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Studentenleben live

Fächerübergreifend lernen

Gestern war ein schwieriger Lerntag. Ich hatte mir vorgenommen mein 650-Seitenskript durchzuarbeiten. Leider klappte das nicht so gut, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Klausur in Bodenkontamination, um die es geht, ist die letzte für dieses Wintersemester. Aber mein Kopf ist längst in außeruniversitären Gefilden. Ich wollte nach der Prüfungszeit einen Wochenendausflug in meine alte Studienstadt Karlsruhe organisieren. Das Problem war nur, dass an dem Wochenende keiner meiner Freunde dort einen Schlafplatz für mich hatte. Eine sehr gute Freundin von mir, die am gleichen Wochenende nach Karlsruhe wollte, konnte mir auch nicht helfen. Das liegt sicher auch daran, dass sie Medizin studiert und selber gerade in einer unmenschlich stressigen Prüfungszeit steckt.

Gegen 20 Uhr, als ich über irgendwelchen Schwermetallverfügbarkeitsdiagrammen brütete, klingelte das Telefon und besagte Freundin rief an. Sie hatte sich doch noch die Zeit genommen, um mit mir zu überlegen, wo wir am bevorstehenden Wochenende in Karlsruhe übernachten könnten. Sie versprach, bei einer Freundin oder einem Cousin einen Schlafplatz zu organisieren. Ich war so erleichtert, dass das endlich geklärt war und schämte mich gleichzeitig dafür, dass ich mal wieder so ungeduldig gewesen war.

Außerdem stellte sich heraus, dass wir am gleichen Tag unsere letzte Klausur schreiben würden. Ihr Thema: Gynäkologie. Wir klagten uns gegenseitig unser Leid und tauschten uns darüber aus, wie wir jeweils vorgingen, um Herr über die fast unendlich große Menge an Stoff zu werden. Wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid – dementsprechend motivierter setzte ich mich wieder an mein Skript.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Feb 18, 2016
Autor: Mia
Rubrik: studium
Feb 18, 2016

Studentenleben live

Unsere König

Noch vor einem Jahr war Professor Dr. Doris König die Präsidentin der Bucerius Law School – und sie wäre es bestimmt auch heute noch, wäre da nicht eine Kleinigkeit dazwischen gekommen: das Bundesverfassungsgericht. Vor einem Jahr fiel ihr vermutlich fast der Hörer aus der Hand, als auf einmal ein Anruf aus Karlsruhe kam und damit ein Angebot, mit dem sie nie ernsthaft gerechnet hätte – obwohl sie sich natürlich aktiv um die Position beworben hat. Jetzt sitzt die gebürtige Kielerin in Karlsruhe am zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts – dem höchsten Gericht in Deutschland.

Obwohl Frau König eine so hohe berufliche Position hat und ihr Terminkalender bestimmt aus allen Nähten platzt, hat sie sich dazu bereit erklärt, mit ein paar interessierten Studierenden zu Abend zu essen. Und so saß ich letzte Woche neben ihr in einem kleinen Hamburger Hotel und habe mit ihr und den anderen Studierenden über die derzeitige politische Situation in Deutschland diskutiert. Es ging um Europas Außengrenzen hinsichtlich der Flüchtlingskrise, um das aktuelle NPD-Verbotsverfahren und um Religionsfreiheit. Außerdem führte Frau König mit uns ein offenes und ehrliches Gespräch über ihren Lebenslauf und ihre derzeitige Position, ihr Selbstverständnis von Bundesverfassungsrichtern und über die Vereinbarkeit von Kind und Karriere.

Wieder einmal machte mir das Gespräch deutlich, was für tolle das Jurastudium mit sich bringt und welches Privileg es für meine Kommilitonen und mich ist, mit einer Verfassungsrichterin an einem Tisch zu sitzen.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Feb 17, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Feb 17, 2016

Studentenleben live

Neues Semester, neues Pech?

Nach den entspannten Wochen in Frankreich und einer aufregenden Rückfahrt durch die Alpen, startete ich ins dritte Semester. Die Aufregung des ersten Studienjahres war verblasst und mir begannen zunehmend Dinge gegen den Strich zu gehen. Vieles davon war mir selbst zuschreiben. Meine Ansprüche waren über den Sommer noch mehr gestiegen und ich war unzufrieden mit meiner Leistung. Trotz des erholsamen Urlaubs war ich oft müde im Unterricht und konnte mir neue Schrittfolgen nur mühsam merken. Je mehr mich das wurmte, desto schlechter führte ich mich im Unterricht auf. Zum ersten Mal dachte ich an eine Veränderung. Und dann kamen die Verletzungen. Zuerst stellte sich heraus, dass ein Mädel aus meiner Klasse einen Meniskusschaden hatte. Dann kam eine Welle von Bandscheibenvorfällen: zwei in höheren Semestern und einer bei meiner engsten Freundin. Sie hatten Schmerzen, mussten zum MRT, eine Trainingspause einlegen und schließlich mit dem Tanzen aufhören. Die Klasse schrumpfte. Meine Mitbewohnerin und Kommilitonin kam schließlich auf die Idee, sich im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) für eine Verbesserung der Trainingsumstände zu engagieren. Ich ergriff die Chance auf eine Veränderung und wurde mit ihr zusammen zu den neuen Vertreterinnen der Abteilung Tanz gewählt.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  Feb 16, 2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
Feb 16, 2016