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Studentenleben live

Kinderhelden

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

23.11.2015

In den Semesterferien hatte ich wohl zu viel Ruhe und Zeit für mich und das machte mich irgendwie ein bisschen melancholisch, also schmiedete ich tausend Pläne, was ich alles machen könnte, damit es mir nach Semesterstart nicht genauso gehen würde. Vielleicht habe ich dabei ein bisschen vergessen, dass es im Semester durchaus mehr zu tun gibt, als in den Ferien, und habe mir tatsächlich ein bisschen viel vorgenommen. So habe ich nun zum Babysitten noch zwei anderen Jobs, gehe immer noch einmal in der Woche zum Klavierunterricht und fange bald mit ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe an.

Im Verein „Kinderhelden“ in Stuttgart war ich schon ein Jahr lang Schulmentorin für ein griechisches Mädchen. Ich traf mich einmal in der Woche mit ihr, um ihr ein bisschen bei den Hausaufgaben zu helfen, etwas zu unternehmen und ihr mit all ihren Problemen zu helfen. Seit diesem Jahr wird nun zusätzlich ein Programm für Flüchtlingskinder angeboten – dabei darf ich also nicht nur meine menschlichen, sondern auch meine Deutschlehrer- und Tourguide-Qualitäten unter Beweis stellen, zumal Sprache und Integration meiner Meinung nach natürlich am nützlichsten sind, um den Kindern zu helfen, in ihrer neuen Stadt anzukommen. Witzig ist, dass ich auch vorhabe, nach Stuttgart zu ziehen und mich selbst nicht so gut auskenne – wir können somit also gemeinsam unsere neue Stadt erkunden.

Vergangenen Freitag habe ich meinen kleinen Schützling zum ersten Mal gesehen und freue mich nun unglaublich auf unsere gemeinsame Zeit. Taya ist ein zwölfjähriges syrisches Mädchen, das mit seinem Bruder, seinen Eltern und ein paar Onkeln, Tanten und Cousinen nach Deutschland gekommen ist. Momentan ist sie noch in der Vorbereitungsklasse, aber ich war überrascht, wie viel sie schon versteht und auch selbst sprechen kann. Mit ihren Eltern werde ich hoffentlich englisch sprechen können. Aber erst einmal freue ich mich auf unser nächstes Treffen. Da ich sie in ihrer Unterkunft abhole, werde ich vielleicht sogar die Möglichkeit haben, ihre Eltern kurz kennenzulernen.

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