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Studentenleben live

Treffen junger Autoren

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

29.09.2015

Als ich fünfzehn Jahre alt war, entdeckte ich das Schreiben für mich. Zumindest für mein Alter und nach Einschätzung der Menschen, die mich mochten, war ich auch sehr gut darin. Ich schrieb Gedichte, die sich ganz klassisch nach einem Schema reimen. Irgendwann entdeckte ich den Bundeswettbewerb, bei dem 20 ausgewählte Jungautoren (zwischen zwölf und 21 Jahren) eine Woche lang nach Berlin fahren durften, um an Workshops teilzunehmen und ihre Werke vorzutragen. Ich dachte, wenn ich das gewinnen würde, dann wäre ich richtig gut. Nach Einsendung der Texte, die ich für meine besten hielt, wartete ich. Ich schaute immer wieder auf die Homepage des Veranstalters und wartete darauf, dass die Gewinner bekanntgegeben wurden. Als es soweit war, stellte ich traurig fest, dass ich nicht dabei war, aber dafür eine Anthologie mit den Gewinnertexten bekommen habe.

Nachdem ich die Gedichte gelesen hatte, wusste ich, warum ich nicht gewonnen hatte. Niemand schrieb einfach linksbündig. Die Autoren verwendeten viele Neologismen und Fremdwörtern und es reimte sich nichts. Wörter standen irgendwo quer über die Seite verteilt und ich hätte nur zu gern gewusst, wie man so etwas lesen sollte. Wenn jemand prosaisch schrieb, dann war der Inhalt trotzdem verwirrend. Die Jury schien wohl mehr auf das Künstlerische zu achten. Aber manches war inspirierend, und ich wollte gerne auch so schreiben können.

Ich versuchte es wieder, Jahr für Jahr. Bis heute. Einsendeschluss ist immer im Juli und dieses Mal hatte ich keine Ahnung, was ich dieses Jahr einschicken sollte. Also bastelte ich etwas, das ich dann ganz gut fand und einsendete, nur um die Anthologie zu bekommen. Und tatsächlich! Dieses Jahr bin ich eine von 20 unter 715 Bewerbern, die ausgewählt wurden und nach Berlin fahren dürfen! Es ist … krass. Ein anderes Wort habe ich dafür nicht. Ich freue mich sehr und habe ein bisschen Angst, ob ich mit den anderen Autoren, die ich dort treffe, klarkommen werde. Aber es ist eine riesige Chance und es hilft mir, an mich zu glauben.

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