interaktiv

Studentenleben live

Treffen junger Autoren - Teil 2

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

02.12.2015

Ich habe Kofferpacken schon immer gehasst und so lange wie möglich aufgeschoben, also begann ich auch diesmal erst um 23 Uhr am Vortag meiner Reise, beinahe wahllos und willkürlich irgendwelche Kleidungsstücke in den viel zu großen Rollkoffer zu befördern. Eigentlich wollte ich mit meinem neuen Backpacker-Rucksack nach Berlin reisen, weil er so praktisch und schön zu tragen ist, weil man damit immer nach einer Selbstfindungsreise aussieht und weil er 200 Euro gekostet hat und ihn so oft wie möglich nutzen wollte. Aber für unkoordiniertes Spontanpacken finde ich Koffer einfach besser geeignet.

Dann ging es los. Ich habe nach Jahren der erfolglosen Teilnahme am Bundeswettbewerb für junge Autoren endlich einmal gewonnen und durfte zu einem Workshop nach Berlin fahren. Als ich die Kassenhalle der Berliner Festspiele betrat, wurde ich von einem anderen Gewinner mit der Frage, was ich denn für Allergien hätte, begrüßt und damit hatten wir direkt eine gemeinsame Basis. Vermutlich sind Autoren alle ein bisschen komisch. Es ging direkt skurril weiter: In einem Kennenlernspiel wurden unsere Handynummern untereinander verlost und jeder musste der gezogenen Nummer ein Foto schicken, zu dem es eine Geschichte gab. Danach sollten wir sowohl zum eigenen Bild die wahre Geschichte, als auch zum erhaltenen Bild eine erdachte Geschichte aufschreiben. Am Ende sollten wir raten, welche der beiden Geschichten jeweils die richtige ist – so haben wir schon einmal einen Einblick in das Leben der anderen und in ihre Schreibstile erhalten.

Am Tag darauf durften wir unsere Texte aus dem Vorentscheid öffentlich lesen und den Abend mit einem Sektempfang und einem riesigen Buffet ausklingen lassen. Die nächsten Tage fand ich nicht mehr so spannend. Ich hatte einfach mit viel mehr Workshop-Angeboten gerechnet. Letztendlich war ich nämlich nur an einem einzigen Vormittag in einem Erzählworkshop und sonst nur bei Textdiskussionen und beim Lektorat.

Was ich aber sehr bereichernd fand, war der Austausch mit den anderen Gewinnern – größtenteils sehr interessanten Menschen, die ich auf einem anderen Weg vermutlich niemals kennengelernt hätte. Es ist natürlich schade, dass wir nach fünf Tagen wieder getrennt wurden. Durch eine riesige Facebook-Gruppe sind wir aber immerhin ein bisschen vernetzt. Und ich kann mich auch in Zukunft zum Beispiel als Bloggerin auf einem der kommenden Treffen sehen lassen.

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