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Studentenleben live

Monotonie

Wenn man mich fragen würde, was mein Leben momentan am meisten dominiert, würde ich wohl antworten: Monotonie. Die Examensvorbereitung ist einfach unglaublich monoton! Montags und mittwochs Vorlesung und Kleingruppe, dienstags und donnerstags lernen, freitags Examensübungsklausur. Und so geht es immer und immer weiter. Keine krassen Lernphasen mehr, nach denen man sein geballtes Wissen innerhalb von zwei Wochen Klausurphase auf das Papier schreibt und dann getrost alles wieder vergessen kann. Keine Semesterferien, keine Hausarbeiten, keine Seminare – nichts. Nur der nicht enden wollende Kampf gegen die Stoffmenge und das Vergessen.

Aber aus irgendeinem Grund bin ich trotzdem aus meinem letzten Tief gekommen – wahrscheinlich, weil man nicht die ganze Zeit ein Tief haben kann. Neuen Mutes setze ich mich also wieder an meinen Schreibtisch. Manchmal kriege ich sogar eine gute Note in einer Examensübungsklausur – ganz ehrlich: Es könnte auch schlimmer sein.

So zum Beispiel bei meinem Mitbewohner, der bereits am Montag seine erste Examensklausur schreibt. Er kommt immer sichtlich unter Strom nach Hause. Ein Examens-Überlebens-Paket hab ich ihm auf jeden Fall zusammengestellt, mit viel Red Bull, Schokolade und Orangensaft – damit er auch ja vor den Klausuren nicht mehr krank wird. Ich bin echt mal gespannt, wie es ihm so ergehen wird und doch froh, dass ich noch etwas Zeit habe.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Apr 25, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Apr 25, 2016

Studentenleben live

Die Liste der Vollmachten

In Bonn bin ich schon für meine unzähligen Listen bekannt. Ich führe Buch darüber, wer in diesem Jahr schon alles aus meiner Flasche getrunken hat – mindestens vierzehn Leute außer mir, was ich geträumt habe, wie oft ich Sport mache und vieles mehr. Über die Sinnhaftigkeit dieser Notizen lässt sich mit Sicherheit streiten, doch ich als Statistikliebhaberin mag sie einfach. Vor kurzem kam sogar noch eine neue Liste hinzu: die Liste der Vollmachten.

Als nach der Analysis-Prüfung der Termin für die Klausureinsicht veröffentlicht wurde, stöhnten die meisten meiner Freunde auf. Drei hatten für genau diesen Zeitraum Urlaub gebucht und einer einen Termin, den er schlecht verschieben konnte. Aus unserem Freundeskreis war ich letztendlich die einzige, die hingehen würde. Schließlich fragte mich einer nach dem anderen, ob ich mir auch seine Klausur anschauen könnte.

Am Tag der Klausureinsicht stand ich also mit vier Vollmachten da und wurde mehrfach gefragt, was ich mit den fünf Klausuren da täte. Einen Vorteil hatte die Sache auf jeden Fall: Ich konnte alle Klausuren miteinander vergleichen und dadurch sowohl für mich als auch für einen Kumpel zwei zusätzliche Punkte herausholen, sodass die Bewertung um eine Teilnote besser wurde.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Apr 22, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Apr 22, 2016

Studentenleben live

Praktikum im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald

Ungefähr 20 Minuten dauert die Busfahrt vom Stadtzentrum Weimar zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald. 20 Minuten, um von der schnuckligen Kulturstadt an den Ort zu gelangen, wo vor rund 80 Jahren über 56.000 Menschen ihr Leben lassen mussten. Welcher junge Mensch möchte freiwillig ganze zwei Monate lang fünf Tage die Woche an so einem Ort arbeiten? Nun, ich wollte das. Und zwar im Rahmen meines freiwilligen Praktikums für das Geschichtsstudium an der Uni Leipzig.

Ich muss jedoch gestehen, dass ich mir vor dem ersten Praktikumstag immer wieder die Frage stellte: Warum genau machst du das? Die meisten deiner Freunde verbringen den Sommer im Urlaub oder schreiben ihre liegengelassenen Hausarbeiten. Und ich wollte die Monate August und September an einem Ort verbringen, wo unvorstellbares Grauen geschah.

Als ich an meinem ersten Tag aus dem Bus stieg, empfing mich traumhaft schönes Wetter. Irgendwie unpassend, dachte ich mir. Als ich die Mitarbeiter kennenlernte, traf mich die nächste Überraschung. Alle waren gut gelaunt und lächelten mich höflich an. Schönes Wetter und fröhliche Menschen. Widersprüchlicher zu meinen Erwartungen hätte mein erster Eindruck vom ehemaligen Konzentrationslager wirklich nicht sein können.

Da ich mein Praktikum in der pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte verbringen sollte, kam ich hier mit Menschen in Verbindung, die tagtäglich Menschengruppen von den vergangenen Schreckenstaten berichteten. Kann man bei so einer Beschäftigung überhaupt fröhlich sein? Sollten die Leute nicht den ganzen Tag mit trauriger Miene herumlaufen? Nein, müssen sie nicht. Denn, wie ich jetzt weiß, geht es nicht darum, die Besucher mit den schrecklichen Untaten der Vergangenheit zu schockieren und sie mit erhobenem Zeigefinger zu Recht und Ordnung zu ermahnen. Hier ist vor allem Empathie wichtig. Bei den vielen Besuchergruppen, die ich begleiten durfte, war keine Gruppe wie die andere und alle hatten unterschiedliche Fragen, Voreinstellungen und Erwartungen an ihren Aufenthalt in der Gedenkstätte. Da waren auf der einen Seite Schüler aus einer zwölften Klasse, die eine Präsentation für die Schule vorbereiten mussten und viele fachliche Fragen hatten. Auf der anderen Seite kamen Angehörige ehemaliger Häftlinge in die Gedenkstätte, die sich die persönlichen Unterlagen ihrer Verwandten anschauen oder die Orte besuchen wollten, wo ihre Verwandte festgehalten wurde. Alle diese Begegnungen haben mich nachhaltig beeindruckt. Letztendlich bereue ich es nicht, meinen Sommer für dieses Praktikum verwendet zu haben.

Autor: Bille  |  Rubrik: studium  |  Apr 22, 2016
Autor: Bille
Rubrik: studium
Apr 22, 2016