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Studentenleben live

Die Gretchenfrage im Advent

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind und mit ihm der Geschenkestress. Und jedes Jahr überlege ich, ob es nicht besser wäre, diesem Konsumwahn irgendwie zu entkommen. Ich könnte für alle Verwandten und Freunde Geschenke selbst basteln – wenn ich etwas mehr künstlerische Begabung hätte, wäre das vielleicht eine Option. Aber meist scheitert diese Variante sowieso an Zeitmangel, Begabung hin oder her. Also doch lieber durch die Kaufhäuser rennen oder den virtuellen Markt im Internet durchstöbern? Oder doch einfach einen Gutschein besorgen?

Es soll ja Familien geben, in denen alle beschlossen haben, sich nichts mehr zu schenken, sondern lieber zu spenden. Sei es nun ans lokale Tierheim, UNICEF oder krebskranke Kinder. Alle können das Geld besser gebrauchen als wir, da wir uns ja alles Nötige kaufen können. Und außerdem werden viele Studierende das ganze Jahr über von ihren Eltern finanziell unterstützt, das ist doch dann schon Geschenk genug.

Diese Einstellung ist einerseits sehr vorbildlich: lieber an andere denken, die wirklich bedürftig sind, statt Dinge zu kaufen, die niemand braucht. Am wenigsten der oder die Beschenkte. Jeder kennt diese gut gemeinten, aber völlig unpassenden Geschenke. Damit wäre ein für alle Mal Schluss. Und gleichzeitig könnte man eine schöne ruhige Adventszeit haben, so wie sie eigentlich gedacht ist.

Es gibt bestimmt Menschen, die sich von allen Trends losmachen und nach diesen Prinzipien leben. Trotzdem werde ich den Verdacht nicht los, dass bei vielen Bescherungsverweigerern weder die Barmherzigkeit und die Besinnlichkeit in der Adventszeit noch die Kritik an der Konsumgesellschaft der eigentliche Grund für die Enthaltsamkeit sind. Ich finde, vielmehr handelt es sich dabei einfach oft nur um Faulheit. Viele haben keine Lust, sich rechtzeitig überlegen zu müssen, womit man jemandem eine Freude machen könnte. Sie machen stattdessen allen, die sich Gedanken um ihre Mitmenschen machen und Geschenke kaufen, ein schlechtes Gewissen.

Vielleicht macht es diesen Menschen aber einfach auch keinen Spaß zu schenken. Schade eigentlich, denn wenn man etwas gefunden hat, worüber sich die andere Person freut, dann kann Schenken wirklich schön sein. Und Dinge geschenkt zu bekommen eigentlich auch.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Dec 22, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Dec 22, 2015

Studentenleben live

Mit Vorurteilen aufgeräumt

In den letzten Tagen konnte ich zwei meiner Vorurteile abbauen. Das erste betraf eine sprachliche Verwirrung. Mein Freund kommt aus den Niederlanden und da wir eine Fernbeziehung führen, besuche ich ihn dort häufiger. Dabei wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass das Land „Die Niederlande” genannt wird und nicht „Holland“, wie es in Deutschland häufig verbreitet ist. Holland ist nämlich nur eine Provinz der Niederlande. Die Niederlande sind im Ausland auch als Holland bekannt, da sich die Provinz Holland im Mittelalter zur wohlhabendsten Provinz des Landes entwickelt hatte.

Mein zweites Vorurteil betrifft Videospiele. Ich bin mit der Vorstellung aufgewachsen, Videospiele würden aggressiv und dumm machen und man stumpfe dadurch emotional ab. Von den angeblichen Augenschäden ganz zu schweigen. Bis ich neulich eine Studie in die Hände bekam, die herausfand, dass sich Farbwahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit von Leuten, die Videospiele spielen, eher verbessern.

Letzte Woche habe ich das erste Mal selbst ein Videospiel gespielt und musste alle meine Vorurteile revidieren. Aggressiv machte mich das Spielen kein bisschen, nur innerlich ruhig oder sehr gut gelaunt. Außerdem fühlte ich mich dabei aus irgendeinem Grund wunderbar lebendig und es machte einfach einen Heidenspaß. Und zu dem Fakt, dass Videospiele dumm machen: Mitunter verlangen sie meiner Meinung nach eine ungeheure Koordinations-, Reaktions-, Organisations- sowie Kommunikationsfähigkeit und eine gehörige Portion Kreativität. Es wird bestimmt nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung werden, aber ich habe definitiv ein neues Hobby.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Dec 21, 2015
Autor: Nele
Rubrik: studium
Dec 21, 2015

Studentenleben live

Die Kölner Schäl Sick

Köln. Was für eine wahnsinnig tolle Stadt! Wie ich schon im letzten Blog erzählte, wurde ich gemeinsam mit einer Freundin an der Hochschule für Musik und Tanz angenommen. Wir fanden eine schöne Wohnung, zu zweit auf 70 Quadratmeter – keine Selbstverständlichkeit bei dem Wohnungsandrang in Köln. Die Wohnung war im Stadtteil Humboldt-Gremberg, also auf der Schäl Sick, der rechtsrheinisch gelegenen Seite.

Zu der Aufregung des ersten Umzugs und der großen, wilden Stadt gesellte sich bald meine Nervosität vor dem ersten Tag an der Uni dazu. Mein Stundenplan sah in den ersten Semestern immer sehr ähnlich und recht verschult aus: morgens um 8.30 Uhr eine Stunde Pilates oder Gyrokinesis (eine ganzkörperliche Flexibilitäts- und Körperbewusstseinstechnik) und danach Tanztraining bei unterschiedlichen Professoren. Nach einer einstündigen Mittagspause ging es nachmittags mit Musiktheorie, Tanzwissenschaft oder ähnlichem weiter und meistens gab es danach noch eine Trainingseinheit. Puh! Das klingt erstmal nach einer Menge Arbeit, aber bei dem Spaß, den die ersten Wochen brachten, vergingen die Wochen wie im Flug. Da wir nur 16 Leute in einer Klasse waren und alle Unterrichtseinheiten gemeinsam bestritten, wurden wir im Nu richtig gute Freunde. Die Gruppe war kunterbunt: zwei Jungs aus der Breakdance Szene, einer aus der Tanztheater Szene in Berlin, eine Südkoreanerin, ein Amerikaner, eine Türkin, ein Chinese, drei Mädels mit viel Balletterfahrung, zwei Mädels von einer zeitgenössischen Schule aus Barcelona, zwei Mädels aus Dresden, meine Mitbewohnerin und ich. Oft gingen wir abends noch zusammen etwas essen, auf ein Konzert oder in ein Bar. Trotzdem war es natürlich auch anstrengend und nach einem vollen Trainingstag war ich immer auch froh, ins Bett zu fallen. Viel Zeit, um die Wohnung einzurichten, blieb da nicht, geschweige denn sich anderen Hobbys zu widmen, und so merkte ich nach einem Semester, wie sehr sich mein Alltag und mein Leben durch das Studium verändert hatten.

Die erste Prüfungsphase kam: eine Prüfung in jedem Fach und eine Hausarbeit. Neben dem Training an einer Arbeit in Tanzgeschichte zu schreiben, fiel mir schwer, also blieben nur die Wochenenden dafür. Mal nach Hause fahren oder Besuch bekommen war dann nicht mehr möglich. Die Vorweihnachtszeit war stressig, meine Bücher stapelten sich auf dem Nachtschrank und meine Musikanlage verstaubte. Ich war völlig in die Welt des Tanzstudiums eingesaugt worden.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  Dec 17, 2015
Autor: Mila
Rubrik: studium
Dec 17, 2015