interaktiv

Studentenleben live

Fächerübergreifend lernen

Autor:
Mia

Rubrik:
studium

18.02.2016

Gestern war ein schwieriger Lerntag. Ich hatte mir vorgenommen mein 650-Seitenskript durchzuarbeiten. Leider klappte das nicht so gut, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Klausur in Bodenkontamination, um die es geht, ist die letzte für dieses Wintersemester. Aber mein Kopf ist längst in außeruniversitären Gefilden. Ich wollte nach der Prüfungszeit einen Wochenendausflug in meine alte Studienstadt Karlsruhe organisieren. Das Problem war nur, dass an dem Wochenende keiner meiner Freunde dort einen Schlafplatz für mich hatte. Eine sehr gute Freundin von mir, die am gleichen Wochenende nach Karlsruhe wollte, konnte mir auch nicht helfen. Das liegt sicher auch daran, dass sie Medizin studiert und selber gerade in einer unmenschlich stressigen Prüfungszeit steckt.

Gegen 20 Uhr, als ich über irgendwelchen Schwermetallverfügbarkeitsdiagrammen brütete, klingelte das Telefon und besagte Freundin rief an. Sie hatte sich doch noch die Zeit genommen, um mit mir zu überlegen, wo wir am bevorstehenden Wochenende in Karlsruhe übernachten könnten. Sie versprach, bei einer Freundin oder einem Cousin einen Schlafplatz zu organisieren. Ich war so erleichtert, dass das endlich geklärt war und schämte mich gleichzeitig dafür, dass ich mal wieder so ungeduldig gewesen war.

Außerdem stellte sich heraus, dass wir am gleichen Tag unsere letzte Klausur schreiben würden. Ihr Thema: Gynäkologie. Wir klagten uns gegenseitig unser Leid und tauschten uns darüber aus, wie wir jeweils vorgingen, um Herr über die fast unendlich große Menge an Stoff zu werden. Wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid – dementsprechend motivierter setzte ich mich wieder an mein Skript.

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