Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Die kleinen Dinge

Manchmal gibt es Tage, an denen ich merke, dass das eigene Leben doch sehr wohlbehütet ist, und dass es vielleicht manchmal doch einen tieferen Sinn gibt, in dem etwas passiert. So ein Tag war neulich: Nach der Analysis-Vorlesung saß ich mit ein paar Freunden noch im Vorraum des Hörsaals, um die Übungsblätter zu erledigen. Es war nach acht Uhr, als wir schließlich im Regen bei unseren Fahrrädern standen und überlegten, ob wir noch zusammen bei einem von uns den Abend ausklingen lassen sollten. Aber kam es nicht. Während wir zusammen standen, kam nämlich eine Frau um die Ecke, die mitten auf dem Weg plötzlich zusammenbrach und nicht mehr alleine aufstehen konnte.

Sie hatte wohl etwas getrunken, dazu Medikamente genommen und seit einiger Zeit schon nichts mehr gegessen, weswegen wir den Krankenwagen riefen und ihr Spekulatius – das einzige Essen, das wir dabei hatten – gaben. Zwei Krankenpfleger nahmen sie mit in den Wagen, untersuchten sie, während wir sicherheitshalber abwarteten und uns im Regen stehend fragten, wie es dazu kommt, dass jemand das Haus verlässt und eine ziemlich weite Strecke allein hinter sich bringen will, obwohl es ihm nicht gut geht.

Die Frau wollte nicht mit dem Krankenwagen mitfahren, die Krankenpfleger sagten uns auf Nachfrage, man könne sie nicht dazu zwingen mitzufahren. Wir waren unsicher, ob die Frau es schaffen würde und folgten ihr daher erst einmal, nur um zu sehen, dass sie ein paar hundert Meter weiter erneut zusammenbrach. Der Notarzt wollte kein zweites Mal kommen, darum riefen wir der Frau ein Taxi, das sie nach Hause bringen sollte und warteten mit ihr, bis das Taxi kam.

Letztendlich war ich erst nach zehn Uhr zu Hause und bis ich mich nicht mehr wie ein Eisklumpen fühlte, dauerte es eine Kanne Früchtetee und eine heiße Dusche. Trotzdem hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich an dem Abend viel mitgenommen habe. Zum Einen glaube ich, dass alles einen Sinn haben muss: es war purer Zufall, dass wir um diese Uhrzeit noch am Hörsaal standen. Sonst hätte die Frau vermutlich stundenlang in der Kälte und Nässe gelegen, weil an dieser Ecke nicht besonders viel Verkehr herrscht. Zum anderen bin ich sehr froh darüber, wie gut es mir geht. Ich muss keine Medikamente nehmen, habe genug zu essen und weiß, dass ich Menschen habe, die ich anrufen kann, wenn irgendetwas passiert ist, sodass ich im Fall der Fälle nicht darauf hoffen muss, dass gerade Passanten in der Nähe sind, die sich um mich kümmern. Gleichzeitig hat die Dankbarkeit der Frau mich ziemlich berührt und ich glaube, wir haben an dem Abend wirklich etwas Gutes getan.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Dec 25, 2015
Autor: Janna
Rubrik: studium
Dec 25, 2015

Studentenleben live

Erst einmal ist noch Weihnachten

Viele fragen mich, ob ich schon aufgeregt bin, denn in nicht mal zwei Wochen geht es schon los nach Oslo. Aber ehrlich gesagt bin ich es noch gar nicht so wirklich. Es ist zurzeit noch so viel anderes zu tun und ich habe tausend Dinge im Kopf, an die ich noch denken muss. Da vergesse ich schon fast, dass ich bald für fünf Monate in einem fremden Land bin. Und eigentlich kann ich es mir noch gar nicht richtig vorstellen. Es fühlt sich eher so an, als würde ich bald für ein, zwei Wochen in den Urlaub fahren.

