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Studentenleben live

Stressige erste Wochen

Die ersten drei Wochen des neuen Semesters liegen hinter mir und es wird Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen: Fest steht, das Semester ist stressiger, als ich erwartet hatte. Dadurch, dass ich jetzt von Montag bis Donnerstag Veranstaltungen in Bayreuth habe, mein Bett aber mittlerweile in Nürnberg steht, muss ich pendeln. Unglücklicherweise dauern meine Veranstaltungen an drei Tagen in der Woche bis nach 18 Uhr. Das liegt vor allem an dem Zusatzstudium in Umweltrecht, das ich nun offiziell begonnen habe. Aus diesem Grund, und der Tatsache, dass die Vorlesung zum Öffentlichen Recht erst um 21 Uhr endet und der nächste Veranstaltungsblock am Tag darauf um 8 Uhr morgens wieder auf mich wartet, werde ich mittwochs mein persönliches Bett in Nürnberg gegen ein „Leihbett“ in Bayreuth tauschen. Zum Glück habe ich viele liebe und gute Freunde, die mich an diesen Tagen beherbergen.

Ich bin sehr erstaunt darüber, was ich auf meiner Pendler-Strecke schon alles erlebt habe und wen ich kennenlernte. Das ich auf der schönen Zugstrecke durch die fränkische Schweiz gut nachdenken, arbeiten und auch entspannen könnte, habe ich mir schon vor Semesterbeginn gedacht, dass diese ersten Wochen aber doch schon so aufregend werden würden, hat mich dann doch überrascht.

Letzte Woche habe ich im Zug eine Gruppe von Flüchtlingen kennengelernt, die von Bayreuth unterwegs zur Erstaufnahmestelle in Zirndorf war. Es hat mich tief bewegt, wie diese Leute – es waren wohl um die 20 Personen mit Kindern – sich ihren Weg suchen müssen. Dieser Weg führte sie in ein Land, dessen Sprache sie nicht verstehen, dessen Kultur ihnen fremd ist und das sie mit ungewohnt eisigen Temperaturen begrüßt. Es tat mir leid zu sehen, wie die Kinder vor Müdigkeit fast im Stehen einschliefen während ihre Eltern mit Husten zu kämpfen hatten.

Mein Resümee nach den ersten drei Wochen fällt also durchwachsen aus. Ich merke, dass mir der ganze Stress durch das Pendeln körperlich ziemlich zusetzt. Andererseits wird mir gerade durch den einen oder anderen Mitreisenden bewusst, dass meine Situation eigentlich nicht so schlimm ist. Aus diesem Grund sehe ich es mittlerweile gelassener, dass ich meinen Master wohl doch nicht in vier Semestern schaffen werde. Einerseits weil ich es nicht kann, da der Stress zu groß ist, und andererseits – das unterscheidet mich von so manchem anderen Passagier – weil ich es nicht muss.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 3, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 3, 2015

Studentenleben live

Alltag in der Stadtbücherei

Vom Arbeitsablauf in der Stadtbücherei habe ich während der ersten Tage meines Praktikums nun schon einiges mitbekommen. Die Bücher, DVDs und CDs werden von der Ausleihe mit dem hauseigenen Aufzug nach oben in den ersten Stock gefahren. Dort sortiere ich sie alphabetisch, nach Farben und Kategorien. Danach muss ich sie in die jeweiligen Regale räumen. Außerdem prüfe ich häufig den Bestand, ob ich eventuell einen alten Gegenstand durch einen neueren, besser erhaltenen, ersetzen muss. Ist etwas doppelt vorhanden, handelt es sich dabei zum großen Teil um Spenden. Alle neuen und ausgetauschten Medien kann ich dann katalogisieren, einer Kategorie zuweisen sowie sie mit einem Etikett versehen und danach einsortieren.

Außerdem hat die Stadtbücherei einige Angebote für Besucher. Darunter fallen ein Lese-Zirkel für Erwachsene, Lesungen diverser Autoren, Führungen für Grundschulklassen sowie ein Kindertheater und eine wöchentlich stattfindende Lese- und Bastelstunde, die ich betreuen darf.

Die Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren fühlen sich in der Stadtbücherei alle sehr wohl. Manche beschäftigen sich nach dem Vorlesen mit den Kinderbüchern, andere basteln lieber. Ich habe Kinder wirklich gerne und es bereitet mir Freude, mit ihnen zu basteln. Trotzdem finde ich sechs Kinder, die mir lautstark unterschiedliche Sachen erzählen und dazu noch alle gleichzeitig meine Hilfe wollen, schon sehr anstrengend. Aber da das Basteln meist nur eine halbe Stunde dauert, macht es mir immer sehr viel Spaß.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Nov 2, 2015
Autor: Nele
Rubrik: studium
Nov 2, 2015

Studentenleben live

Die allerletzte Klausur

Eigentlich sollte die letzte Klausur des Semesters doch etwas Schönes sein. Vor allem wenn es gleichzeitig auch die letzte im Bachelorstudium ist. Translation ist ja zum Glück auch nicht so schwer. Englisch lerne ich schließlich schon lange genug und für alles andere gibt es das Wörterbuch. Die Vokabeln, die wir auswendig können müssen, habe ich mir noch gestern Abend vor dem Schlafengehen angesehen. Da konnten mir auch die Kommentare meines Vaters nichts anhaben, der sich wunderte, warum ich so kurz vor der Klausur noch lernte.

Leider habe ich mich dann auch noch richtig erkältet. Zuhause ließ sich das mit den Kopfschmerzen und der laufenden Nase noch irgendwie ganz gut ertragen, aber wenn ich erst einmal in einem Raum sitze, in dem man eine Stecknadel zu Boden fallen hören könnte, dann wird das schon etwas ungemütlicher. Wie soll ich mich denn anständig konzentrieren, wenn ich kaum Luft bekomme? Sogar die Dozentin ermahnte mich zu Beginn der Klausur, ich solle nicht ständig schniefen. Aber kneifen gibt es für mich nicht.

Am Ende steht die Gewissheit, dass ich es endlich geschafft habe. Nicht nur die letzte Klausur, sondern auch alles andere. Tschüss Englisch! Tschüss Bachelor! Die letzten drei Jahre sind wirklich schnell an mir vorbeigerauscht.

Irgendwie wäre es schön, wenn sich jetzt so ein Gefühl wie am Ende einer amerikanischen College-Komödie einstellen würde, aber das tut es nicht. Ich sitze immer noch in der Uni und ich fühle mich immer noch genauso wie vorher. Nur ein bisschen erleichterter. Denn jetzt kann ich die letzten zwei Wochen noch einmal richtig genießen, bevor ich mich dann einer neuen Herausforderung in Form eines Verlagspraktikums stelle. Aber irgendwie freue ich mich auch drauf. Zumindest muss ich dafür keine Vokabeln auswendig lernen.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2015
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Oct 31, 2015