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Studentenleben live

Langsam angehen lassen

Erster Unitag im neuen Jahr. Das Tempo, mit dem wir gestartet sind, war mir ganz recht: Wir ließen es (vergleichsweise) langsam angehen und haben an den ersten zwei Tagen die Grundlagen im Privatrecht wiederholt. Wie schön es wäre, dieses Niveau auch im Examen zu haben! Dazu gab es ein paar Infoveranstaltung zum strukturierten Lernen.

Was aber tatsächlich hilfreich war: Vier Absolventen haben den Studierenden vorgestellt, wie sie sich auf das Examen vorbereitet haben. Sie hatten alle ganz unterschiedliche Lernstrategien: Lehrbuch lesen, sich auf die Skripten fokussieren, gebundene, dicke Ordner voller eigener Zusammenfassung lernen, tausend Karteikarten oder komplizierte Mind-Map-Systeme auf dem Computer. Das kann einem eigentlich nur Mut machen! Es gibt viele Wege, jeder muss seinen eigenen finden und vor allem muss man dann das Selbstbewusstsein haben, zu seinem Weg zu stehen.

Schockierend war aber der Zeitaufwand, den sie jeweils in die Examensvorbereitung investiert haben. Ein Absolvent hat es in den ersten sieben Monaten auch „langsam angehen lassen“: fünfeinhalb Tage pro Woche, von neun Uhr morgens bis neun Uhr abends. Sowas würde ich nicht langsam angehen lassen nennen! Ich wollte danach eigentlich gar nicht mehr wissen, wie die zweite Hälfte seiner Vorbereitung aussah, habe es dann aber leider doch erfahren. Als Abschreck-Beispiel schildere ich exemplarisch seinen Mittwoch: Von neun bis 13 Uhr Vorlesung, von 14 bis 17 Uhr Mini- und Kleingruppen-Unterricht und von 17.30 - 22.30 Uhr Examensübungsklausur. Na dann gute Nacht!

Ziemlich frustriert hörten wir Studierende uns diese Zukunftsaussichten an, auch wenn einige der Absolventen gesagt haben, es wäre ihr bestes Jahr gewesen. Zwar wird einem eine feste Struktur vorgegeben, man kann sich seine Zeit aber auch gut selbst einteilen und Raum für Sport und Freunde schaffen. Mal sehen, was das nächste Jahr so bringt und wie es mir ergehen wird.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jan 13, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jan 13, 2016

Studentenleben live

Improvisation

Was heißt denn eigentlich Improvisation bei Tänzern? Klar, von Musikern kennt man das. Von Schauspielern auch. Aber bei Tänzern? Macht da einfach jeder, was er will? Oder ist das auch einstudiert? Das waren so typische Fragen, die sich mir nach meiner ersten öffentlichen Improvisationsveranstaltung an der Kunsthochschule in Köln stellten.

Im zweiten Semester war ich Teil eines Projekts mit der Bezeichnung „Ad Hoc“, was wörtlich übersetzt „hierfür“ bedeutet, für uns aber eher im Sinne von „aus dem Stegreif“. Es war ein begleitendes Wahlfach. Wie ich schon erklärte, war im Tanzstudium fast jede Veranstaltung im Stundenplan vorgegeben. Aussuchen konnte ich mir nur die Wahlfächer, die aber eine begrenzte Teilnehmerzahl hatten. Das Angebot war sehr vielfältig: Es gab Gesang, Pilates, Feldenkrais und Alexandertechnik (Entspannungs- und Körperbewusstseinsmethoden), Spitzentanz (das mit den typischen Ballett-Spitzenschuhen) oder eben Improvisation.

Das Besondere an Improvisation waren die Zusammenarbeit mit den Musikstudierenden der Hochschule und die Kooperation mit Kunststudierenden, die sich auf Videoproduktion spezialisiert hatten. Wir probten zusammen mit den Musikern bei uns im Zentrum; die Aufführungen fanden an der Kunsthochschule statt, wurden dort gefilmt und live übertragen.

Die Proben sahen wie folgt aus: Zunächst experimentierten wir in Kleingruppen, da die Musiker ein Gespür für unsere Bewegungen und wir Tänzer eines vom Klang der verschiedenen Instrumente bekommen sollten. Hierfür – und so ist es meistens bei einer Improvisation – erhielten wir von den Projektleitern immer bestimmte Regeln. Man kann sich das vorstellen wie einen Spielplan. Die Regeln konnten unterschiedlichster Natur sein: ein bestimmter Partner, Impulse geben oder der Musik folgen, immer nur stehen oder gehen, alle auf der gleichen Beckenhöhe sein, kopieren und modulieren oder bestimmte Requisiten auf eine definierte Art nutzen wie zum Beispiel einen Stuhl.

Die Regeln schufen einen Rahmen, in dem wir uns ausprobieren und kennenlernen sollten. Dabei ergaben sich „Situationen“, in denen wir spontan gemeinsam choreographierten. Es war also nichts vorher einstudiert und so schufen wir bei jeder Aufführung ein neues Stück.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  Jan 12, 2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
Jan 12, 2016

Studentenleben live

Neujahrsprobleme

Den Jahreswechsel feierten wir also auf der großen Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor. Es war halb zwölf, als wir die letzte Runde Glühwein zu den anderen trugen und meine Freundin Lucy unmittelbar danach vollkommen aufgelöst war. Sie hatte den ganzen Abend über ihre Tasche unter der Jacke getragen, damit nichts gestohlen werden konnte, doch beim Tragen der Becher hatte sich die Jacke geöffnet und jemand hatte ihr Portemonnaie und ihr Handy entwendet.

Nach dem Feuerwerk suchten wir daher erst einmal die Polizei, damit Lucy ihre Daten abgeben konnte, falls die Sachen wieder gefunden würden. Das gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht, da zwar eine ganze Menge Polizeiautos herumstanden, aber niemand wusste, wo sich die mobile Wache befand. Wir wurden von einem Ort zum nächsten geschickt, bis wir die zuständigen Beamten endlich gefunden hatten.

Mittlerweile war es fast ein Uhr und Lucy und ich hatten somit noch vier Stunden Zeit, bis unser Zug nach Hause fahren würde. Deshalb beschlossen wir, noch ein bisschen das Berliner Nachtleben zu genießen. Wir entschieden uns für eine gemütliche Kneipe auf der Warschauer Straße, da die Schlangen vor den Clubs extrem lang waren. Dort angekommen wurden wir Mädchen ziemlich aufdringlich von ein paar Jungs angesprochen, die sich absolut nicht abwimmeln ließen, während unsere Freunde Getränke holen waren. Trotz der eher weniger ansprechenden Musik ließen wir uns aber nicht die Stimmung vermiesen, sondern stürmten später sogar noch die Tanzfläche, um die letzte Zeit zu fünft zu genießen, bevor unser Zug Richtung Heimat ging.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jan 12, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jan 12, 2016