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Studentenleben live

Über Fernbusse

Auf mein Recht pochen, dafür aber viel Zeit und Energie verschwenden – oder die Sache lieber sein lassen und mit den Nachteilen leben? Vor dieser Entscheidung stand ich im Sommer, als sich der Fernreisebus, den ich gebucht hatte, über zwei Stunden verspätete. Ja, man hätte sich auch denken können, dass ein Bus am letzten Tag der Ferien nicht auf die Minute pünktlich kommt, aber mit einer solchen Verspätung hatte ich dann doch nicht gerechnet. Wohl oder übel ging es dann stattdessen mit der Regionalbahn nach Hause. Wenigstens wusste ich, dass ich das Recht habe, den Fahrpreis erstattet zu bekommen.

Und das war der Anfang einer unendlichen Geschichte. Seit Juni habe ich unzählige E-Mails an das Busunternehmen geschrieben, die immer wieder von anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschwichtigend beantwortet wurden. Ich sollte doch Geduld haben, es sei gerade sehr viel los. Irgendwann kam dann sogar die Zusage, ich würde das Geld in den nächsten sieben Werktagen bekommen. Und dann passierte erst einmal 14 Tage lang gar nichts.

Schweren Herzens entschloss ich mich, bei der Hotline anzurufen. Als ich dann endlich einen Mitarbeiter am Telefon hatte, konnte dieser mir auch nicht weiterhelfen. Aber er sagte mir einen Gutschein über die gezahlte Summe zu. Immerhin etwas, dachte ich mir. Dieser Gutschein kam jedoch nie bei mir an. Stattdessen bekam ich wieder eine vertröstende E-Mail. Als das Geld nach 14 Tagen immer noch nicht überwiesen war, hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Jetzt hatte ich schon so viel Energie reingesteckt, jetzt wollte ich meine 18 Euro auch wiederhaben! Nachdem ich die Schlichtungsstelle für öffentlichen Personenverkehr eingeschaltet hatte, lief plötzlich alles wie am Schnürchen. Innerhalb von zwei Wochen hatte ich mein Geld. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Oct 30, 2015

Studentenleben live

Alle Jahre wieder: Semesterbeginn

Nach zwei Jahren ist es jetzt endlich das erste Mal, dass ich im Herbst nicht mehr in die Uni als Erstsemestlerin gehe. Vor zwei Jahren habe ich begonnen Medizin zu studieren und letztes Jahr zu Psychologie gewechselt. Und dieses Jahr komme ich nun endlich mal ins dritte Semester und bin nicht mehr Ersti (so wird man während des ersten Studienjahres oder Semesters genannt).

Als ich vor zwei Jahren angefangen habe Medizin zu studieren, kannte ich natürlich noch kaum jemanden in Leipzig und ich war sehr gespannt auf die Erstiwoche. In dieser organisieren Studierende aus höheren Fachsemestern Kennenlernveranstaltungen für die Neuankömmlinge.

Bei der Einführungswoche in Psychologie haben wir zusammen gebruncht, eine Stadt-Ralley gemacht, und eine Radtour zu einem See hier in der Nähe unternommen. Wer sich dann noch nicht kannte konnte auch noch für ein Wochenende auf einen Ausflug nach Meisen mitkommen. Eigentlich war das Angebot toll, aber da ich schon durch das vorherige Semester so viele Leute in Leipzig kannte, war ich vielleicht gar nicht so offen dafür, neue Leute kennenzulernen und habe mich auch nicht so dafür interessiert.

Dieses Semester war ich ja jetzt nicht mehr Ersti, konnte mich aber doch noch gut daran erinnern, wie es sich anfühlt in eine unbekannte Stadt zu kommen und niemanden zu kennen. Deswegen habe ich mich dem Fachschaftsrat angeschlossen und bei der Gestaltung der Erstiwoche mitgewirkt. Denn ich wollte, dass es den Erstis so gut ergehen sollte, wie mir letztes Jahr.

Deswegen habe ich mit einer Freundin unter anderem eine Radtour mit Kennenlernspielen am See organisiert. Dort haben wir auch gepicknickt und eine Slackline aufgebaut. Alles hat sehr gut geklappt und am Ende haben alle beschlossen noch zusammen Kaffee trinken zu gehen.

Ich habe die Erstiwoche immer als sehr anstrengend erlebt, weil alle sehr unsicher sind und in kurzer Zeit schnell viele Freunde finden wollen. Und genauso kam mir das auch bei der Radtour vor: Alle waren sehr nett, aber wirkten ein bisschen überdreht, was aber wahrscheinlich ganz normal ist. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich jetzt zum ersten Mal nicht wieder neue Leute kennenlernen muss.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2015
Autor: Maja
Rubrik: studium
Oct 30, 2015

Studentenleben live

Die erste Woche

Vor einer Woche noch habe ich mich unendlich auf das Semester gefreut. Darauf, nach einem Jahr endlich wieder richtig an die Hochschule zurückzukehren. Das vergangene Wintersemester verbrachte ich schließlich am Beit Berl College in Israel, das darauffolgende Sommersemester als integriertes Semesterpraktikum in der Sprachheilschule Sindelfingen. Ich war zwar einen Tag in der Woche für zwei Seminare in der Hochschule, aber das ist bei weitem nicht dasselbe. Ich freute mich vor allem auch auf den Winter: auf das gemütliche Thermoskannenteetrinken im Seminarraum, während es draußen so früh dunkel wird, dass es egal ist, ob man schon um fünf Uhr oder erst um acht Uhr den grauen Gebäudekomplex verlässt. Besonders aber freute ich mich auf Weihnachtsmärkte und Adventsstimmung und auf den Verkauf von Waffeln und Glühwein auf dem Campus.

Dass das nicht für immer anhalten würde, war mir bewusst. Dass es nach drei Tagen vorbei sein würde, hat mich jedoch ernsthaft erschreckt. Da war zum einen der Montag, der viel länger ging als eigentlich geplant, weil es abends noch eine Informationsveranstaltung zu Blockpraktika gab. Nach einem elfstündigen Hochschultag kam ich also nach Hause und erfuhr zudem noch von meiner Mitbewohnerin, dass sie unsere WG Mitte November verlassen wird.

Am Dienstag sah die Welt schon wieder ein bisschen besser aus, und ich machte mich mit einer Freundin und Kommilitonin zu einem Kindergarten auf, in welchem wir dieses Semester ein fünfjähriges Mädchen einmal wöchentlich sprachlich fördern sollen. Das Mädchen kannten wir bisher noch nicht, aber der Förderbedarf war nicht zu übersehen: Das Kind sprach fast eine halbe Stunde kein einziges Wort mit uns. Natürlich ist das eine absolut spannende und neue Herausforderung für uns, aber wir hatten mit so etwas schlichtweg nicht gerechnet und wissen auch nicht wirklich, wo wir ansetzen können, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Üblicherweise ist es in einer ersten Spielsituation sehr gut möglich, besondere Auffälligkeiten zu erkennen und ein bisschen zu diagnostizieren, aber an vereinzeltem Nicken und Kopfschütteln konnten wir nicht wirklich etwas über das Sprachverständnis des Kindes ablesen. Das waren schon zwei erlebnisreiche Tage.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 29, 2015