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Studentenleben live

Warum ich zwölf Semester brauche

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

04.03.2016

„Und wie läuft das Studium?“ Diese Frage habe ich in meiner Studienzeit häufig gehört. In den ersten Semestern konnte ich nie wirklich verstehen, welche Antwort von mir erwartet wurde. Ich ging natürlich in die Vorlesungen, aber viel spannender war es, zum ersten Mal alleine zu wohnen, neue Leute kennenzulernen und Partys und Poetry Slams zu besuchen. Wen interessierte schon wirklich, womit ich mich in meinen Seminaren beschäftigte?

Mittlerweile scheint die Frage jedoch auf etwas anderes abzuzielen. Wenn mich jetzt jemand fragt, wie mein Studium läuft, will er wissen, wie lange ich noch bis zu meinem Staatsexamen brauche und wie viele Veranstaltungen ich noch besuchen muss. Da ich darauf selbst noch keine Antwort habe, nervt mich diese Frage immer mehr. Denn obwohl ich nicht fauler bin als meine Kommilitonen, passiert es mir immer wieder, dass ich ein Seminar mehrfach belegen muss. Dieses Semester zum Beispiel kam ein Kompaktseminar meiner Afrika-Reise in die Quere und ein Seminar in Diagnostik von Sprachschwierigkeiten musste ich abbrechen, weil das zu diagnostizierende Kind mehr als die Hälfte der Treffen versäumte.

Dazu kommt, dass ich gerne noch ein weiteres Fach belegen würde, nämlich Deutsch als Zweitsprache. Das wären jedoch noch einmal elf zusätzliche Seminare- und 30 stehen sowieso noch aus. Laut Regelstudienzeit von neun Semestern sollte ich in drei Semestern das Examen schreiben, das schaffe ich niemals! Ich habe mir vorgenommen, das Examen im zwölften Semester zu machen. Warum sollte ich mich auch hetzen? Es heißt doch immer, die Studienzeit ist die schönste Zeit im Leben.

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