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Studentenleben live

Zettelwirtschaft

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

07.06.2016

Im Abizeitungsranking belegte ich Platz zwei bei der Frage: Wer kettet sich an Bäume, um den Regenwald zu retten? Meine Begründung dafür: Ich habe nach einer Chemieklausur meiner Lehrerin erklärt, ich hätte nur deswegen so klein geschrieben, um Papier zu sparen, man müsse doch an den Regenwald denken. Ganz so öko bin ich zwar nicht, aber Papierverschwendung versuche ich trotzdem zu vermeiden. Deswegen gefällt es mir auch, dass es in Bonn anders als in Düsseldorf keine Beteiligungsnachweise gibt, also Blätter, auf denen man bescheinigt bekommt, an einem Seminar teilgenommen zu haben, sondern alles im Internet gespeichert wird. Den Nachteil dieser Beteiligungsnachweise habe ich nämlich in den letzten Wochen zu spüren bekommen.

Obwohl ich die Bachelorarbeit vor fast einem Dreivierteljahr abgegeben habe, halte ich mein Bachelor-Zeugnis noch immer nicht in den Händen. Dafür reicht es nämlich nicht, alle notwendigen Veranstaltungen und Prüfungen absolviert zu haben, sondern man muss anschließend sein sogenanntes Transcript of Records erstellen lassen, eine Bescheinigung dafür, dass man wirklich alle Credit Points zusammen hat, und dies dann beim Prüfungsamt abgeben. Für mich kam noch erschwerend dazu, dass ich zwei verschiedene Transcripts brauchte, eines für Germanistik und eines für Soziologie.

Um mein Transcript of Records für Germanistik abzeichnen zu lassen, fuhr ich also von Bonn nach Düsseldorf. Dort saß ich mit der Assistentin meiner ehemaligen Dozentin am Computer und stellte fest, dass ich meine Leistungsübersicht über die bestandenen Prüfungen nicht online abrufen konnte, weil ich seit September keine eingeschriebene Studentin der Hochschule mehr bin. Das hieß dann also, einmal über den gesamten Campus zum Prüfungsamt zu laufen, sich eine Leistungsübersicht ausdrucken zu lassen und wieder zurück zu rennen. Hinter das Germanistik-Transcript konnte ich einen Haken machen. Fehlt noch die Bescheinigung für Soziologie.

Ich stand also erneut im Sekretariat und fragte nach den letzten zwei Beteiligungsnachweisen, die mir noch fehlten. Das Problem war nur, dass der Dozent, von dem mir die Scheine fehlten, zum Themenbereich Bildungsforschung gehörte – der einzige Bereich, bei dem die Beteiligungsnachweise nicht im Soziologie-Sekretariat sondern in seinem eigenen Sekretariat aufbewahrt werden. Sprich: Zum anderen Ende des Gebäudes hetzten, um die Bescheinigung zu holen. Die Höhen und Tiefen meiner Jagd nach dem Transcript waren aber noch immer nicht vorbei, denn als mein Transcript begutachtet und mit den mitgebrachten Beteiligungsnachweisen verglichen worden, stellte die Tanscriptbeauftragte fest, dass die Beteiligungsnachweise für zwei Seminare fehlten. Diese waren mir nicht ausgestellt worden, weil ich eine Prüfung abgelegt hatte, was in der Regel ausreichender Beleg für das Bestehen des Seminars ist. Nicht in diesem Fall. Das bedeutet, dass ich in zwei Wochen noch einmal einen Termin in Düsseldorf habe und ich hoffe sehr, dass ich dann endlich mein Bachelor-Zeugnis in den Händen halte.

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