch zwei Wochen Urlaub anhängen. Jedoch enthielt mein Plan einen Fehler: Ich konnte nicht gleichzeitig mein Rad mit den zwei Radtaschen und den Backpacker-Rucksack mitnehmen.

Daher war ich zwar in Wien meinem nächsten Ziel schon sehr nahe, musste aber trotzdem erst einmal wieder nach Leipzig zurück fahren, um mein Rad gegen den großen Rucksack einzutauschen und damit nach Ljubljana zu fahren. 15 überflüssige Stunden im Bus sitzen macht zwar keinen Spaß, aber ich habe es überlebt. Die weite Strecke hat sich aber trotzdem gelohnt, denn sowohl Ljubljana, als auch das „Soca Tal“ waren wunderschön.

Am ersten Tag sind wir mit einem uralten Ruckelbus über eine extrem kurvige Passstrasse in das besagte Tal gefahren. Dort wurden wir schon von Freunden erwartet, die uns mit ihrem VW-Bus abgeholt und zu einem idyllischen Campingplatz gebracht haben. Wie der Name „Soca Tal“ schon vermuten lässt, fließt ein Fluss namens Soca hindurch, der ganz türkises Wasser führt und in dem man sogar baden kann.

Wir haben uns sehr gut entspannt, aber waren auch wandern. Da wir aber weder Karte noch Wanderführer hatten, haben wir uns auch ein bisschen verlaufen. Den Gipfel des Berges haben wir deshalb leider nicht erreicht, aber dafür haben wir Befestigungsanlagen aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt. Nach einer Woche wurde leider das Wetter schlecht, und wir haben es kurz vor einem riesigen Gewitter gerade noch geschafft, unser Zelt ein zu packen und dem guten Wetter hinterher nach Kroatien ans Meer zu fahren.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Sep 22, 2015
Autor: Maja
Rubrik: studium
Sep 22, 2015

Studentenleben live

Auch die Kindheit hat ein Ende

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Es kam also, wie es kommen musste. Nachdem ich mich jahrelang, genauer gesagt seit meinem Abitur, davor gedrückt hatte mein altes Kinderzimmer auszuräumen, war es nun soweit. Meine Eltern wollten den Raum umgestalten, und dafür musste ich die Schränke mit den Kindersachen ausräumen. Zwar standen sie bisher nicht im Weg, aber ich wusste natürlich, dass dort eine ganze Menge Sachen lagert, die ich mindestens fünf Jahre lang nicht mehr beachtet habe. Und wusste auch, dass es meine Aufgabe ist, das Kapitel Kindheit und Jugend endgültig zu beenden.

Meine Schwester und ich fingen also an zu sortieren. Wir überlegten, ob wir eine hässliche Plüschmaus aufheben oder entsorgen sollten, entschieden uns dann aber doch, sie zu behalten. Man ersetze wahlweise „Plüschmaus“ durch „Tigerente“ oder „Handpuppe“ und so weiter. Am Schluss hatten wir trotzdem einen Wäschekorb voller schöner Dinge, die anderen Kindern sicher noch eine große Freude machen würden. Doch selbst wenn man etwas Gutes tun will, und Spielzeug spenden möchte, ist es gar nicht so leicht, Abnehmer zu finden. Es wird zwar tagtäglich von Flüchtlingen berichtet, die alles in ihrer Heimat zurücklassen mussten. Gleichzeitig werden alle Flüchtlingseinrichtungen aber überschwemmt von Spielzeug- und Kleiderspenden, wo sie doch eigentlich Geld, Medikamente, Hygieneartikel und viel Engagement gebrauchen könnten. Anscheinend waren viele Kinder in Berlin so verwöhnt wie wir und hatten Spielsachen im Überfluss, die sie jetzt aussortiert haben. Zum Glück hat sich aber eine der vielen neugegründeten Kitas in unserer Straße und der Kinderspielraum in unserer Gemeinde dann doch über die Sachen gefreut.

Nach der Kindheit kommt bekanntlich die Jugend: Einer unserer Schränke beherbergte auch unsere CD und Kassettensammlung. Wer hört heute eigentlich noch CDs? Ich habe weder eine Anlage, noch hat mein Laptop ein CD-Laufwerk. Von Kassetten ganz zu schweigen. Dennoch konnte ich mich nicht von meinem portablen Kassettenabspielgerät inklusive ein paar Märchenkassetten trennen. Gott sei Dank habe ich das Kapitel aber jetzt abgeschlossen. Das nächste Mal, wenn ich nach Berlin komme, muss ich nur noch meinen alten Schreibtisch aussortieren und die vielen Bücher im Keller.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Sep 21, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Sep 21, 2015

Studentenleben live

Zittern und Hoffen

Dann stand sie an: die gefürchtete Klausur in Literaturwissenschaft. Dafür wurde der Lernstoff aber weitestgehend eingegrenzt. Im ersten Teil sollte ich Definitionen von Grundbegriffen wiedergeben. Im zweiten Teil dann einen Textauszug aus einem am Anfang des Semesters bekannt gegebenen Buch nach gewissen Kategorien analysieren. Der dritte und letzte Teil bestand aus drei Teilaufgaben: zwei zum Thema Literaturepochen und eine, die sich mit Literaturtheorie befasste.

Witzigerweise liefen bei mir die Aufgaben, vor denen ich am meisten Angst hatte, gefühlt am besten. Die Definitionen hatte ich nach der Hälfte der vorgesehenen Zeit schon zu Papier gebracht und die Literaturtheorie-Aufgabe kam mir wie ein Kinderspiel vor. Bei der Textanalyse kam ich allerdings ein wenig ins Schwimmen, weil ich viel zu viel in die jeweiligen Textpassagen hinein interpretierte und bei den Aufgaben zu den verschiedenen literarischen Epochen wusste ich nicht so ganz, was die Fragestellung bedeutete.

Nachdem diese Klausur geschrieben war, ging es durch den Feierabendverkehr nach Hause. Dort beging ich den folgenschweren Fehler, mich in meinen Facebook-Account einzuloggen, wo dann das große Spekulieren stattfand. Damit meine ich das Antworten vergleichen, das Panik schieben, dass man nicht bestanden hat, die Erleichterung, wenn man sich ausrechnet, dass es höchstwahrscheinlich doch gereicht hat und so weiter. Und im Endeffekt hat keiner auch nur den blassesten Schimmer, ob er durchgefallen ist oder nicht. Dieses Phänomen erlebt man alle Jahre wieder in jeder Klassenstufe und nach jeder Klassenarbeit. Wieso sollte es bei Studenten und den Klausuren an der Uni auch anders sein?

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Sep 21, 2015
Autor: Nele
Rubrik: studium
Sep 21, 2015