interaktiv

Studentenleben live

Urlaub mit den Eltern

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

06.10.2015

Es ist wirklich kaum zu glauben, aber nach bestimmt sieben Jahren mache ich wieder Urlaub mit meinen Eltern. Ich wohne schon seit über fünf Jahren nicht mehr bei meinen Eltern, habe mittlerweile einen Studienabschluss und noch viel wichtiger einen Ehepartner, mit dem ich meinen Urlaub im Normalfall verbringe. Jetzt bin ich aber tatsächlich eine Woche auf Nordseeurlaub mit Mami und Papi. Wie konnte es nur soweit kommen? Nun, mein Vater hatte sich den Fuß verletzt, war im Krankenhaus und der geplante Urlaub meiner Eltern an der Nordsee stand auf der Kippe. Daher habe ich meiner Mutter angeboten mitzufahren und sie im Urlaub zu unterstützen.

So kam das also, und da ich momentan eine faule Studentin bin, die obendrauf noch Semesterferien hat, habe ich mich auf den Eltern-Kind-Urlaub eingelassen. Heute haben wir die weite Reise in den hohen Norden angetreten. Natürlich werde ich in diesem Urlaub hauptsächlich als Chauffeur gebraucht, aber leider hatte ich die Nacht vor der großen Reise so unerhört schlecht geschlafen, dass ich nach 300 Kilometern das Steuer an meine Mutter weiterreichen musste. Vorher ist leider auch schon das Navi kaputt gegangen. Während meine Mutter also sozusagen orientierungslos weiter Richtung Norden fuhr, nickte ich auf dem Beifahrersitz ein, wobei ich vorher noch die Route mit meinem Smartphone geplant hatte. Ich erwachte jäh, als meine Mutter aufgeregt fragte, ob sie nach Berlin oder Hannover fahren solle. Reflexartig sagte ich Hannover, aber ganz sicher war ich mir auch nicht, da ich mein Handy nicht fand.

Verzweifelt und noch etwas schlaftrunken suchte ich mein allwissendes Smartphone, während meine Mutter von der Autobahn herunter nach Hannover hinein fuhr. Wir mussten schließlich anhalten weil ich immer hektischer wurde und an mir selbst zu zweifeln begann. Ich hatte das Smartphone doch gerade noch benutzt, wie konnte es jetzt einfach so verschwunden sein? Also rief mich meine Mutter mit ihrem Handy an. Tatsächlich, es klingelte irgendwo im Fahrerbereich, war aber trotzdem nirgendwo zu sehen. Ich suchte weiter und voller Entsetzen musste ich feststellen, dass mein gutes, teures aber auch super schmales Smartphone durch die Klappe an der Feuerzeugsteckdose hinter das Armaturenbrett gerutscht war. Immer hysterischer fingerte ich nach meinem Handy und drückte meine Finger durch den Spalt, konnte das Gerät aber nur mit den Fingerspitzen betasten. Etwas später und nach handwerklicher Improvisation gelang es mir, das Smartphone mit den Fingerspitzen herauszuheben.

Der Umweg, den wir durch diese dramaturgische Glanzeinlage gemacht hatten, hielt sich in Grenzen und zwei bis drei Stunden später waren wir endlich am Zielort angelangt. Der Blick vom Deich auf die Nordsee entschädigte mich nun für die Strapazen der langen Fahrt.

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