Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Neues Heim für viele

Ich hatte vor einem guten Monat einen eindrücklichen Traum. Ich befand mich darin in einer neuen Wohnung. Plötzlich stand an einer Dachschräge ein kleines Mädchen, das armselig gekleidet war und mich neugierig ansah. Es trappelte und dann sah ich auf einmal ein zweites Kind, das hinter dem Dachstuhl hervor lugte. Ich war ziemlich irritiert, mein „Traum-Ich“ dachte, dass mir gar nicht mitgeteilt worden war, dass hier noch eine Familie mit im Stockwerk, ja sogar in der Wohnung wohnte. Schließlich kam der Vater der beiden Kinder aus seinem Versteck hervor und schob die beiden behutsam aus meinem Blickfeld. Plötzlich ging die Tür zum Treppenhaus auf und eine alte Dame, die auch im Haus zu wohnen schien, kam herein. Sie sah ärgerlich aus und schimpfte, sie hätte ja schon lange vermutet, dass sich im Haus irgendwelche illegalen Untermieter versteckt hätten. Was sollte ich jetzt tun? Mir zitterten die Hände und ich schaute die kleine Familie an, die so armselig und ängstlich da stand.

Schließlich erwiderte ich der Frau, dass der Mann und seine Kinder zu Besuch seien und alles andere als illegale Untermieter wären. Ich stellte mich zwischen die Familie und die alte Dame und hoffte, dass diese unangenehme Frau keine weiteren Fragen stellen würde. Während ich noch über die Konsequenzen meines Eingreifens nachdachte, nämlich nun mit drei offensichtlich Schutz suchenden Ausländern zusammen zu leben, wachte ich auf. In der nächsten Stunde, in der ich wach im Bett lag, ließ mich die Frage nicht mehr los, was es bedeuten würde mit einem Asylsuchenden die Wohnung zu teilen. Wären mein Mann und ich bereit, unsere nigelnagelneue Schlafcoach einer Schutz suchenden Person zur Verfügung zu stellen?

Am Frühstückstisch sprachen wir über den Traum und die Fragen, die er in mir ausgelöst hatte. Ich stellte meinem Mann die gleichen Fragen und wir überlegten gemeinsam, wie wir sie beantworten könnten. Seitdem denke ich darüber nach, wie ich Flüchtlingen helfen könnte, während ich Kisten auspackte und Regale einräumte. Mittlerweile sind alle Kisten ausgeräumt, alle Habseligkeiten sind verstaut und die neue Wohnung komplett in Besitz genommen. Die Frage, was und wie viel ich für Hilfesuchende geben kann und geben will, geriet dabei schleichend in den Hintergrund. Nun überlege ich, ob ich anstatt eine Hiwistelle anzutreten doch lieber Freiwilligenarbeit in einer Asylbewerberunterkunft leisten soll.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Sep 29, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Sep 29, 2015

Studentenleben live

Treffen junger Autoren

Als ich fünfzehn Jahre alt war, entdeckte ich das Schreiben für mich. Zumindest für mein Alter und nach Einschätzung der Menschen, die mich mochten, war ich auch sehr gut darin. Ich schrieb Gedichte, die sich ganz klassisch nach einem Schema reimen. Irgendwann entdeckte ich den Bundeswettbewerb, bei dem 20 ausgewählte Jungautoren (zwischen zwölf und 21 Jahren) eine Woche lang nach Berlin fahren durften, um an Workshops teilzunehmen und ihre Werke vorzutragen. Ich dachte, wenn ich das gewinnen würde, dann wäre ich richtig gut. Nach Einsendung der Texte, die ich für meine besten hielt, wartete ich. Ich schaute immer wieder auf die Homepage des Veranstalters und wartete darauf, dass die Gewinner bekanntgegeben wurden. Als es soweit war, stellte ich traurig fest, dass ich nicht dabei war, aber dafür eine Anthologie mit den Gewinnertexten bekommen habe.

Nachdem ich die Gedichte gelesen hatte, wusste ich, warum ich nicht gewonnen hatte. Niemand schrieb einfach linksbündig. Die Autoren verwendeten viele Neologismen und Fremdwörtern und es reimte sich nichts. Wörter standen irgendwo quer über die Seite verteilt und ich hätte nur zu gern gewusst, wie man so etwas lesen sollte. Wenn jemand prosaisch schrieb, dann war der Inhalt trotzdem verwirrend. Die Jury schien wohl mehr auf das Künstlerische zu achten. Aber manches war inspirierend, und ich wollte gerne auch so schreiben können.

Ich versuchte es wieder, Jahr für Jahr. Bis heute. Einsendeschluss ist immer im Juli und dieses Mal hatte ich keine Ahnung, was ich dieses Jahr einschicken sollte. Also bastelte ich etwas, das ich dann ganz gut fand und einsendete, nur um die Anthologie zu bekommen. Und tatsächlich! Dieses Jahr bin ich eine von 20 unter 715 Bewerbern, die ausgewählt wurden und nach Berlin fahren dürfen! Es ist … krass. Ein anderes Wort habe ich dafür nicht. Ich freue mich sehr und habe ein bisschen Angst, ob ich mit den anderen Autoren, die ich dort treffe, klarkommen werde. Aber es ist eine riesige Chance und es hilft mir, an mich zu glauben.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Sep 29, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Sep 29, 2015

Studentenleben live

Abstecher nach Hause

Gerade bin ich für eine Woche auf Heimurlaub. Zuvor war ich in Berlin, dann bei einer Freundin in Schleswig-Holstein, bin mit ihr ans Meer gefahren und war shoppen. Danach ging es erst Richtung Mainz und dann Richtung Koblenz, weitere Freundinnen besuchen, Mädels-Abende genießen und unzählige Fotos machen. Dort habe ich auch festgestellt, dass die Rheinpromenade in Rheinland-Pfalz sehr viel schöner ist als in Düsseldorf. Nach ein paar Tagen in Stuttgart bei meiner engsten Freundin trat ich schließlich die Heimreise an. Während in Stuttgart die Sonne vom Himmel strahlte, war ich in Düsseldorf froh, meinen Pulli ganz oben in den Rucksack gepackt zu haben. Außer mir hatte dort niemand eine kurze Hose an und von der Bushaltestelle bis nach Hause – eine Strecke von fünf Minuten – wurde ich auch noch richtig schön nassgeregnet.

Trotzdem ist es schön, nach Hause zu kommen. Ich bin froh, Zeit mit meiner Familie verbringen zu können, insbesondere mit meiner Schwester, die nach einem Jahr in Neuseeland jetzt wieder zurück ist. Außerdem gibt es mehr als genug zu tun: Ich habe die vergangenen Tage damit verbracht, die letzten Restbestände in meinem Wohnheimzimmer in Kisten zu verpacken, zu putzen und zu streichen. Außerdem habe ich mich um die Einschreibungsunterlagen für Bonn gekümmert und war zwischendurch noch auf der Abschiedsparty einer Freundin, die bald für ein Jahr nach Kenia geht.

Bevor der zweite Teil meiner Reise startet und mich für weitere zehn Tage nach Göttingen, Hannover, Hamburg, vielleicht Leipzig, München und ein zweites Mal nach Berlin führt, steht noch der provisorische Umzug an. Ich muss alle Kartons nach Bonn fahren, in den dritten Stock tragen und auspacken, damit es nicht mehr ganz so trostlos aussieht. Vor all dem gibt es aber noch eine weitere wichtige Sache, die ich erledigen muss: Die Einschreibung in Bonn!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Sep 25, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Sep 25, 2015