interaktiv

Studentenleben live

100 Jahre

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

12.02.2016

Letzte Woche kam ein Professor an unsere Uni, der unter anderem hören wollte, wie die Bucerius-Studierenden akademische Angebote außerhalb der Studienzeit, wie zum Beispiel Sommerakademien, nutzen. In der Einleitung seines Vortrags hat er etwas sehr interessantes gesagt: Die Lebenserwartung der Menschen steigt – kontinuierlich – pro Dekade um zweieinhalb Jahre. 50 Prozent der Mädchen, die in den 2000ern geboren sind, haben also eine Lebenserwartung von 100 Jahren.

50 Prozent der Mädchen werden 100 Jahre alt – wie bitte? Bundespräsident Gauck musste wohl sogar heute schon seine persönlichen Glückwünsche an 100-Jährige beenden, weil die Postkartenschreiberei inzwischen ein zu großes Ausmaß angenommen hat. 100 Jahre alt sein ist scheinbar keine so große Ausnahme mehr.

Paradoxerweise werden wir auch immer gesünder älter, sodass das Rentenalter steigen muss, während die jungen Menschen immer früher in das Berufsleben einsteigen. Und der frühe Einstieg wird auch immer einfacher: Nur noch zwölf Jahre bis zum Abitur, kein verpflichtender Wehr- oder Zivildienst im Anschluss, und schon kann man mit 20 Jahren seinen Bachelor in der Tasche haben. Ein Freund von mir schreibt mit 21 Jahren gerade an seiner Doktorarbeit in Medizin – er hat zwei Klassen übersprungen, mit 16 Jahren angefangen zu studieren und mit 22 dürfte er dann theoretisch Menschen aufschneiden.

Ist das sinnvoll? Jünger anfangen und länger arbeiten? Ich sehe das eher skeptisch, vor allem wenn ich die teilweise noch ziemlich unreifen 17-Jährigen an unserer Uni sehe, von denen einige mit dem Druck nicht sonderlich gut klarkommen. Ich bin für eine Entschleunigung und überzeugt, man sollte die Freiheit des Studentenlebens genießen, bevor man in den „Geißeln des Berufslebens“ gefangen ist. Arbeiten kann man ja schließlich noch lange genug.

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