interaktiv

Studentenleben live

Praktikum bei Papa

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

04.02.2016

In den Semesterferien werde ich ein Praktikum machen. Mein bisher drittes insgesamt und mein erstes selbstorganisiertes. Dementsprechend hatte ich zum ersten Mal die Qual der Wahl, wohin ich eigentlich möchte. Einzige Vorgabe: Es soll eine Schule sein, an der ich zu Schülern mit Lernbehinderungen Kontakt haben werde. Viele meiner Kommilitonen machen dieses Praktikum einfach in der Umgebung, andere gehen wieder in ihre Heimatstadt zurück und wieder andere quartieren sich bei Freunden ein, die in einer tollen Stadt wohnen.

Ich dachte zuerst, ich müsste mich denjenigen anschließen, die einfach hier bleiben und versuchen, möglichst wohnortnah in einer Schule unterzukommen. Schulen für lernbehinderte Kinder gibt es überall, ich habe noch von keiner mit einem besonders guten Ruf gehört, meine Freunde wohnen alle in winzigen WG-Zimmern und ich wüsste niemanden, mit dem ich es auf so engem Raum lange aushalten würde. Dazu kommt, dass meine Eltern aus meinem Heimatort weggezogen sind. Meine Mama wohnt jetzt im Westerwald in einem 200-Seelen-Dorf ohne vernünftige Busanbindungen und mein Papa in einer ähnlichen Situation in der Lüneburger Heide.

Zumindest scheint mir die öffentliche Verkehrsanbindung im Dorf meines Vaters nicht ganz so schlecht. Die Busanbindungen sind dort deutlich besser, vermutlich ist das dem Tourismus geschuldet. Es ist zwar trotzdem winzig und vorwiegend von älteren Menschen bewohnt, aber es ist durchaus machbar, am Wochenende mal meinen Bruder, meine Oma oder meine Schwester besuchen zu fahren, die alle nicht so weit davon entfernt wohnen. Und ich könnte mich voll und ganz auf das Praktikum konzentrieren ohne Gefahr zu laufen, zu sehr von meinem Privatleben abgelenkt zu werden. Keine Freunde, die ich abends treffen kann, kein Babysitten, kein Arbeiten, kein Klavierunterricht, nichts. Da könnte es ja fast möglich sein, das Praktikum plus zwei Hausarbeiten in den Semesterferien unterzubringen.

Aber auf der anderen Seite kann es sicher auch richtig schiefgehen. Vielleicht wird mir dieser Ausgleich so sehr fehlen, dass ich nicht genug Energie habe, um meine Arbeit zu erledigen. Ich weiß es nicht. Wir werden sehen.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.