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Studentenleben live

Eine russisch-orthodoxe Taufe

Vergangenes Wochenende war ich zu einer Taufe in Stuttgart eingeladen. Zwar liegt das von Freiburg aus gesehen nicht gerade um die Ecke, aber ich war noch nie zuvor bei einer Taufe und bei einer russisch-orthodoxen erst recht nicht. Es gab eine lange Zeremonie mit vielen Gesängen, Weihrauch und dem eigentlichen Highlight: dem Untertauchen des Kindes in heiligem Jordanwasser. Natürlich ist es schwierig, in unseren Breiten eine Schüssel voll Jordanwasser zu bekommen, aber immerhin ein paar Spritzer des heiligen Wassers konnte der Priester unter das (vermutlich) Stuttgarter Leitungswasser mischen. Danach wurde der kleine Täufling auch gefirmt. Das heißt, mit teuren Ölen gesalbt und dann mit einem Schwamm abgewaschen. Zu guter Letzt wurden ihm noch die ersten Haare abgeschnitten, um zu symbolisieren, dass er ab heute ein Sklave Christi sei, allen anderen gegenüber aber frei. Deshalb – so hat es der Priester für die vielen Gäste erklärt – waren ursprünglich bei einer orthodoxen Taufe die Eltern des Täuflings gar nicht anwesend, sondern haben den Kleinen erst nach der Zeremonie wieder in Empfang nehmen dürfen. Leider haben dem Kleinen weder Bad noch Salbung gefallen und er hat fast ohne Pause geweint. Aber wie soll er mit seinen zehn Wochen Lebenserfahrung auch verstehen, was plötzlich vor sich geht? Und eine erste Locke hatte er noch gar nicht, da musste dann die Taufpatin herhalten. Nach dem offiziellen Teil wurden kurzerhand Bierbänke und Tische in die Kirche getragen und es gab ein schönes gemeinsames Essen.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Nov 13, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Nov 13, 2015

Studentenleben live

Was tun, wenn der NC nicht reicht?

Durch meine Schwester und ihre beste Freundin bin ich in der letzten Zeit mit ziemlich vielen Leuten in Kontakt gekommen, die dieses Jahr anfangen haben zu studieren und bei deren Wunschfächern der Numerus Clausus (NC) ziemlich hoch war. Vor allem die Medizin- und Psychologie-Bewerber haben erzählt, dass sie Sorgen haben, keinen Studienplatz zu bekommen. Dabei haben sich drei Optionen herauskristallisiert, was sie tun, wenn ihr Notenschnitt für das gewünschte Fach nicht ausreicht.

1. Auf die Wartezeit hoffen. Statt direkt nach dem Abi zu studieren, gehen daher viele für ein Jahr ins Ausland, machen ein Freiwilliges Soziales Jahr, Praktika oder eine Ausbildung in einem Bereich, der mit ihrem Wunschstudienfach zu tun hat. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass man direkt schon Erfahrungen sammelt, die einem später nützen können. Diese Option finde ich vor allem dann super, wenn man nicht ganz sicher ist, ob ein Studium wirklich die richtige Wahl ist. Danach hat man auf jeden Fall mehr Lebenserfahrung, findet im Idealfall etwas über sich selbst heraus und vielleicht auch, was man wirklich machen möchte.

2. Alternativen finden. Für manche Berufe ist ein bestimmtes Studium Voraussetzung, aber um beispielsweise in die Medienbranche zu gehen, muss es nicht unbedingt „Kommunikations- und Medienwissenschaften“ sein, ein anderes Studienfach aus dem Bereich Sprach- und Gesellschaftswissenschaften führt häufig auch zum Ziel. Praktika sind in dieser Branche wichtiger als ein Abschluss in einem bestimmten Fach.

