interaktiv

Studentenleben live

Die erste Woche

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

29.10.2015

Vor einer Woche noch habe ich mich unendlich auf das Semester gefreut. Darauf, nach einem Jahr endlich wieder richtig an die Hochschule zurückzukehren. Das vergangene Wintersemester verbrachte ich schließlich am Beit Berl College in Israel, das darauffolgende Sommersemester als integriertes Semesterpraktikum in der Sprachheilschule Sindelfingen. Ich war zwar einen Tag in der Woche für zwei Seminare in der Hochschule, aber das ist bei weitem nicht dasselbe. Ich freute mich vor allem auch auf den Winter: auf das gemütliche Thermoskannenteetrinken im Seminarraum, während es draußen so früh dunkel wird, dass es egal ist, ob man schon um fünf Uhr oder erst um acht Uhr den grauen Gebäudekomplex verlässt. Besonders aber freute ich mich auf Weihnachtsmärkte und Adventsstimmung und auf den Verkauf von Waffeln und Glühwein auf dem Campus.

Dass das nicht für immer anhalten würde, war mir bewusst. Dass es nach drei Tagen vorbei sein würde, hat mich jedoch ernsthaft erschreckt. Da war zum einen der Montag, der viel länger ging als eigentlich geplant, weil es abends noch eine Informationsveranstaltung zu Blockpraktika gab. Nach einem elfstündigen Hochschultag kam ich also nach Hause und erfuhr zudem noch von meiner Mitbewohnerin, dass sie unsere WG Mitte November verlassen wird.

Am Dienstag sah die Welt schon wieder ein bisschen besser aus, und ich machte mich mit einer Freundin und Kommilitonin zu einem Kindergarten auf, in welchem wir dieses Semester ein fünfjähriges Mädchen einmal wöchentlich sprachlich fördern sollen. Das Mädchen kannten wir bisher noch nicht, aber der Förderbedarf war nicht zu übersehen: Das Kind sprach fast eine halbe Stunde kein einziges Wort mit uns. Natürlich ist das eine absolut spannende und neue Herausforderung für uns, aber wir hatten mit so etwas schlichtweg nicht gerechnet und wissen auch nicht wirklich, wo wir ansetzen können, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Üblicherweise ist es in einer ersten Spielsituation sehr gut möglich, besondere Auffälligkeiten zu erkennen und ein bisschen zu diagnostizieren, aber an vereinzeltem Nicken und Kopfschütteln konnten wir nicht wirklich etwas über das Sprachverständnis des Kindes ablesen. Das waren schon zwei erlebnisreiche Tage.

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