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Studentenleben live

Die erste Woche

Vor einer Woche noch habe ich mich unendlich auf das Semester gefreut. Darauf, nach einem Jahr endlich wieder richtig an die Hochschule zurückzukehren. Das vergangene Wintersemester verbrachte ich schließlich am Beit Berl College in Israel, das darauffolgende Sommersemester als integriertes Semesterpraktikum in der Sprachheilschule Sindelfingen. Ich war zwar einen Tag in der Woche für zwei Seminare in der Hochschule, aber das ist bei weitem nicht dasselbe. Ich freute mich vor allem auch auf den Winter: auf das gemütliche Thermoskannenteetrinken im Seminarraum, während es draußen so früh dunkel wird, dass es egal ist, ob man schon um fünf Uhr oder erst um acht Uhr den grauen Gebäudekomplex verlässt. Besonders aber freute ich mich auf Weihnachtsmärkte und Adventsstimmung und auf den Verkauf von Waffeln und Glühwein auf dem Campus.

Dass das nicht für immer anhalten würde, war mir bewusst. Dass es nach drei Tagen vorbei sein würde, hat mich jedoch ernsthaft erschreckt. Da war zum einen der Montag, der viel länger ging als eigentlich geplant, weil es abends noch eine Informationsveranstaltung zu Blockpraktika gab. Nach einem elfstündigen Hochschultag kam ich also nach Hause und erfuhr zudem noch von meiner Mitbewohnerin, dass sie unsere WG Mitte November verlassen wird.

Am Dienstag sah die Welt schon wieder ein bisschen besser aus, und ich machte mich mit einer Freundin und Kommilitonin zu einem Kindergarten auf, in welchem wir dieses Semester ein fünfjähriges Mädchen einmal wöchentlich sprachlich fördern sollen. Das Mädchen kannten wir bisher noch nicht, aber der Förderbedarf war nicht zu übersehen: Das Kind sprach fast eine halbe Stunde kein einziges Wort mit uns. Natürlich ist das eine absolut spannende und neue Herausforderung für uns, aber wir hatten mit so etwas schlichtweg nicht gerechnet und wissen auch nicht wirklich, wo wir ansetzen können, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Üblicherweise ist es in einer ersten Spielsituation sehr gut möglich, besondere Auffälligkeiten zu erkennen und ein bisschen zu diagnostizieren, aber an vereinzeltem Nicken und Kopfschütteln konnten wir nicht wirklich etwas über das Sprachverständnis des Kindes ablesen. Das waren schon zwei erlebnisreiche Tage.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 29, 2015

Studentenleben live

Pendlerverkehr

Das neue Semester ist nun ins Rollen gekommen und damit auch der Weg von meinem neuen Wohnort Nürnberg in die Uni nach Bayreuth. Der Schienenersatzverkehr auf dieser Strecke ist zum Glück schon seit ein paar Wochen vorbei und ich kann mit Bus und Bahn in knapp zwei Stunden Fahrtzeit zu meinen Veranstaltungen nach Bayreuth fahren. Ich war voller Spannung vor meinem Pendlerstart am Sonntagabend. Was würde auf mich zukommen? Sind mein Veranstaltungsplan und die Abfahrtszeiten auf einen Nenner zu bringen? Kann ich mit meinem Klapperfahrrad, das noch in Bayreuth steht, gut zwischen Bahnhof und Campus hin und her fahren? Und dann stellte sich mir noch die Frage, welches Ticket ich lösen sollte: Monats- oder Jahreskarte? In jedem Fall stand fest, dass ich nun monatlich mindestens 100 Euro dafür zahlen werde.

Mehr im Pendlerfieber als im Pendlerglück befand ich mich bereits am ersten Tag nach 21 Uhr mit dem alten Klapperfahrrad wieder im Zug zurück nach Nürnberg. Da das Licht defekt ist, ist es mir im Oktober, wo es um 19 Uhr bereits dunkel ist, zu gefährlich mit diesem Fahrrad unterwegs zu sein. Da ich dreimal in der Woche erst nach 18 Uhr die Uni verlasse und dann zügig zum Bahnhof muss, brauche ich dringend eine Alternative.

