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Studentenleben live

Umweltpsychologie und Politik

Vor zwei Wochen war es wieder so weit: in Berlin fand der Kongress der IPU (Initiative Psychologie im Umweltschutz) statt. Dieses Wochenendseminar findet alle sechs Monate statt und dreht sich um Themen, die etwas mit Psychologie und Umweltschutz zu tun haben. Meistens fokussiert sich jedes Seminar auf ein Thema.

Das letzte Mal ging es um „Commons“ (zu Deutsch: Allmende – Gemeinschaftsbesitz abseits der aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzfläche). Wir haben darüber gesprochen, wie sich Dilemma lösen lassen, die entstehen, wenn viele Menschen Gemeingüter nutzen. Ein Beispiel wäre ein Dorf an einem See, in welchem jeder Fischer nur eine gewisse Menge an Fisch fangen darf, damit die Fischbestände nicht zu Grunde gehen. Wenn jeder sich an die Regel hält, geht es allen gut. Wenn aber ein Fischer mehr fischt, merkt das keiner. Diesem Fischer geht es besser, aber allen anderen geht es schlechter, weil der Fischbestand schrumpft. Solche und ähnliche Dilemma lassen sich auch gut auf CO2-Emissionen und andere relevante Themen übertragen. Wir haben auch von Leuten gehört, die in großen Gemeinschaften leben und vieles erfolgreich teilen. Wir haben darüber gesprochen, welche psychologischen Mechanismen für das Scheitern oder Funktionieren verantwortlich sind und darüber spekuliert, wie man intervenieren könnte.

Bei diesem Seminar in Berlin stand das Thema Politik im Vordergrund. Wir haben gehört, welche Berufschancen und Arbeitsfelder es für Umweltpsychologen in der Politik gibt. Es wird zum Beispiel von Umweltpsychologen im Auftrag der Regierung ein Gutachten erstellt, welches die Umwelt(schutz)einstellung der Bevölkerung erhebt.

In einem anderen Workshop haben wir über „nudging“ gesprochen – darüber wie Menschen bei Entscheidungen manipuliert werden. Beispielsweise beeinflusst das „product placement“ (die Produktplatzierung in Film- und Fernsehproduktionen), wie viel sie gekauft werden. Dürfte man sich nun als Umweltschützer solche Tricks auch zunutze machen – sollte man das dann sogar tun, um gegen konsumorientierte „Nudges“ vorzugehen, oder wäre das ethisch nicht vertretbar? Eine Lösung haben wir nicht gefunden, spannend war es aber trotzdem. Abends waren zwei Professoren und ein Gewerkschaftsführer von Verdi zu einer Diskussion über TTIP, TISA und CETA eingeladen.

Alles in allem war es ein sehr spannendes und inspirierendes Wochenende. Obwohl ich mich jedes Mal frage, ob ich wieder hinfahren will. Aber auch wenn ich sonst immer viel zu tun habe, lohnt es sich doch immer wieder.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2015
Autor: Maja
Rubrik: studium
Nov 25, 2015

Studentenleben live

Gefühlte Halbzeit

Seit nunmehr zwei Monaten rackere ich mich für das zweite Semester im Master Geoökologie ab. Das Pendeln zwischen meinem Wohnort Nürnberg und meinem Studienort Bayreuth wurde so anstrengend, dass ich Maßnahmen ergreifen muss, damit ich in zwei weiteren Monaten auch noch senkrecht stehe. Folgende Dinge bin ich zur Stressprävention angegangen:

 

