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Studentenleben live

Gefühlte Halbzeit

Seit nunmehr zwei Monaten rackere ich mich für das zweite Semester im Master Geoökologie ab. Das Pendeln zwischen meinem Wohnort Nürnberg und meinem Studienort Bayreuth wurde so anstrengend, dass ich Maßnahmen ergreifen muss, damit ich in zwei weiteren Monaten auch noch senkrecht stehe. Folgende Dinge bin ich zur Stressprävention angegangen:

 

  • Ich lasse nun je nach Gemütszustand die Vorlesung montagabends weg und versuche stattdessen Vorlesungsunterlagen zu wälzen.
  • Da ich das Talent habe, mit wirklich jedem Menschen, der mir begegnet, ein Gespräch über Gott und die Welt anzufangen, versuche ich damit kürzer zu treten und mich nur noch auf solche „Sinn des Lebens“-Gespräche einzulassen, in die ich hineingezwungen werde.
  • Mein Mann bringt mir verschiedene Praktiken der Meditation bei. Dazu gehören Mandala malen und Atemübungen, die ich mit liturgischen Gebeten verbinde. Diese Atemübungen funktionieren bei mir unglaublich gut, was mich total freut und beruhigt.
  • Ich trinke nur noch sehr selten Kaffee. Tees werden meiner Meinung nach in Deutschland eindeutig unterschätzt.
  • Ich versuche meine Beteiligung im Haushalt auf ein Minimum zu beschränken.
  • Ich muss etwas an meinem Arbeitspensum ändern, daher werde ich wohl die große Fall-Klausur im Öffentlichen Recht, bei der ich ein juristisches Gutachten erstellen muss, auf nächstes Wintersemester verschieben.

Der letzte Punkt fällt mir noch schwer. Gerade weil ich pendle, habe ich gehofft, schon dieses Semester möglichst viele Prüfungen zu schaffen. Mir fällt es schwer zu akzeptieren, dass mir das Ganze aber zu sehr an die Substanz geht. Schließlich würde das im Ernstfall bedeuten, dass ich in der ersten Februarwoche sechs Klausuren schreiben müsste, davon jeweils zwei am gleichen Tag.

Ich werde darüber im Zug noch etwas Meditieren: „Jesus Christus (einatmen) – Erbarm dich meiner (ausatmen)“. Also ihr da draußen, immer schon gechillt bleiben.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 25, 2015

Studentenleben live

Kinderhelden

In den Semesterferien hatte ich wohl zu viel Ruhe und Zeit für mich und das machte mich irgendwie ein bisschen melancholisch, also schmiedete ich tausend Pläne, was ich alles machen könnte, damit es mir nach Semesterstart nicht genauso gehen würde. Vielleicht habe ich dabei ein bisschen vergessen, dass es im Semester durchaus mehr zu tun gibt, als in den Ferien, und habe mir tatsächlich ein bisschen viel vorgenommen. So habe ich nun zum Babysitten noch zwei anderen Jobs, gehe immer noch einmal in der Woche zum Klavierunterricht und fange bald mit ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe an.

Im Verein „Kinderhelden“ in Stuttgart war ich schon ein Jahr lang Schulmentorin für ein griechisches Mädchen. Ich traf mich einmal in der Woche mit ihr, um ihr ein bisschen bei den Hausaufgaben zu helfen, etwas zu unternehmen und ihr mit all ihren Problemen zu helfen. Seit diesem Jahr wird nun zusätzlich ein Programm für Flüchtlingskinder angeboten – dabei darf ich also nicht nur meine menschlichen, sondern auch meine Deutschlehrer- und Tourguide-Qualitäten unter Beweis stellen, zumal Sprache und Integration meiner Meinung nach natürlich am nützlichsten sind, um den Kindern zu helfen, in ihrer neuen Stadt anzukommen. Witzig ist, dass ich auch vorhabe, nach Stuttgart zu ziehen und mich selbst nicht so gut auskenne – wir können somit also gemeinsam unsere neue Stadt erkunden.

Vergangenen Freitag habe ich meinen kleinen Schützling zum ersten Mal gesehen und freue mich nun unglaublich auf unsere gemeinsame Zeit. Taya ist ein zwölfjähriges syrisches Mädchen, das mit seinem Bruder, seinen Eltern und ein paar Onkeln, Tanten und Cousinen nach Deutschland gekommen ist. Momentan ist sie noch in der Vorbereitungsklasse, aber ich war überrascht, wie viel sie schon versteht und auch selbst sprechen kann. Mit ihren Eltern werde ich hoffentlich englisch sprechen können. Aber erst einmal freue ich mich auf unser nächstes Treffen. Da ich sie in ihrer Unterkunft abhole, werde ich vielleicht sogar die Möglichkeit haben, ihre Eltern kurz kennenzulernen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 23, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 23, 2015

Studentenleben live

Fahrradstadt

Meinen Führerschein habe ich vor fast fünf Jahren bestanden. Zu Hause brauche ich ihn auch ziemlich häufig, denn ab acht Uhr abends fahren in der Kleinstadt kaum noch Busse, für Fahrrad und Füße spürt man für meinen Geschmack zu sehr die Nähe zum Bergischen Land. Um zu Freunden zu kommen, die mehr als fünf Minuten entfernt wohnen, oder bei den üblichen Treffen in der Innenstadt nehme ich deshalb lieber den fahrbaren Untersatz. Das ist bequemer, schneller und meine Freunde freuen sich, wenn ich sie später noch nach Hause fahren kann.

In Düsseldorf waren die Öffentlichen Verkehrsmittel mein hauptsächliches Fortbewegungsmittel. Ich finde, ein Auto in der Großstadt ist keine gute Idee, sobald man die ruhigeren Wohngebiete verlässt. Doch dafür, mich ausschließlich mit eigener Muskelkraft fortzubewegen, ist mir die Stadt einfach viel zu groß und bei so vielen Bahnen und Bussen komme ich selbst nachts um vier Uhr noch nach Hause – das Semesterticket macht es auch kostenlos möglich.

In Bonn bewege ich mich nun fast ausschließlich mit dem Fahrrad von A nach B. Selbst zur Mathematischen Fakultät, die zu Fuß keine fünf Minuten entfernt ist, fahre ich mit dem Drahtesel – zu den neuen Unifreunden, ins Kino oder zum Unihauptgebäude in der Innenstadt sowieso. Die Stadt ist flach, fahrradfreundlich und langsam merke ich sogar, dass sich meine Kondition etwas verbessert hat – beim wöchentlichen Ausflug zum Haus der Geschichte in der gemeinsamen Freistunde halte ich mittlerweile das Tempo meiner Unifreunde und muss nicht auf jede Ampel hoffen, an der ich sie einholen kann. Als Fahrradstadt ist Bonn wirklich auch gut geeignet, denn es gibt überall Fahrradwege und zusätzliche Rechte – als Fahrradfahrer darf man beispielsweise auch falsch herum in die meisten Einbahnstraßen fahren. Die Autofahrer sind auch darauf eingestellt, dass jeder zweite Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern durch die Gegend strampelt und nehmen daher mehr Rücksicht als in meinem Heimatort, wo es eben nicht so viele Radfahrer gibt.

So gut ausgebaute Radfahrmöglichkeiten haben eigentlich nur Vorteile: Man bleibt fit und umweltfreundlich ist es sowieso. Wenn ich "groß" bin, kaufe ich mir bestimmt mal ein Auto – momentan finde ich mein Fahrrad aber ehrlich gesagt ziemlich super.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 23, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 23, 2015