interaktiv

Studentenleben live

Der Countdown läuft

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

25.12.2015

Noch zwei Wochen, dann steht die erste Klausur in unserer Jura-Karriere an, die etwas zählt: unsere Schwerpunkt-Examensklausur! In der Bibliothek brummen bis spät abends die Köpfe, aber etwas ist anders: Wir sind alle gar nicht so gestresst.

Komisch – die erste Klausur, die zählt, und die Stimmung bleibt relativ entspannt. Ist es, weil wir schon so viele Klausuren geschrieben haben? Werden wir langsam alte Klausuren-Hasen? Oder weil man jetzt so lange für diese eine Klausur gelernt hat, dass man sich – im Unterschied zu allen anderen Klausuren, die wir sonst so geschrieben haben – endlich mal ziemlich gut vorbereitet fühlt?

Der Rhythmus vor der Klausur war auf jeden Fall ziemlich eintönig. Es gab keine Vorlesungen mehr, dafür brüteten wir aber von morgens bis abends über Völkerrecht. Dieses Jahr habe ich es mir ein bisschen leichter gemacht und eine Lerngruppe gegründet, da es viel mehr Spaß macht, nebeneinander zu sitzen, zusammen Fälle zu lesen oder sich über dieses undogmatische System von Völkerrecht aufzuregen, als alleine in der stillen Bibliothek über den Texten zu hängen. Da vergeht die Zeit im Jurahimmel (so wird die oberste Etage meiner Universität mit den Kleingruppen-Räumen genannt) ja fast wie im Flug.

Die Stimmung schwankte zwischen „Oh Gott, ich kann das alles nicht!“ und „Alles OK, ich hab jetzt wirklich genug gelernt!“. In unserer Mini-Gruppe rattern wir uns gegenseitig die Prüfungs-Schemata vor, beten Argumentationsstrukturen wie im Schlaf runter und überfliegen noch die letzten Falllösungen. Die erste große Stressphase kam, als ich alle meine getippten Zusammenfassungen gedruckt habe – so um die 120 Seiten sind das schon. Aber mal ganz ehrlich – auch wenn man noch ein paar Tage mehr Zeit gehabt hätte, irgendwann muss es einfach ausreichen mit der Vorbereitung. Und in Jura gibt es sowieso immer den einen besonders wichtigen Text, den man noch nicht gelernt hat. Dann ist Kreativität verlangt. Ich verstehe Jura sowieso nicht als stures Auswendig-Lernen-Fach, sondern hoffe immer noch, dass ich es auch mit weniger Lernen und mehr Verstehen schaffe.

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