interaktiv

Studentenleben live

Wie in 1001 Nacht

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

14.10.2015

Es ist kaum zu glauben, aber nach einer Fährfahrt, die weniger als eine Stunde dauerte, bin ich auf einem anderen Kontinent: Afrika. Wahnsinnig, was dieses „kleine“ Mittelmeer für einen großen Unterschied macht.

Bei meiner Ankunft in Tanger bin ich unglaublich froh, Französisch sprechen zu können, denn mein Arabisch ist nichtexistent – außer dem lässigen „Salaam“, mit dem ich hier alle begrüßen kann. Mein Hostel in der Medina zu finden war eine absolute Katastrophe: Es gibt keine Straßenschilder, keine graden Wege, nur schmale, gezackte Gassen, die ins für mich Unbekannte führen. Zum Glück gibt es die hilfreichen Marokkaner, ohne die ich hoffnungslos verloren wäre – und die auch selbst ziemlich lange brauchten, um mich endlich zum richtigen Hostel zu bringen.

Nach einer kleinen Erschöpfungspause im Hostel traute ich mich fast nicht mehr raus. Wie sollte ich das je wieder finden, wenn ich einen Fuß hier raus setzte? Aber dann ging es auf in das Gewimmel, und wenn man sich einfach treiben lässt und keinen Anspruch hat, irgendetwas zu finden, dann findet man immer irgendetwas. Tolle Märkte, volle Gassen und überraschend viele nette und wenig aufdringliche Marokkaner. Und ich hätte nicht gedacht, dass ich mein Hostel am Ende sogar alleine wieder finden würde.

Bis auf die zehnstündige Zugfahrt nach Marrakesch verging die Zeit hier wie im Flug. Eine dreitägige Tour führte mich durch Teile des Atlas-Gebirges, durch tausend Jahre alte Berber-Städte, vorbei an Oasen, kargen Felsen und Armut. Nach einem schaukligen zweistündigen Kamelritt verbrachte ich die Nacht unter dem wunderbaren Sternenhimmel der Sahara und ließ mir von einem Physik- und Mathematikdozenten das Universum erklären.

Danach ging das Entspannungsprogramm los: Ich traf meine Mutter, zusammen fuhren wir an die Atlantikküste und ließen unseren Tagesrhythmus von Lust und Laune bestimmen. Auf dem Markt kauften wir süße Früchte, unternahmen Ausflüge und gingen am Strand mit Pferden baden. Den Abschluss bildeten drei (anstrengende) Tage in der Hitze und dem Rummel von Marrakesch. Die nächste Etappe meiner Reise ist nun um, zwei Drittel meiner Ferien sind vorbei, und auch von Marokko bin ich begeistert.

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