interaktiv

Studentenleben live

(N)Olympi(j)a

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

07.12.2015

Hamburg geht wählen für Olympia – und diesmal war ich nicht (nur) auf der Wählerseite dabei, sondern auch hinter den Kulissen: Ich habe beim Wahlvorgang geholfen! Schon als ich selbst gewählt habe, hatte ich das Gefühl, dass so ein Volksentscheid etwas ganz anderes ist als eine Bundestagswahl. Und tatsächlich waren viele emotionale Wähler dabei, die gar nicht abwarten konnten, in die Wahlkabine zu gehen und ein markantes Kreuz zu setzen – die auffallendsten fanden sich bei „Nein“.

Nicht nur durch die emotionalen Wähler war der gesamte Wahlvorgang überraschend spannend. In meiner Schicht von 13 -18 Uhr gab es fast keine freie Minute, denn es kam ein ständiger Strom an Menschen, die vom System der Demokratie Gebrauch gemacht haben. Ich fand es sehr interessant, diese Menschen zu erleben: Ein paar waren organisiert bis in die Haarspitzen, ein paar waren total verplant. Es kamen Familien, Einzelpersonen, Studierende, Rentner und kleine Kinder, die neugierig hinter die Pappscheiben guckten. Mal gab es nette, mal eher abweisende Gesichter; mal einen kleinen Small Talk, mal wurde kein Wort gewechselt. Und trotzdem atmeten wir alle um Punkt 18 Uhr durch, weil wir endlich nicht mehr die immer gleichen Sätze herunterleiern mussten: „Hier ist ihr Wahlzettel. Wenn Sie ein Kreuz gesetzt haben, bitte den Zettel knicken und mit diesen beiden Dokumenten zu den Kollegen da drüben gehen.“

Und dann wurde es wirklich spannend: Das Auszählen stand an. Mit dem Vieraugen-Prinzip wurden jeder Stimmzettel und der korrelierende Wahlberechtigungs-Bogen gezählt. Die Spannung stieg, als beide Ergebnisse fest standen. Gleich beim ersten Mal stimmte auch die Gegenprobe – fast 800 Menschen sind bei uns wählen gegangen! Dann wurden die Ja-, Nein- und ungültigen Stimmen sortiert, bevor auch diese streng ausgezählt wurden. Hier hatten wir weniger Glück – eine Stimme war falsch, daher mussten wir erneut zählen, aber auch da war der Fehler schnell gefunden. Dann hatten wir unser Ergebnis – unser Wahlbezirk ist gegen Olympia – und wie sich ein bisschen später herausstellte, der Rest von Hamburg auch.

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