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Studentenleben live

Treffen junger Autoren - Teil 2

Ich habe Kofferpacken schon immer gehasst und so lange wie möglich aufgeschoben, also begann ich auch diesmal erst um 23 Uhr am Vortag meiner Reise, beinahe wahllos und willkürlich irgendwelche Kleidungsstücke in den viel zu großen Rollkoffer zu befördern. Eigentlich wollte ich mit meinem neuen Backpacker-Rucksack nach Berlin reisen, weil er so praktisch und schön zu tragen ist, weil man damit immer nach einer Selbstfindungsreise aussieht und weil er 200 Euro gekostet hat und ihn so oft wie möglich nutzen wollte. Aber für unkoordiniertes Spontanpacken finde ich Koffer einfach besser geeignet.

Dann ging es los. Ich habe nach Jahren der erfolglosen Teilnahme am Bundeswettbewerb für junge Autoren endlich einmal gewonnen und durfte zu einem Workshop nach Berlin fahren. Als ich die Kassenhalle der Berliner Festspiele betrat, wurde ich von einem anderen Gewinner mit der Frage, was ich denn für Allergien hätte, begrüßt und damit hatten wir direkt eine gemeinsame Basis. Vermutlich sind Autoren alle ein bisschen komisch. Es ging direkt skurril weiter: In einem Kennenlernspiel wurden unsere Handynummern untereinander verlost und jeder musste der gezogenen Nummer ein Foto schicken, zu dem es eine Geschichte gab. Danach sollten wir sowohl zum eigenen Bild die wahre Geschichte, als auch zum erhaltenen Bild eine erdachte Geschichte aufschreiben. Am Ende sollten wir raten, welche der beiden Geschichten jeweils die richtige ist – so haben wir schon einmal einen Einblick in das Leben der anderen und in ihre Schreibstile erhalten.

Am Tag darauf durften wir unsere Texte aus dem Vorentscheid öffentlich lesen und den Abend mit einem Sektempfang und einem riesigen Buffet ausklingen lassen. Die nächsten Tage fand ich nicht mehr so spannend. Ich hatte einfach mit viel mehr Workshop-Angeboten gerechnet. Letztendlich war ich nämlich nur an einem einzigen Vormittag in einem Erzählworkshop und sonst nur bei Textdiskussionen und beim Lektorat.

Was ich aber sehr bereichernd fand, war der Austausch mit den anderen Gewinnern – größtenteils sehr interessanten Menschen, die ich auf einem anderen Weg vermutlich niemals kennengelernt hätte. Es ist natürlich schade, dass wir nach fünf Tagen wieder getrennt wurden. Durch eine riesige Facebook-Gruppe sind wir aber immerhin ein bisschen vernetzt. Und ich kann mich auch in Zukunft zum Beispiel als Bloggerin auf einem der kommenden Treffen sehen lassen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Dec 2, 2015
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Dec 2, 2015

Studentenleben live

Was ist wichtig?

Den Alltag erlebe ich mit schwerer Literatur unter dem einen und Laptop unter dem anderen Arm. Von der Vorlesung geht’s in die Bibliothek, von der Bibliothek zum Sport und von da aus ins Bett, um für den nächsten Tag wieder fit zu sein. Jede Minute ist verplant mit Lernen, „aktiver“ Entspannung, Freunde treffen, Aufgaben des Alltags. Da bleibt mir wenig Zeit, um innezuhalten und ein bisschen über das Leben zu reflektieren.

Rausgerissen aus dem Alltag werde ich regelmäßig durch zwei Sachen: Erstens gibt es die „Law Clinic“, in der Studierende zusammen mit Anwälten eine ehrenamtliche Rechtsberatung anbieten. Bei der letzten Beratung war eine äußerst kompetente Sozialberaterin bei uns und ließ sich von dem Anwalt an meiner Seite beraten. Sie beeindruckte mich durch wahnsinnige Sachkompetenz, eine sehr schnelle Auffassungsgabe und Sprachkenntnisse in mindestens vier Fremdsprachen. Aber einem Anschreiben an den Arbeitgeber eines ihrer Klienten, der von ihr als Sozialarbeiterin kommt, wird wenig Beachtung geschenkt – und so muss sie den Rechtsanwalt bitten, diesen Brief aufzusetzen. Dabei wurde mir bewusst, mit was für essentiellen Problemen andere Menschen zu kämpfen haben. Ich bekam einen Einblick in die Welt der Arbeitgeber und in die der Arbeitnehmer, die um jeden Euro kämpfen müssen.

