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Studentenleben live

Unsere König

Noch vor einem Jahr war Professor Dr. Doris König die Präsidentin der Bucerius Law School – und sie wäre es bestimmt auch heute noch, wäre da nicht eine Kleinigkeit dazwischen gekommen: das Bundesverfassungsgericht. Vor einem Jahr fiel ihr vermutlich fast der Hörer aus der Hand, als auf einmal ein Anruf aus Karlsruhe kam und damit ein Angebot, mit dem sie nie ernsthaft gerechnet hätte – obwohl sie sich natürlich aktiv um die Position beworben hat. Jetzt sitzt die gebürtige Kielerin in Karlsruhe am zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts – dem höchsten Gericht in Deutschland.

Obwohl Frau König eine so hohe berufliche Position hat und ihr Terminkalender bestimmt aus allen Nähten platzt, hat sie sich dazu bereit erklärt, mit ein paar interessierten Studierenden zu Abend zu essen. Und so saß ich letzte Woche neben ihr in einem kleinen Hamburger Hotel und habe mit ihr und den anderen Studierenden über die derzeitige politische Situation in Deutschland diskutiert. Es ging um Europas Außengrenzen hinsichtlich der Flüchtlingskrise, um das aktuelle NPD-Verbotsverfahren und um Religionsfreiheit. Außerdem führte Frau König mit uns ein offenes und ehrliches Gespräch über ihren Lebenslauf und ihre derzeitige Position, ihr Selbstverständnis von Bundesverfassungsrichtern und über die Vereinbarkeit von Kind und Karriere.

Wieder einmal machte mir das Gespräch deutlich, was für tolle das Jurastudium mit sich bringt und welches Privileg es für meine Kommilitonen und mich ist, mit einer Verfassungsrichterin an einem Tisch zu sitzen.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Feb 17, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Feb 17, 2016

Studentenleben live

Neues Semester, neues Pech?

Nach den entspannten Wochen in Frankreich und einer aufregenden Rückfahrt durch die Alpen, startete ich ins dritte Semester. Die Aufregung des ersten Studienjahres war verblasst und mir begannen zunehmend Dinge gegen den Strich zu gehen. Vieles davon war mir selbst zuschreiben. Meine Ansprüche waren über den Sommer noch mehr gestiegen und ich war unzufrieden mit meiner Leistung. Trotz des erholsamen Urlaubs war ich oft müde im Unterricht und konnte mir neue Schrittfolgen nur mühsam merken. Je mehr mich das wurmte, desto schlechter führte ich mich im Unterricht auf. Zum ersten Mal dachte ich an eine Veränderung. Und dann kamen die Verletzungen. Zuerst stellte sich heraus, dass ein Mädel aus meiner Klasse einen Meniskusschaden hatte. Dann kam eine Welle von Bandscheibenvorfällen: zwei in höheren Semestern und einer bei meiner engsten Freundin. Sie hatten Schmerzen, mussten zum MRT, eine Trainingspause einlegen und schließlich mit dem Tanzen aufhören. Die Klasse schrumpfte. Meine Mitbewohnerin und Kommilitonin kam schließlich auf die Idee, sich im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) für eine Verbesserung der Trainingsumstände zu engagieren. Ich ergriff die Chance auf eine Veränderung und wurde mit ihr zusammen zu den neuen Vertreterinnen der Abteilung Tanz gewählt.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  Feb 16, 2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
Feb 16, 2016

Studentenleben live

Die Mär vom faulen Studi

Ist es möglich, dass 100 Menschen in einem Raum sitzen, arbeiten und dabei völlig ruhig sind? Solche Fragen über das menschliche Miteinander stellt man sich vermutlich an keinem anderen Ort so oft wie in der Unibibliothek. Und natürlich kommt man zu dem Schluss: Nein, es scheint nicht zu gehen. Geräusche, die direkt mit dem Lernen verbunden sind, sind ja noch zu erstragen. An das Klappern von Tastaturen oder das Rascheln von Papier gewöhnt man sich. Aber warum genau müssen ständig Leute mit ihren Nachbarn die Ereignisse des gestrigen Abends diskutieren? Für solche Dinge gibt es schließlich das Café und für fachliche Diskurse den Gruppenarbeitsbereich. Und warum bin ich nur von Pärchen umringt, die sich beim Lernen alle fünf Minuten küssen müssen? Vielleicht bin ich unromantisch, aber am Schreibtisch brauche ich keine Kuscheleinheiten – vor allem nicht die fremder Leute. Das gehört sich einfach nicht.

Man hört ja immer wieder die Mär vom faulen Studi, der Tag und Nacht nichts tut als essen und feiern – und das auf Mamis und Papis Kosten. Sicherlich gibt es diese Sorte vereinzelt, aber spätestens im fortgeschrittenen Semester scheint sie wie ausgestorben zu sein. Vielleicht haben sie ihr Studium abgebrochen oder sind doch – wie wir alle – ein Stückchen erwachsener geworden. Ich kenne jedenfalls niemanden, der am Wochenende noch nie in der Bib war. Die meisten sind dort regelmäßig. Und so kam es auch, dass es an diesem Samstagmorgen ab halb zehn keinen freien Tisch mehr gab und die Leute verzweifelt durch die Reihen getigert sind, um vielleicht doch noch eine Ecke mit Tischbein zwischen den Beinen zu ergattern.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Feb 16, 2016
Autor: Rose
Rubrik: studium
Feb 16, 2016