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Studentenleben live

Verrückte auf dem Ahrsteig

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

30.03.2016

In letzter Zeit wurden ein paar meiner Unifreunde und ich oft für verrückt erklärt. Der Grund? Wir hatten beschlossen, wandern zu gehen. Drei Tage lang. Bei frostigen Temperaturen.

Unsere Eltern fragten uns wiederholt, ob wir uns das nicht noch einmal überlegen wollten. Den Termin zu verschieben, abzusagen oder vielleicht nur einen Tag lang wandern zu gehen, um abends im eigenen Bett schlafen zu können, kam für uns aber nicht infrage. Unser Entschluss stand fest. Am Samstagmorgen fuhren wir nach Blankenheim, um dort von der Ahrquelle aus den Ahrsteig entlang zu wandern.

Wer mich besser kennt, fragt sich bestimmt, warum ich mich überhaupt darauf eingelassen habe, denn eigentlich bin ich nicht besonders sportlich und so richtig wandern war ich bislang noch nie. Genau das war aber einer meiner Gründe: Ich wollte es gerne einmal ausprobieren und die Alternative wäre gewesen, allein in Bonn zu sitzen, da sich fast alle anderen meiner Freunde in der Heimat oder im Urlaub befanden.

Im Nachhinein denke ich, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat. Wir haben so viele wunderschöne Ausblicke genießen können, einen Schneemann gebaut und jeden Abend eine schöne Stelle für unser Zelt gesucht. Dazu kamen zahlreiche Gespräche über Gott und die Welt, für die im Alltag häufig keine Zeit ist, Doppelkopfrunden im Licht der handbetriebenen Taschenlampen und gemeinsamer Gesang, denn dadurch läuft es sich gleich viel leichter.

Trotzdem war ich heilfroh, als wir am Ende des dritten Tags in Altenahr in die Bahn zurück nach Bonn stiegen. Eine heiße Dusche, frische Klamotten und etwas abwechslungsreichere Nahrung als Brot und Obst weiß ich nach einem solchen Trip erst richtig zu schätzen.

Dennoch – auf die Frage, ob ich im Sommer dabei wäre, den Rest des Ahrsteigs zu wandern, habe ich nicht mit nein geantwortet.

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