Außerdem ist jetzt ja erst einmal Weihnachten. Ich bin sehr froh, dass die Reise erst nach den Feiertagen losgeht. So kann ich die schöne Weihnachtszeit noch Zuhause mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen.

Kennt ihr das, wenn ihr jedes Jahr vor Weihnachten gefragt werdet, was ihr euch wünscht und euch aber genau dann nichts einfällt? Mir geht das fast immer so. Das ganze Jahr über finde ich immer wieder schöne Dinge, die ich gern hätte und dann, wenn ich die Möglichkeit habe, sie mir zu Weihnachten zu wünschen, fallen sie mir nicht mehr ein.

Doch dieses Jahr war das bei mir anders. Mir sind tausend Dinge eingefallen, die ich vor Oslo noch gebrauchen könnte: eine Laptoptasche, eine neue Handyhülle, dicke Pullis und warme Schuhe, eine neue Kamera und noch vieles mehr. Einiges davon habe ich mir gewünscht, doch eine Kamera habe ich mir nun selbst noch gekauft. Eigentlich habe ich bereits eine Spiegelreflexkamera, doch die ist mir meistens zu groß und zu schwer, um sie überall mit hinzunehmen. Da ich in Oslo aber gerne immer und überall fotografieren würde, wollte ich gerne noch eine kleine Kompaktkamera für unterwegs haben. Ich bin sehr zufrieden mit dem Kauf und finde, dass eine Kompaktkamera eine super Alternative zu meiner Spiegelreflexkamera ist.

Autor: Nicole  |  Rubrik: studium  |  Dec 23, 2015
Autor: Nicole
Rubrik: studium
Dec 23, 2015

Studentenleben live

Russische Adventszeit

Ich muss gleich am Anfang zugeben, dass der Titel heute pathetisch ist. Ich bin weder in Russland noch könnte ich behaupten, dass meine diesjährige Adventszeit typisch Russisch wäre, aber da ich gerade Russisch an der Uni lerne, habe ich mir den Titel erlaubt.

Vor mir stapeln sich schon seit Wochen die Arbeitsblätter und Lernbücher, die mir dabei helfen sollen die Sprache einfach und mit Freude zu lernen. Mittlerweile ist dieser Berg an Hausaufgaben, den uns unsere sympathische Russischlehrerin Irina wöchentlich aufträgt, aber zum „Knecht Ruprecht“ geworden. Fast jedes Mal, wenn ich voller Vorfreude vor der nächsten Unterrichtseinheit oder voller Tatendrang bin, irgendwelche Menschen auf Russisch anzuquatschen versuche, stoppt mich die „Rute“ – also mein schlechtes Gewissen. Es sagt mir, ich hätte keine Zeit gehabt, alle meine Aufgaben brav und vollständig zu erledigen, also dürfe ich jetzt auch nicht einfach Russisch reden.

Es scheint, als würde dieser große Berg an nicht ausgefüllten Arbeitsblättern mir im Weg stehen um Russisch zu sprechen, dabei sollte er mir doch eigentlich helfen. Gerade sitze ich im Zug und habe den Berg etwas gesichtet und sortiert. Leider ist der Berg mittlerweile so groß, dass er den Ordner, der ihn in seine Grenzen weisen sollte gesprengt hat.

Ich bin ziemlich frustriert. Dabei wollte ich doch eigentlich in dieser Advents- und Weihnachtszeit wirklich ein „braves Kind“ sein und einen Brief auf Russisch (also in kyrillischer Schreibschrift) nach Russland zu engen Freunden der Familie schicken. Vielleicht wird es jetzt beim Russisch-Brot bleiben, dass ich etwas deprimiert in Anwesenheit von „Knecht Ruprecht“ alias „Nicht-gemachte-Hausaufgaben“ verspeisen könnte. Vielleicht geschieht aber auch noch ein Weihnachtswunder, die soll es ja in dieser ganz besonderen Zeit des Jahres geben.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Dec 23, 2015
Autor: Mia
Rubrik: studium
Dec 23, 2015