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Studentenleben live

Neujahrsprobleme – Teil 2

Um kurz nach vier Uhr in der Silvesternacht verabschiedeten Lucy und ich uns von den anderen, um am Hauptbahnhof erschrocken feststellen zu müssen, dass der Schließfachschlüssel nicht in meiner Tasche war. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass er gestohlen wurde, denn das Geld in derselben Tasche war noch vorhanden. Ich kann mir aber auch nicht erklären, wann ich ihn verloren haben sollte. So oder so, wir standen vor den Schließfächern und wussten partout nicht, was wir machen sollten. Nach einer Odyssee durch den Bahnhof, bei der wir wieder von Ansprechpartner zu Ansprechpartner weitergeschickt wurden, konnte uns endlich eine Angestellte helfen und uns das Schließfach mit einem Generalschlüssel öffnen.

Unseren Zug hatten wir dadurch allerdings verpasst und es war ziemlich kalt, weswegen wir einen Tipp unserer Mitfahrgelegenheit von der Anreise nutzten und uns in die Ringbahn setzen. In eineinhalb Stunden fuhren wir einmal um ganz Berlin. Draußen war es dunkel, viel haben wir daher nicht von der Stadt gesehen. Aber die Ankündigung, dass im Zug sympathische Leute sein würden, bewahrheitete sich. Irgendwo zwischen Ostkreuz und Neukölln kamen wir mit einem jungen Mann ins Gespräch, der gerade auf dem Rückweg von einer Silvesterparty war und mit uns über Berlin, Reisen und das Leben plauderte, bis es irgendwann 7.15 Uhr war und wir uns langsam wieder auf den Weg zum Hauptbahnhof machen mussten, um nicht noch eine Verbindung zu verpassen.

Die Rückfahrt lief dann ohne große Probleme: Obwohl wir teilweise nur fünf Minuten Zeit zum Umsteigen hatten, haben wir alle Züge erwischt, konnten unterwegs ein bisschen Schlaf nachholen und in einer Bahn – dank Steckdosen – sogar mein Handy wieder aufladen. Am späten Nachmittag war ich dann wieder zu Hause und heilfroh, Dusche, Zahnbürste und mein Bett begrüßen zu können.

Die verschwundenen Sachen hätten zwar nicht sein müssen, aber insgesamt war es auf jeden Fall ein sehr toller Ausflug. Wer weiß, wohin es uns zum nächsten Jahreswechsel verschlägt.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jan 14, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jan 14, 2016

Studentenleben live

Langsam angehen lassen

Erster Unitag im neuen Jahr. Das Tempo, mit dem wir gestartet sind, war mir ganz recht: Wir ließen es (vergleichsweise) langsam angehen und haben an den ersten zwei Tagen die Grundlagen im Privatrecht wiederholt. Wie schön es wäre, dieses Niveau auch im Examen zu haben! Dazu gab es ein paar Infoveranstaltung zum strukturierten Lernen.

Was aber tatsächlich hilfreich war: Vier Absolventen haben den Studierenden vorgestellt, wie sie sich auf das Examen vorbereitet haben. Sie hatten alle ganz unterschiedliche Lernstrategien: Lehrbuch lesen, sich auf die Skripten fokussieren, gebundene, dicke Ordner voller eigener Zusammenfassung lernen, tausend Karteikarten oder komplizierte Mind-Map-Systeme auf dem Computer. Das kann einem eigentlich nur Mut machen! Es gibt viele Wege, jeder muss seinen eigenen finden und vor allem muss man dann das Selbstbewusstsein haben, zu seinem Weg zu stehen.

Schockierend war aber der Zeitaufwand, den sie jeweils in die Examensvorbereitung investiert haben. Ein Absolvent hat es in den ersten sieben Monaten auch „langsam angehen lassen“: fünfeinhalb Tage pro Woche, von neun Uhr morgens bis neun Uhr abends. Sowas würde ich nicht langsam angehen lassen nennen! Ich wollte danach eigentlich gar nicht mehr wissen, wie die zweite Hälfte seiner Vorbereitung aussah, habe es dann aber leider doch erfahren. Als Abschreck-Beispiel schildere ich exemplarisch seinen Mittwoch: Von neun bis 13 Uhr Vorlesung, von 14 bis 17 Uhr Mini- und Kleingruppen-Unterricht und von 17.30 - 22.30 Uhr Examensübungsklausur. Na dann gute Nacht!

Ziemlich frustriert hörten wir Studierende uns diese Zukunftsaussichten an, auch wenn einige der Absolventen gesagt haben, es wäre ihr bestes Jahr gewesen. Zwar wird einem eine feste Struktur vorgegeben, man kann sich seine Zeit aber auch gut selbst einteilen und Raum für Sport und Freunde schaffen. Mal sehen, was das nächste Jahr so bringt und wie es mir ergehen wird.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jan 13, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jan 13, 2016

Studentenleben live

Improvisation

Was heißt denn eigentlich Improvisation bei Tänzern? Klar, von Musikern kennt man das. Von Schauspielern auch. Aber bei Tänzern? Macht da einfach jeder, was er will? Oder ist das auch einstudiert? Das waren so typische Fragen, die sich mir nach meiner ersten öffentlichen Improvisationsveranstaltung an der Kunsthochschule in Köln stellten.

Im zweiten Semester war ich Teil eines Projekts mit der Bezeichnung „Ad Hoc“, was wörtlich übersetzt „hierfür“ bedeutet, für uns aber eher im Sinne von „aus dem Stegreif“. Es war ein begleitendes Wahlfach. Wie ich schon erklärte, war im Tanzstudium fast jede Veranstaltung im Stundenplan vorgegeben. Aussuchen konnte ich mir nur die Wahlfächer, die aber eine begrenzte Teilnehmerzahl hatten. Das Angebot war sehr vielfältig: Es gab Gesang, Pilates, Feldenkrais und Alexandertechnik (Entspannungs- und Körperbewusstseinsmethoden), Spitzentanz (das mit den typischen Ballett-Spitzenschuhen) oder eben Improvisation.

Das Besondere an Improvisation waren die Zusammenarbeit mit den Musikstudierenden der Hochschule und die Kooperation mit Kunststudierenden, die sich auf Videoproduktion spezialisiert hatten. Wir probten zusammen mit den Musikern bei uns im Zentrum; die Aufführungen fanden an der Kunsthochschule statt, wurden dort gefilmt und live übertragen.

Die Proben sahen wie folgt aus: Zunächst experimentierten wir in Kleingruppen, da die Musiker ein Gespür für unsere Bewegungen und wir Tänzer eines vom Klang der verschiedenen Instrumente bekommen sollten. Hierfür – und so ist es meistens bei einer Improvisation – erhielten wir von den Projektleitern immer bestimmte Regeln. Man kann sich das vorstellen wie einen Spielplan. Die Regeln konnten unterschiedlichster Natur sein: ein bestimmter Partner, Impulse geben oder der Musik folgen, immer nur stehen oder gehen, alle auf der gleichen Beckenhöhe sein, kopieren und modulieren oder bestimmte Requisiten auf eine definierte Art nutzen wie zum Beispiel einen Stuhl.

Die Regeln schufen einen Rahmen, in dem wir uns ausprobieren und kennenlernen sollten. Dabei ergaben sich „Situationen“, in denen wir spontan gemeinsam choreographierten. Es war also nichts vorher einstudiert und so schufen wir bei jeder Aufführung ein neues Stück.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  Jan 12, 2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
Jan 12, 2016