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Studentenleben live

Achillessehne

Am Ende des dritten Semesters begann erneut die Projektzeit. Meine Klasse wurde in drei Gruppen eingeteilt und ich kam mit etwa 15 anderen Tänzerinnen in das Projekt einer Choreographin aus Istanbul. Sie wollte ein Stück über Missverständnisse konstruieren. Die meiste Zeit verbrachten wir mit Bewegungserforschung und Improvisation, die unsere Choreographin geschickt zu einer Performance zusammensetzte. Am Ende warteten acht Aufführungen auf uns.

Die Zeit bis dahin war sehr anstrengend für mich. Mit jeder Probe tat mein rechter Fuß mehr weh. Zunächst konnte ich nicht zuordnen, wo genau der Schmerz lag, aber nach ein paar Tagen wurde mir bewusst, dass es meine Achillessehne war. Der Orthopäde stellte eine Achillessehnenentzündung fest und riet mir, mich zu schonen. Wie sollte ich mich bei den Performances denn schonen? Sollte ich etwa auf die Aufführungen verzichten? In mir begann ein unerbittlicher Kampf zwischen meinem Ehrgeiz, meiner Vernunft und meinem Körper. In den Proben tanzte ich nicht mehr auf Zehenspitzen und letztendlich biss ich mich auch durch alle acht Aufführungen und ignorierte die Schmerzen. Das Resultat: sehr schöne Performance-Erfahrungen, sehr miserable Körperbehandlung.

Der Orthopäde sagte mir danach, dass meine Achillessehne beinahe gerissen wäre. Er machte mir einen Zinkverband und verbot mir strikt jegliche Belastung für zwei Wochen.

Autor: Mila  |  Rubrik: studium  |  Feb 24, 2016
Autor: Mila
Rubrik: studium
Feb 24, 2016

Studentenleben live

Die erste Prüfung

Es ist Mittwoch, der Wecker klingelt und ich schaffe es mal wieder nicht, mich sofort aus dem Bett zu quälen. Doch zum Glück: Die feuchte Nase des WG-Katers weckt mich und ich schrecke auf: „Oh nein! Heute ist doch Prüfung!“ Ich packe mein Zeug zusammen, stürze unter die Dusche, dann in die Tram und stehe schließlich zehn Minuten zu früh vor dem noch verschlossenen Seminarraum S420. Dort werde ich gleich meine erste Prüfung an der Uni schreiben: „Einführung in die Slawistik“. Top vorbereitet fühle ich mich nicht gerade, doch ich werde mein Bestes geben.

Dann geht es los. Die Fragen drehen sich um die Themenblöcke Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft und Kulturstudien Böhmischer Länder. Es ist ungewohnt, wieder in einem Raum zu sitzen und eine Prüfung zu schreiben. Das habe ich seit dem Abitur beziehungsweise seit der Aufnahmeprüfung für Szenische Künste in Hildesheim (die ich leider nicht bestanden habe) im vergangenen Mai nicht mehr erlebt. Ich schwitze also 120 Minuten und beantworte Fragen wie: Welche Meinung haben Sie zu der These, dass nach Ausschwitz kein Gedicht mehr geschrieben werden dürfe? Welche Rolle hatte Karl in der Geschichte der Böhmischen Länder und für Prag im Speziellen? Dann ist es geschafft. Im Anschluss an die Prüfung gönne ich mir zu Feier des Tages neben dem Mittagessen in der Mensa gleich noch ein Stück Erdbeertorte. Und weil das ja eben eine Slawistik-Klausur war, direkt noch ein Stück Russischen Zupfkuchen hinterher.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Feb 23, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Feb 23, 2016

Studentenleben live

Interkulturelle Kompetenz

Nein, es soll hier nicht um einen dieser „praxisnahen“ Soft Skill-Kurse an der Uni gehen. Vielmehr geht es um die interkulturelle Kompetenz jenseits des Campus, die ich seit Beginn meines Studiums kontinuierlich ausbauen konnte. Als ich von zu Hause ausgezogen bin, kannte ich von Deutschland eigentlich nur Berlin. In Freiburg traf ich dann plötzlich Menschen aus sämtlichen Bundesländern – und freundete mich mit ihnen an.
Gerade am Anfang hatte ich Probleme, einige von ihnen zu verstehen, und manchmal auch sie mich: zum Beispiel bei dem Wort „Stullenbüchse“. Für alle, die nicht aus Berlin sind: Es heißt so viel wie Brotdose.
Seit ich auch einige Schwäbinnen in meinem Freundeskreis habe, lerne ich zudem immer mehr typisch schwäbische Gerichte kennen. Maultaschen, Flädlesuppe, Käsespätzle und schwäbischen Kartoffelsalat kennt man in Berlin vielleicht gerade noch so. Aber heute gab es in meiner WG „Pfizauf“. Für alle Menschen ohne schwäbische Wurzeln etwas völlig Neues! Es handelt sich um große Teigballen, die in einer Art Muffinsform im Ofen gebacken werden, bis sie schön aufgegangen sind. Im Prinzip schmeckt der Teig wie der von Pfannkuchen, nur ist er sehr viel fluffiger. Serviert werden die Küchlein mit Zimt und Zucker, Kompott, Schlagsahne oder allem anderen, was süß ist. Lang lebe die süddeutsche Küche!

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Feb 22, 2016
Autor: Rose
Rubrik: studium
Feb 22, 2016