  • Ich lasse nun je nach Gemütszustand die Vorlesung montagabends weg und versuche stattdessen Vorlesungsunterlagen zu wälzen.
  • Da ich das Talent habe, mit wirklich jedem Menschen, der mir begegnet, ein Gespräch über Gott und die Welt anzufangen, versuche ich damit kürzer zu treten und mich nur noch auf solche „Sinn des Lebens“-Gespräche einzulassen, in die ich hineingezwungen werde.
  • Mein Mann bringt mir verschiedene Praktiken der Meditation bei. Dazu gehören Mandala malen und Atemübungen, die ich mit liturgischen Gebeten verbinde. Diese Atemübungen funktionieren bei mir unglaublich gut, was mich total freut und beruhigt.
  • Ich trinke nur noch sehr selten Kaffee. Tees werden meiner Meinung nach in Deutschland eindeutig unterschätzt.
  • Ich versuche meine Beteiligung im Haushalt auf ein Minimum zu beschränken.
  • Ich muss etwas an meinem Arbeitspensum ändern, daher werde ich wohl die große Fall-Klausur im Öffentlichen Recht, bei der ich ein juristisches Gutachten erstellen muss, auf nächstes Wintersemester verschieben.

Der letzte Punkt fällt mir noch schwer. Gerade weil ich pendle, habe ich gehofft, schon dieses Semester möglichst viele Prüfungen zu schaffen. Mir fällt es schwer zu akzeptieren, dass mir das Ganze aber zu sehr an die Substanz geht. Schließlich würde das im Ernstfall bedeuten, dass ich in der ersten Februarwoche sechs Klausuren schreiben müsste, davon jeweils zwei am gleichen Tag.

Ich werde darüber im Zug noch etwas Meditieren: „Jesus Christus (einatmen) – Erbarm dich meiner (ausatmen)“. Also ihr da draußen, immer schon gechillt bleiben.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 25, 2015

Studentenleben live

Kinderhelden

In den Semesterferien hatte ich wohl zu viel Ruhe und Zeit für mich und das machte mich irgendwie ein bisschen melancholisch, also schmiedete ich tausend Pläne, was ich alles machen könnte, damit es mir nach Semesterstart nicht genauso gehen würde. Vielleicht habe ich dabei ein bisschen vergessen, dass es im Semester durchaus mehr zu tun gibt, als in den Ferien, und habe mir tatsächlich ein bisschen viel vorgenommen. So habe ich nun zum Babysitten noch zwei anderen Jobs, gehe immer noch einmal in der Woche zum Klavierunterricht und fange bald mit ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe an.

Im Verein „Kinderhelden“ in Stuttgart war ich schon ein Jahr lang Schulmentorin für ein griechisches Mädchen. Ich traf mich einmal in der Woche mit ihr, um ihr ein bisschen bei den Hausaufgaben zu helfen, etwas zu unternehmen und ihr mit all ihren Problemen zu helfen. Seit diesem Jahr wird nun zusätzlich ein Programm für Flüchtlingskinder angeboten – dabei darf ich also nicht nur meine menschlichen, sondern auch meine Deutschlehrer- und Tourguide-Qualitäten unter Beweis stellen, zumal Sprache und Integration meiner Meinung nach natürlich am nützlichsten sind, um den Kindern zu helfen, in ihrer neuen Stadt anzukommen. Witzig ist, dass ich auch vorhabe, nach Stuttgart zu ziehen und mich selbst nicht so gut auskenne – wir können somit also gemeinsam unsere neue Stadt erkunden.

Vergangenen Freitag habe ich meinen kleinen Schützling zum ersten Mal gesehen und freue mich nun unglaublich auf unsere gemeinsame Zeit. Taya ist ein zwölfjähriges syrisches Mädchen, das mit seinem Bruder, seinen Eltern und ein paar Onkeln, Tanten und Cousinen nach Deutschland gekommen ist. Momentan ist sie noch in der Vorbereitungsklasse, aber ich war überrascht, wie viel sie schon versteht und auch selbst sprechen kann. Mit ihren Eltern werde ich hoffentlich englisch sprechen können. Aber erst einmal freue ich mich auf unser nächstes Treffen. Da ich sie in ihrer Unterkunft abhole, werde ich vielleicht sogar die Möglichkeit haben, ihre Eltern kurz kennenzulernen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 23, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 23, 2015