interaktiv

Studentenleben live

Die Mär vom faulen Studi

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

16.02.2016

Ist es möglich, dass 100 Menschen in einem Raum sitzen, arbeiten und dabei völlig ruhig sind? Solche Fragen über das menschliche Miteinander stellt man sich vermutlich an keinem anderen Ort so oft wie in der Unibibliothek. Und natürlich kommt man zu dem Schluss: Nein, es scheint nicht zu gehen. Geräusche, die direkt mit dem Lernen verbunden sind, sind ja noch zu erstragen. An das Klappern von Tastaturen oder das Rascheln von Papier gewöhnt man sich. Aber warum genau müssen ständig Leute mit ihren Nachbarn die Ereignisse des gestrigen Abends diskutieren? Für solche Dinge gibt es schließlich das Café und für fachliche Diskurse den Gruppenarbeitsbereich. Und warum bin ich nur von Pärchen umringt, die sich beim Lernen alle fünf Minuten küssen müssen? Vielleicht bin ich unromantisch, aber am Schreibtisch brauche ich keine Kuscheleinheiten – vor allem nicht die fremder Leute. Das gehört sich einfach nicht.

Man hört ja immer wieder die Mär vom faulen Studi, der Tag und Nacht nichts tut als essen und feiern – und das auf Mamis und Papis Kosten. Sicherlich gibt es diese Sorte vereinzelt, aber spätestens im fortgeschrittenen Semester scheint sie wie ausgestorben zu sein. Vielleicht haben sie ihr Studium abgebrochen oder sind doch – wie wir alle – ein Stückchen erwachsener geworden. Ich kenne jedenfalls niemanden, der am Wochenende noch nie in der Bib war. Die meisten sind dort regelmäßig. Und so kam es auch, dass es an diesem Samstagmorgen ab halb zehn keinen freien Tisch mehr gab und die Leute verzweifelt durch die Reihen getigert sind, um vielleicht doch noch eine Ecke mit Tischbein zwischen den Beinen zu ergattern.

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