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Studentenleben live

Ich bin ein INGRI

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

31.05.2016

Ab heute bin ich offiziell ein „INGRI“ – ein Information Guide for Refugees and Immigrants, der im Rahmen des neuen Uni-Projekts „we.inform“ zu Flüchtlingsunterkünften fährt und den Neuankömmlingen erklärt, wo sie sich informieren können.

Ich finde das Projekt richtig gut. Die Initiatorin hat sich schon vor dem Projektstart viel für Flüchtlinge engagiert, als ihr ein Flüchtling den entscheidenden Denkanstoß gab: „Ihr habt in Deutschland so viele gute Projekte, wir wissen nur nichts davon.“ Also hat sie „we.inform“ ins Leben gerufen und in enger Rücksprache mit Flüchtlingen Flyer entworfen, mit Wissenswertem zu den vielen Unterstützungsangeboten in Hamburg und nun ein Einführungswochenende für uns „INGRIS“ organisiert. Und dieses war wirklich interessant. Am meisten beeindruckt hat mich das Gespräch mit drei syrischen Flüchtlingen, die von ihren Erfahrungen und ihrer Flucht erzählt haben. Wie sie in Mazedonien aus Angst vor der Polizei bei bitterer Kälte im Wald übernachtet haben. Und wie sie mit Erstaunen gesehen haben, wie sich ein Mädchen dem Willen ihres Vaters widersetzt.

Am meisten berührt hat mich die Geschichte eines Jungen, der sich eine Hand gebrochen hatte und nach der Eingipsung den Arzt gefragt hat, wo er sich den Gips entfernen lassen kann. „Nicht hier, dieses Krankenhaus ist für Deutsche“, hatte der Arzt geantwortet – eine Antwort, die der Syrer überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Sollte ein gebildeter Mann nicht verstehen, dass jemand, der nach vier Jahren Bürgerkrieg aus Syrien flieht, keine Wahl hat? Dass dieser sein bisheriges Leben, seine Familie und seine Heimat hinter sich gelassen hat? Aber die drei Syrer strotzen nur so vor Energie und Ehrgeiz, sich auch in Deutschland ein neues, erfolgreiches Leben aufzubauen. Und wenn man hört, wie gut ihr Deutsch schon nach sechs Monaten Deutschkurs ist, hat man keine Bedenken, dass dieser Plan auch aufgeht.

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