interaktiv

Studentenleben live

Es ist soweit

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

29.12.2015

Ich habe es geschafft: Ich habe meine erste richtige fünfstündige Klausur hinter mich gebracht. Fünf Stunden? Ja, fünf Stunden. (Die Vorfreude auf das Examen, für das man innerhalb von zwei Wochen fünf fünfstündige Klausuren schreibt, steigt natürlich immens.)

Am Abend vor der Klausur wurden nochmal intensiv Dissertationen über Themen, die wir immer noch nicht so ganz verstanden haben, durchgeblättert. Wann muss man sich als Kombattant an die Gesetze vom humanitären Völkerrecht halten, um seinen Kriegsgefangenenstatus zu behalten? Gilt beim Drohnen-Abschuss schon humanitäres Völkerrecht? Und was bedeuten denn jetzt diese blöden Erga-omnes-Normen? Aber irgendwann bringt es einfach nichts mehr – der Zeitpunkt war gekommen, das Buch wegzulegen und die Klausur auf sich zukommen zu lassen.

Die Stimmung am Morgen der Klausur war ziemlich aufgedreht. Alle haben sich vor den Spinden getroffen und sich aufgeregt viel Glück gewünscht. 100 Studenten wurden auf verschiedene Räume aufgeteilt, circa 15 Leute pro Raum. Angespannt haben wir darauf gewartet, bis wir endlich unsere Unterlagen umdrehen durften –dann ging es los.

Während wir angestrengt unsere Lösungsskizze zusammengeschrieben haben, kam die Aufsicht und blätterte unsere Gesetze auf unzulässige Anmerkungen durch. Es galt, sich bloß nicht durcheinander bringen zu lassen, wenn da jemand zehn Minuten angestrengt durch mein Gesetz blättert, während ich versuche, mich auf die Lösung des Falls zu konzentrieren! Bei dem Gedanken, wegen einer Anmerkung von der Prüfung ausgeschlossen zu werden, standen mir schon die Schweißperlen auf der Stirn. Aber dann wurde mein Gesetz mit einem Kopfnicken durchgewunken. Dann konnte es endlich hochkonzentriert weiter gehen, nach eineinhalb Stunden Lösungsskizze habe ich mich endlich ans Schreiben gemacht, und auch wenn ich immer noch dreieinhalb Stunden zum Ausformulieren hatte wurde die Zeit noch ziemlich knapp.

13.30 Uhr: „Einmal die Stifte weglegen, bitte!“ Ein Seufzen ging durch den Raum, als wir endlich unsere Klausurhefte zuklappen konnten und damit die schriftliche Schwerpunktprüfung vorbei war. Ein paar kleinere Nervenzusammenbrüche gab es, ein paar heimliche Tränen auf dem Klo, bevor weitergeschrieben wurde, aber insgesamt hatte ich das Gefühl, dass alle ganz gut durch die Klausuren gekommen sind. Dann konnten wir kurz durchatmen – die mündliche Prüfung folgt kommenden Montag.

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