Zweitens finde ich Ablenkung vom Alltag durch die Vortragsreihe „Was ist wichtig“, in der ein Professor regelmäßig in kleiner Runde eindrucksvolle Bekannte von ihm einlädt, um darüber zu reden, was in ihrem Leben wichtig ist. Bei der letzten Veranstaltung erzählte die derzeitige Pastorin der St. Michaelis-Kirche in Hamburg (dem guten, alten Michel) von ihrem Werdegang und den Herausforderungen in ihrem Leben. Sie berichtete von ihrer Doppelrolle als Pastorin, die allzeit verfügbar sein soll, und der Mutter und Ehefrau, die Zeit mit ihrer Familie verbringen will. Kritische Fragen beantwortete sie ruhig und bedacht. Aufrichtig erzählte sie von schwierigen Zeiten in ihrem Leben und persönlichen Momenten, in denen sie auch ins Zweifeln gekommen ist. Sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und die die gesamte Zuhörerschaft mit ihrer authentischen und ruhigen Art in ihren Bann gezogen hat. Ich empfinde die Vortragsreihe als ein Durchatmen vom akademischen Alltag und eine Inspiration und Rückbesinnung auf das, was im Leben wirklich zählt.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Dec 1, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Dec 1, 2015

Studentenleben live

Nur noch fünf Wochen

In circa fünf Wochen geht es schon los. Die Zeit vergeht einfach so schnell und es gilt immer noch einiges vorzubereiten. Momentan kümmere ich mich um das sogenannte „Learning Agreement“. Dieses Dokument ist sehr wichtig, um sich die im Ausland erbrachten Leistungen auch an der eigenen Hochschule in Deutschland anrechnen lassen zu können. Dank der Einführung des „European Credit Transfer System“ funktioniert das ganz einfach. Dadurch kann ich mir die Kurse, die ich in Oslo belegen werde, vollständig anrechnen lassen – vorausgesetzt, ich bestehe sie auch. Um mir die Genehmigung für die Anrechnung einzuholen, muss ich in einem Formular, dem Learning Agreement, Kurse meiner deutschen Hochschule angeben, die inhaltlich in etwa den Kursen in Oslo entsprechen. Dieses Formular muss ich mir dann von einem Verantwortlichen der Hochschule unterschreiben lassen, damit die Anrechnung gesichert ist. Für die Förderung durch das Erasmus-Programm muss ich mindestens 15 ECTS Punkte in Norwegen erreichen. Wenn ich diese Vorgabe nicht erfülle, bekomme ich keinen Mobilitätszuschuss. Aber ich denke, ich werde das locker schaffen.

Ansonsten kann ich das Erasmus-Programm sehr empfehlen. Durch diese Förderung der Europäischen Union bekomme ich ein gutes Taschengeld für meine Reise. Ich erhalte pro Monat einen festen Betrag, der sich je nach Land unterscheidet, mindestens aber 150 Euro. 70 Prozent der Gesamtsumme bekomme ich dabei schon vor dem Reiseantritt, die restlichen 30 Prozent aber erst wenn ich wieder Zuhause bin. Und auch die Studiengebühren in Oslo bleiben mir dadurch erspart. Das erleichtert mir die Finanzierung des Aufenthalts schon enorm.

Trotzdem werden meine Freundin und ich uns überlegen, ob wir zudem in Oslo noch ein bisschen jobben werden. Schließlich ist das Preisniveau doch deutlich höher als in Deutschland. Wir werden sehen, denn wir haben schon oft gehört, dass bei vielen Jobs Norwegisch-Kenntnisse gefordert sind, die wir ja leider nicht haben.

Autor: Nicole  |  Rubrik: studium  |  Nov 27, 2015
Autor: Nicole
Rubrik: studium
Nov 27, 2015