3. Etwas ganz anderes machen. Auf einer Party erzählte mir ein Mädchen, sie wolle eigentlich Psychologie studieren, aber falls ihr NC nicht reicht, wäre Germanistik auch okay. Eine andere hatte fest geplant, Medizin zu studieren – und macht jetzt Jura. Beide habe ich gefragt, warum sie ihren Traum denn so schnell aufgeben wollen, denn wenn sie eigentlich schon immer Ärztin oder Psychologin werden wollen und auch schon Praktika in den Bereichen absolviert haben, warum werfen sie den Traum beim ersten Widerstand weg?

Ich selbst bin bislang mit der zweiten Option sehr gut gefahren. Statt Medienwissenschaften hatte ich Soziologie als Ergänzungsfach und kann mir nicht vorstellen, dass „MeWi“ mich glücklicher gemacht hätte. Für Sozialwissenschaften auf Lehramt hat es bei mir ebenfalls nicht gereicht. Aber das hat meinen Ehrgeiz, stattdessen Mathe ernsthaft durchzuziehen, angespornt. Letztendlich bin ich froh, dass ich genau diesen Weg gegangen bin. Ich habe viel erlebt und bin mir jetzt umso sicherer, richtig zu liegen. Und seien wir mal ehrlich: Lebensläufe ohne Ecken und Kanten sind doch langweilig!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 12, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 12, 2015

Studentenleben live

Zurück in der Bibliothek

Und wieder einmal geht ein neues Trimester los. Ich war richtig schockiert, als mir klargeworden ist, dass ich jetzt schon im vierten Jahr bin! Ich erinnere mich noch haargenau daran, wie es war, im ersten Trimester durch die Uni zu laufen. Nach ein paar Wochen kannte ich fast jedes Gesicht, habe jeden gegrüßt, manchmal eine halbe Stunde gebraucht, um aus der Uni rauszukommen, weil ich überall noch ein Pläuschchen gehalten habe. In die Bibliothek bin ich nur in den Wochen kurz vor den Klausuren gegangen, sonst war für mich nach der letzten Vorlesung zwischen 16 und 17 Uhr immer Feierabend.

Und jetzt, nach vier Jahren kenne ich kaum noch Gesichter, kann ich in der Mensa nicht zuordnen, wer Jurist ist, und wer ein Physiker vom Campus nebenan. Nach meinem Auslandssemester habe ich irgendwie den Anschluss an die unteren Jahrgänge verloren. Immerhin komme ich jetzt schneller aus der Uni raus!

In der Bibliothek habe ich mich inzwischen häuslich eingerichtet, kenne meine Nachbarn um meinen Stammplatz schon richtig gut und lerne jeden Tag acht Stunden. Im Dezember schreibe ich meine Schwerpunktklausur – die erste Klausur, die wirklich zählt. Ich merke, dass es nun ernst wird.

Während ich früher noch gestöhnt habe, weil ich so viel lernen musste, macht es mir gerade erstaunlich wenig aus. Ich gewöhne mich an die Aufgaben und Herausforderungen, die ich habe. Außerdem schwebe ich noch auf dem Motivations-Hoch nach der Sommerakademie und finde sowieso, dass ich den bestmöglichen Schwerpunkt gewählt habe: Völkerrecht. Sind Terroristen an das Kriegsrecht gebunden? Wie behandelt man einen „failed state“? Wie kann man Produktionsbedingungen durch Völkerrecht verbessern? Meiner Meinung nach eine perfekte Kombination aus Jura und Politik.

Und ganz so eintönig, wie es sich vielleicht anhört, ist mein Alltag gar nicht. Da ist hier ein interessanter Vortrag über den arabischen Frühling, dort ein Grillen auf dem Campus mit den internationalen Austauschstudierenden. Und wenn ich mal einen Tag zu viel von der Uni habe, treffe ich immer zufällig eine Person, mit der ich ewig nicht mehr geredet habe, und mir fällt wieder auf, wie nett hier alle sind. Unterm Strich ist also alles super!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Nov 11, 2015