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Studentenleben live

Bachelor(ette)

Er zählt zwar in Jura wenig, aber man muss die Feste feiern, wie sie fallen: Nach dreieinhalb Jahren Studium habe ich meinen Bachelor geschafft!

Die förmliche Verleihung der Bachelorurkunden fand am Samstagvormittag im Auditorium statt, abends folgte dann ein feierlicher Ball im Hotel Atlantic.

Nach den Erzählungen älterer Kommilitonen hatte ich mich auf ein sehr langweiliges Vormittagsprogramm gefasst gemacht und mir mentale Ablenkungsstrategien überlegt. Das war aber dann gar nicht notwendig, denn die Bachelorverleihung war überraschend kurzweilig.

Los ging es mit einer sehr interessanten Ansprache: Die Rednerin, eine Absolventin aus dem Jahrgang 2004, hatte tatsächlich nach dem Bachelorabschluss ihr Studium beendet, anstatt sich noch bis zum Staatsexamen durchzukämpfen. Doch geschadet hat diese Entscheidung ihrer Karriere nicht, ganz im Gegenteil: Zuerst arbeitete sie in der Unternehmensberatung, jetzt ist sie beim Auswärtigen Amt in der Abteilung für Nukleare Abrüstung und Nukleare Sicherung tätig. Sie hielt eine schöne Rede über das, worauf es im Leben ankommt – nämlich, das zu machen, was einem gefällt und was einem gut tut. Sie erzählte uns auch, wie sie nach einer schweren Krankheit während des Studiums das Laufen wieder neu lernen musste und wie das ihren Blick auf die Welt verändert hat.

Danach folgte die etwas langweilige Verleihung der Urkunden, bei der jeder namentlich aufgerufen wurde und nach vorne gehen musste. Der Höhepunkt war meiner Meinung nach der jahrgangseigene Bachelorchor. Ein Kommilitone hatte das melancholische Musikstück „Hallelujah“ von Leonard Cohen zu „Das ist Jura“ umgedichtet. Meine Lieblingszeile: „Erst Obersatz, dann Subsumtion, zwar kennt man das Ergebnis schon, doch darf es erst im letzten Satz verraten!“

Nach ein paar weiteren Reden von prominenten Gästen wie dem Politiker Olaf Scholz war die Verleihung dann auch schon vorbei. Mit der Bachelorurkunde und einem „Mutti ist stolz“-Jutebeutel von Alumnus e.V. wurden wir schließlich entlassen.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Apr 1, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Apr 1, 2016

Studentenleben live

Die Suche nach der Grünen Soße

Das Schöne an Berlin ist, dass die Stadt so international ist. Egal aus welchem Land man kommt, man findet eigentlich immer ein Restaurant, das die typischen Gerichte anbietet, oder einen Supermarkt, der die entsprechenden Zutaten zum Selberkochen im Sortiment hat. Schwieriger wird es bei regionalen Spezialitäten aus anderen Teilen Deutschlands, wie zum Beispiel aus Baden-Württemberg. Spätzle zu bekommen ist noch relativ einfach, doch Maultaschen oder Butterbrezeln zu finden, gestaltet sich dann doch mühsamer. Auch Menschen aus Hessen haben es nicht leicht, besonders am Gründonnerstag. Denn in Hessen gibt es dort traditionell Grüne Soße mit Kartoffeln, hartgekochten Eiern und dazu wahlweise Fleisch oder Fisch. Wie die „richtige“ Grüne Soße gemacht wird, ist natürlich umstritten und es gibt viele Varianten. Einig ist man sich in Hessen nur darüber, dass sieben ausgewählte Kräuter mit saurer Sahne, Schmand oder Joghurt gemischt und mit Gewürzen (Pfeffer, Salz, Senf, Zucker) abgeschmeckt werden. Doch wo bekommt man in Berlin so seltene Kräuter wie Sauerampfer und Pimpinelle, Borretsch oder Kerbel? Und am besten schon im richtigen Mengenverhältnis in Papier gerollt?

Nach ausgiebiger Recherche im Internet kam ich zu folgendem Ergebnis: Entweder man geht in eines der hessischen Restaurants und leistet sich eine professionell hergestellte Soße oder man kauft die fertige Tiefkühlmischung, die eine große Supermarktkette im Sortiment haben soll. Leider konnte ich die Mischung im Supermarkt nicht finden, vielleicht waren zu viele Hessen mit Heimweh vor mir dort. Dafür gab es eine „acht- Kräuter-Mischung“ inklusive Dill. Ob Dill überhaupt hinein gehört, ist eine der am heftigsten diskutierten Fragen zum Thema Grüne Soße, aber mir blieb nichts anderes übrig und tatsächlich kam das Ergebnis der „echten“ Grünen Soße recht nah. Vielleicht finde ich ja nächstes Jahr einen Markt, der genau die richtigen Kräuter verkauft.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Mar 31, 2016
Autor: Rose
Rubrik: studium
Mar 31, 2016

Studentenleben live

Verrückte auf dem Ahrsteig

In letzter Zeit wurden ein paar meiner Unifreunde und ich oft für verrückt erklärt. Der Grund? Wir hatten beschlossen, wandern zu gehen. Drei Tage lang. Bei frostigen Temperaturen.

Unsere Eltern fragten uns wiederholt, ob wir uns das nicht noch einmal überlegen wollten. Den Termin zu verschieben, abzusagen oder vielleicht nur einen Tag lang wandern zu gehen, um abends im eigenen Bett schlafen zu können, kam für uns aber nicht infrage. Unser Entschluss stand fest. Am Samstagmorgen fuhren wir nach Blankenheim, um dort von der Ahrquelle aus den Ahrsteig entlang zu wandern.

Wer mich besser kennt, fragt sich bestimmt, warum ich mich überhaupt darauf eingelassen habe, denn eigentlich bin ich nicht besonders sportlich und so richtig wandern war ich bislang noch nie. Genau das war aber einer meiner Gründe: Ich wollte es gerne einmal ausprobieren und die Alternative wäre gewesen, allein in Bonn zu sitzen, da sich fast alle anderen meiner Freunde in der Heimat oder im Urlaub befanden.

Im Nachhinein denke ich, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat. Wir haben so viele wunderschöne Ausblicke genießen können, einen Schneemann gebaut und jeden Abend eine schöne Stelle für unser Zelt gesucht. Dazu kamen zahlreiche Gespräche über Gott und die Welt, für die im Alltag häufig keine Zeit ist, Doppelkopfrunden im Licht der handbetriebenen Taschenlampen und gemeinsamer Gesang, denn dadurch läuft es sich gleich viel leichter.

Trotzdem war ich heilfroh, als wir am Ende des dritten Tags in Altenahr in die Bahn zurück nach Bonn stiegen. Eine heiße Dusche, frische Klamotten und etwas abwechslungsreichere Nahrung als Brot und Obst weiß ich nach einem solchen Trip erst richtig zu schätzen.

Dennoch – auf die Frage, ob ich im Sommer dabei wäre, den Rest des Ahrsteigs zu wandern, habe ich nicht mit nein geantwortet.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 30, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 30, 2016