Als ich das alte Rad in dieser Nacht in Nürnberg in unserem Hinterhof abstellen wollte, war jedoch auf einmal mein alternatives Damenrad nicht mehr da. Völlig fertig mit den Nerven verbrachte ich diese erste Nacht der Vorlesungszeit in dem Glauben, man habe mir zu allem Überfluss auch noch mein abgeschlossenes Damenrad aus dem Hinterhof gestohlen. Ich war noch nie so glücklich, mich getäuscht zu haben, als ich am nächsten Morgen mein Damenrad vor unserem Supermarkt abgeschlossen und von mir vergessen vorfand. So konnte ich das Alternativrad dann doch wie geplant mit nach Bayreuth transportieren.

Trotz der ganzen Energie die ich nun für das Pendeln aufbringen muss, bin ich noch hoffnungsvoll, dass ich mich bis November schon daran gewöhnt haben werde. Wie es weitergeht, werde ich euch auf jeden Fall berichten.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Oct 29, 2015

Studentenleben live

Zurück in Europa

Zwar habe ich mich in diesem Urlaub im langsamen Reisen versucht – per Bus und Zug von Barcelona bis Marrakesch – aber die dreitägige Fährfahrt von Marokko bis Südfrankreich dauerte mir dann doch zu lange. Und so stieg ich wohl oder übel ins Flugzeug, um zwei Stunden später an der Côte d’Azur zu landen. Jetzt ist mir auch klar, warum die Gegend hier so heißt: Solch ein türkisblaues Wasser habe ich selten gesehen! Zum Glück war das Wetter Ende September auch noch gut genug, um der verführerischen Anziehungskraft des Meeres nachgeben zu können.

Einen Tag verbrachte ich in Nizza, dann sammelte mich ein Bus ein, um mich zur Sommerakademie der Studienstiftung zu bringen. Vor zwei Jahren habe ich bereits einen Sprachkurs mit der Studienstiftung gemacht, dieses Jahr wollte ich etwas anderes ausprobieren. Und was bot sich da mehr an als Südfrankreich, das Thema „Recht und Terrorismus“ und die Möglichkeit, eine Richterin vom Europäischen Gerichtshof kennenzulernen?

Kurzer Einschub: Was ist eigentlich eine Sommerakademie? Studierende bis zum sechsten Semester haben hier die Möglichkeit, sich für unterschiedliche Seminarthemen anzumelden und dann zwei Wochen über dieses Thema zu diskutieren und etwas darüber zu lernen. Die Themen in Nizza rankten dieses Jahr vom Klimawandel über eine Reformation des Wahlverfahrens bis hin zu Tango. Die Teilnehmer der Akademie hatten aufgrund der Themenvielfalt auch ganz unterschiedliche Studienhintergründe. Ich finde, das ist eine tolle Möglichkeit, sich fachübergreifend auszutauschen. Allerdings überfordern mich die 150 anderen Menschen eher – alle kennenzulernen ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit.

Jeden Morgen hatten wir von 9.00 bis 12.30 Uhr jeweils zwei Blöcke Unterricht à 90 Minuten. Danach war Freizeit, bis abends die Dozenten der jeweiligen Arbeitsgruppe einen Vortrag über ihr Thema hielten.

Mir gefiel es von Anfang an. Die Unterbringung war top: In unserer Ferienanlage im „Hinterland“ der Cote d’Azur mit Pool, Minigolf-, Basketball-, Tennis- und Volleyballplatz teilten wir uns zu dritt ein kleines Apartment. Morgens und abends gab es leckeres französisches Buffet. Nachmittags boten andere Studierende Kurse in Yoga, Jonglieren oder Poetry Slam an. Eine Doppelkopf-Gruppe hatte ich auch gefunden. Langweilig wurde mir also definitiv nicht.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Oct 27, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Oct 27, 2015