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Studentenleben live

Durchgefallen

Wenn es eine Charaktereigenschaft gibt, die ich wirklich an mir hasse, dann ist es meine Undiszipliniertheit. Gute Vorsätze, wie mehr Sport zu machen und mich gesünder zu ernähren, halte ich nie besonders lange durch. Wenn wir alle unsere Handys weglegen, bin ich jedes Mal eine der ersten, die es wieder in die Hand nimmt und würde ich mir nicht ab und zu die Regel auferlegen, erst dann etwas Schönes machen zu dürfen, wenn ich mindestens drei Punkte meiner To-Do-Liste erledigt habe, wäre ich sicher bereits unter einer Lawine unerledigter Dinge erschlagen worden.

Wenn ich dann doch etwas erreicht habe, ruhe ich mich gerne viel zu lange auf dem Erfolg aus. Ich erkläre dann beispielsweise eine Woche lang, dass ich ja erst kürzlich joggen war, davon noch Muskelkater habe und darum beim Fußballspielen nicht mitmachen muss.

Genau das Problem hatte ich bei meiner zweiten Prüfung: Algorithmische Mathematik. Statt direkt nach Analysis mit dem Lernen anzufangen, bin ich erst einmal nach Hause gefahren, habe mit meiner Familie Zeit verbracht, mich mit Freunden getroffen und das Leben genossen, um dann erst fünf Tage vor der Klausur anzufangen, den Stoff zu wiederholen. Diese Einstellung rächte sich prompt und ich fiel durch die Prüfung. Da ich niemanden kenne, der auch durchgefallen ist, ist mir das echt unangenehm.

Für den zweiten Versuch werde ich früher und vor allem intensiver lernen, dank der Klausureinsicht weiß ich immerhin, wo meine Schwächen lagen und kann mich besser darauf vorbereiten.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 23, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 23, 2016

Studentenleben live

Staatsexamen

Ich weiß nicht, ob man uns für das Denken, die Gefühle und Bedürfnisse unseres zukünftigen Klientels sensibilisieren möchte oder was sonst der Grund dafür ist, dass die Sonderpädagogikstudenten immer eine Sonderrolle im Vergleich zu den übrigen Lehramtsstudenten haben. Ständig hört man in irgendwelchen Informationsveranstaltungen einen Nebensatz wie „Wie das bei den Sonderpädagogen ist, weiß ich nicht, da müssen Sie noch einmal gesondert nachfragen“.

Dass in unserer Ausbildung der Schwerpunkt deutlich stärker auf Pädagogik und Didaktik als auf die Fachwissenschaften liegt, kommt uns im Hinblick auf die Prüfung aber wirklich zu Gute: Im Lehramtsstudium ist es üblich, dass erst am Ende des Studiums das Examen, bestehend aus mündlichen Staatsprüfungen in der Erziehungswissenschaft und den studierten Fächern, stattfindet. Da wir Sonderpädagogikstudenten unser Unterrichtsfach und die allgemeine Pädagogik eher in den ersten Semestern studieren und den Rest erst im fünften Semester beginnen, ist es uns möglich, die vorgezogene Staatsprüfung zu machen. Das bedeutet nicht, dass wir super früh dran sind und schon vor der Regelstudienzeit fertig werden, sondern nur, dass wir die Prüfungen in unserem Fach und in der allgemeinen Erziehungswissenschaft schon vorziehen können und am Ende des Studiums nicht mehr ganz so viel zu tun haben. Dieses System ist natürlich eine tolle Möglichkeit, um die uns sicher auch der ein oder andere Student eines anderen Lehramts beneidet. Endlich kommt unsere Sonderrolle also mal auf schöne Art und Weise zum Tragen. Beziehungsweise: Das sehen wir dann, wenn ich meine Ergebnisse habe. Ich werde mich nämlich nächste Woche offiziell für die Prüfungen im Herbst anmelden.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 22, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 22, 2016

Studentenleben live

Europäischer Gerichtshof

Nach Wochen voller Vorbereitungen und endlosem E-Mail-Verkehr war es endlich soweit: Der Ausflug zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) stand bevor. An einem Sonntagnachmittag checkten die 19 anderen Stipendiaten, ich und eine ehemalige deutsche Richterin am EuGH in eine Jugendherberge in Luxemburg ein.

Den ersten Eindruck von Luxemburg bekamen wir auf dem „Wenzel-Rundweg“, dem größten „Freilichtmuseum“ des Landes, auf dem wir sowohl den im Tal gelegenen als auch festungsähnlichen Teil der kleinen Stadt genossen. Nachdem wir die Stadt erkundet hatten, lauschten wir Vorträgen zur Rechtsprechung des EuGH, die uns viel Diskussionsstoff boten. Am nächsten Tag wartete dann das Highlight des Ausflugs auf uns: der Besuch am EuGH. Dementsprechend aufgeregt sprangen wir trotz Schlafmangel hochmotiviert in den Bus, um das im Morgenlicht schimmernde höchste europäische Gericht zu erblicken. Jedes „CURIA“-Zeichen wurde wild fotografiert und jede Person, die an uns vorbeilief, neugierig beäugt – ist das vielleicht einer der Richter?

Zuerst bekamen wir eine kleine Einführung in den aktuellen Fall, bevor wir in den großen Sitzungssaal durften. Ich fand es unglaublich beeindruckend, die Richter in ihren roten Roben unter dem goldenen Himmel des Sitzungssaals zu sehen, wie sie den Vorträgen der Parteien lauschten. Dank unserer Begleitung wurden uns den ganzen Tag alle Türen geöffnet. Thomas von Danwitz, der aktuelle deutsche Richter, musste unser Treffen zwar leider kurzfristig absagen. Frau Juliane Kokott, eine Generalanwältin, sprang jedoch für ihn ein.

Zum Schluss gab es noch eine exklusive Führung durch den EuGH und die Bibliothek, die insgesamt zehn Kilometer Bücherreihen aufweisen kann. Das Résumé von diesen zweieinhalb Tagen? Jura kann manchmal schon ziemlich toll sein.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Mar 21, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Mar 21, 2016