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Studentenleben live

Stressige erste Wochen

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

03.11.2015

Die ersten drei Wochen des neuen Semesters liegen hinter mir und es wird Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen: Fest steht, das Semester ist stressiger, als ich erwartet hatte. Dadurch, dass ich jetzt von Montag bis Donnerstag Veranstaltungen in Bayreuth habe, mein Bett aber mittlerweile in Nürnberg steht, muss ich pendeln. Unglücklicherweise dauern meine Veranstaltungen an drei Tagen in der Woche bis nach 18 Uhr. Das liegt vor allem an dem Zusatzstudium in Umweltrecht, das ich nun offiziell begonnen habe. Aus diesem Grund, und der Tatsache, dass die Vorlesung zum Öffentlichen Recht erst um 21 Uhr endet und der nächste Veranstaltungsblock am Tag darauf um 8 Uhr morgens wieder auf mich wartet, werde ich mittwochs mein persönliches Bett in Nürnberg gegen ein „Leihbett“ in Bayreuth tauschen. Zum Glück habe ich viele liebe und gute Freunde, die mich an diesen Tagen beherbergen.

Ich bin sehr erstaunt darüber, was ich auf meiner Pendler-Strecke schon alles erlebt habe und wen ich kennenlernte. Das ich auf der schönen Zugstrecke durch die fränkische Schweiz gut nachdenken, arbeiten und auch entspannen könnte, habe ich mir schon vor Semesterbeginn gedacht, dass diese ersten Wochen aber doch schon so aufregend werden würden, hat mich dann doch überrascht.

Letzte Woche habe ich im Zug eine Gruppe von Flüchtlingen kennengelernt, die von Bayreuth unterwegs zur Erstaufnahmestelle in Zirndorf war. Es hat mich tief bewegt, wie diese Leute – es waren wohl um die 20 Personen mit Kindern – sich ihren Weg suchen müssen. Dieser Weg führte sie in ein Land, dessen Sprache sie nicht verstehen, dessen Kultur ihnen fremd ist und das sie mit ungewohnt eisigen Temperaturen begrüßt. Es tat mir leid zu sehen, wie die Kinder vor Müdigkeit fast im Stehen einschliefen während ihre Eltern mit Husten zu kämpfen hatten.

Mein Resümee nach den ersten drei Wochen fällt also durchwachsen aus. Ich merke, dass mir der ganze Stress durch das Pendeln körperlich ziemlich zusetzt. Andererseits wird mir gerade durch den einen oder anderen Mitreisenden bewusst, dass meine Situation eigentlich nicht so schlimm ist. Aus diesem Grund sehe ich es mittlerweile gelassener, dass ich meinen Master wohl doch nicht in vier Semestern schaffen werde. Einerseits weil ich es nicht kann, da der Stress zu groß ist, und andererseits – das unterscheidet mich von so manchem anderen Passagier – weil ich es nicht muss.

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