Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Auch mal Gutes tun

Weihnachten ist vorbei und damit auch die Weihnachtsansprachen und Predigten, in denen zu Engagement für Flüchtlinge aufgerufen wurde. Trotzdem nagte immer noch das schlechte Gewissen an mir, dass so viele Menschen helfen, wo sie nur können, während ich nichts tue. Andererseits habe ich mindestens genauso viele ernüchternde Geschichten von Menschen gehört, die helfen wollten, deren Engagement aber völlig ins Leere lief. Zum Beispiel würden in manchen Unterkünften auf einen Flüchtling fünf Freiwillige kommen, die sich gegenseitig auf die Füße treten, Menschen würden Kuscheltiere und Spielzeug spenden und die Heime nicht mehr wissen, wohin damit. Viele Leute würden kostenlose Sprachkurse anbieten, zu denen aber niemand komme. In eine „Aktionismusfalle“ wollte ich nicht tappen. Die meisten Flüchtlingsunterkünfte sind sehr gut organisiert, haben Onlinekalender, in welche sich Helfer für Schichten eintragen können und Bedarfslisten, die laufend aktualisiert werden. Es gibt also keinen Grund, nicht auch mal einen Nachmittag zu investieren und etwas Gutes zu tun.

Das dachten sich mein Bruder, seine Freundin und ich. Wir hatten uns für die Spendenannahme in einem Wohnheim am anderen Ende Berlins eingetragen, weil die in der Nähe schon genug Freiwillige hatten. Dort angekommen teilte uns die Koordinatorin barsch mit, dass die Spendenannahme nun wirklich schon voll wäre, und sie dort partout niemanden mehr gebrauchen könnten. Im Internetkalender waren aber noch drei Plätze frei, selbst nachdem wir uns eingetragen hatten. Doch eine andere freiwillige Mitarbeiterin, mit mehr Menschenkenntnis hat uns flux eine andere Aufgabe zugewiesen: Unser Job war es, das Nähzimmer einzurichten und die Stoffe, die gespendet wurden, zu sortieren.

Am Ende hatten wir ein passables Ergebnis und einen gut sortierten Raum. Trotzdem blieben natürlich einige Fragen offen: Wer sollte hier eigentlich für wen nähen? Es gibt wohl unter den Bewohnern einige gelernte Schneider – interessanter Weise nur Männer – aber werden sie für sich selbst nähen, oder um ihre Produkte zu verkaufen? Wie viele Leute wollen den Raum überhaupt nutzen? Es standen circa 20 funktionstüchtige Nähmaschinen bereit. Platz zum Arbeiten war aber höchstens für zehn bis 15 Personen. Das alles werde ich vermutlich nie erfahren und vielleicht ist es auch besser so. Immerhin habe ich mal ein Flüchtlingswohnheim von innen gesehen und wenigstens die Illusion, ein bisschen geholfen zu haben.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jan 8, 2016
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jan 8, 2016

Studentenleben live

Immer wieder Praktikum

Juhu, ich bin frei! Kaum zu glauben, wie schnell acht Wochen vergehen können, aber jetzt ist es geschafft. Mein Verlagspraktikum ist zu Ende und ich komme endlich wieder dazu, mich den Dingen zu widmen, die ich in den letzten Monaten vernachlässigen musste. Trotzdem merke ich schon jetzt, dass mir die Zeit im Verlag fehlen wird. Nach den paar Fettnäpfchen, in die ich anfangs zielsicher hineingetapst war, fühlte ich mich schon nach kürzester Zeit wie ein richtiges Mitglied des Teams.

Natürlich übernimmt man als Praktikantin nicht die kompliziertesten Aufgaben, aber – anders als bei meinem Praktikum im Buchladen vor einem halben Jahr – musste ich kein einziges Mal sauber machen oder aufräumen; und Kaffee gekocht habe ich höchstens für mich selbst. Einerseits bin ich wirklich froh, auf diese Weise herausgefunden zu haben, dass die Arbeit in einem Verlag tatsächlich eine Option für mein späteres Berufsleben sein könnte. Andererseits ist es aber auch einfach nur schön, so viele liebe Leute kennengelernt zu haben. Zwar hatte ich schon einige Nebenjobs, aber irgendwie ist das nicht dasselbe. Es ist doch etwas anderes, als zweimal die Woche hinter der Kasse zu stehen und im Weihnachtsgeschäft Unterwäsche und Schreibwaren an Kunden zu verkaufen. Zu dieser Arbeit gehe ich hin, erledige sie und abends gehe ich wieder nach Hause. Das Praktikum im Verlag hingegen hat mir einen realistischen Arbeitsalltag ermöglicht, der später wirklich einmal mein eigener sein könnte. Zu geregelten Zeiten aufstehen, zur Arbeit gehen und da etwas Tolles produzieren: Bücher!

Ich hätte vorher niemals gedacht, was alles zum Entstehungsprozess von Literatur dazugehört. Klar, irgendwer schreibt etwas, das wird dann im Verlag redigiert und eine Druckerei macht das Ganze dann zu einem richtig echten Buch. Aber was auf dem Weg bis dahin noch so alles getan werden muss, ist viel umfangreicher und vielfältiger, als der Verbraucher auf den ersten Blick erkennen kann. Wie beseitigt man Tippfehler im Manuskript? Woher weiß man, wie hoch der spätere Ladenpreis sein wird? Und wie kommt das Buch überhaupt in den Laden? All das sind Fragen, die mir während meines Praktikums beantwortet werden konnten. Außerdem habe ich zum ersten Mal festgestellt, dass das, was ich in der Uni so lerne, gar nicht so weltfremd ist. Und auch wenn die Zeit wirklich mehr als stressig war, bin ich nun doch sehr froh, diese Chance bekommen zu haben.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Jan 8, 2016
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Jan 8, 2016

Studentenleben live

Die schwarze Piste

Ich fühle mich, als würde ich auf einem Bergkamm stehen und einen steilen Abhang hinunterblicken. Im Januar beginnt das Examensvorbereitungsprogramm EVP – für Juristen die gefürchtete Kür vor dem Staatsexamen. Ein Jahr mit Wiederholungen und Vertiefungen, mindestens einer fünfstündigen Klausur pro Woche und insgesamt nur zweieinhalb Wochen Ferien. Ein halbes Jahr vor dem Examen beginnt dann die noch intensivere Vorbereitung. Hört sich nach einer ziemlichen Tortur an. Um ganz ehrlich zu sein: Ich freue mich nicht darauf.

Aber wie das so ist, wenn man viel Arbeit vor sich hat, ist es bestimmt (hoffentlich!!) nur halb so schlimm, wie man es sich vorstellt. So, wie wenn man oben auf einem Berg steht und zittert, aber es nur halb so schlimm ist, wenn man dann tatsächlich die Piste hinuntersaust.

Die erste Hälfte der letzten unbesorgten Ferien genieße ich mit viel Schlaf und Verwöhnprogramm von den Eltern. Ich finde es immer wieder schön, nach Hause zu kommen, wieder ein bisschen zum Kind und zur Tochter zu werden und alte Freundschaften und Bekanntschaften zumindest kurz wieder aufleben zu lassen. Kaum zu glauben: mein Abitur ist jetzt schon fast fünf Jahre her!

In der zweiten Ferienhälfte reise ich durch Deutschland, besuche Freunde und Familie und verbrate die Energie wieder, die ich in der ersten Hälfte angesammelt habe. So muss das sein! Bald geht der Ernst des Lebens wieder los.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jan 7, 2016