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Studentenleben live

Jura-Slam

An meiner Uni fand der erste „Jura-Slam“ (Poetry Slam rund ums Thema Jura) statt. Zuerst war ich etwas misstrauisch. Da verbringt man den ganzen Tag mit Vorlesungen über Jura und dann soll man auch noch abends – zur Unterhaltung – von Jura hören? Letztendlich überwog aber die Neugierde – zum Glück!

Meine persönlichen Highlights: Ein zehnminütiger Vortrag über Irren im Recht, komplett in Reimform geschrieben. Dann hat eine Studentin die Regeln zu Vertragsschlüssen auf romantische Beziehungen übertragen. Demzufolge bräuchte man immer einen Antrag und eine Annahme (Willst du mit mir gehen? – Ja, nein, vielleicht) und man müsse sich überlegen, ob man einen einmaligen Leistungsaustausch möchte oder eher ein Dauerschuldverhältnis.

Mein Favorit und auch der vom Publikum gekürte Sieger war allerdings ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der über die Absurditäten im Strafrecht referierte. Ausgangspunkt war der „Frankfurter Tauben-Fall“, bei dem ein wütender Bürger eine Taubenleiche in einen Briefkasten geworfen hat. Das fand der Briefkastenöffner gar nicht witzig, verspürte „lang anhaltende Ekelgefühle, gepaart mit Brechreiz und einer tiefen Furcht vor dem Briefkasten“ und erstattete Anzeige wegen Körperverletzung. Die Frage war: Stellen das Hervorrufen von Ekel und Angst eine Körperverletzung dar? Laut BGH ja, wenn sie „somatisch wirken“, also körperlich. Dies verglich der Vortragende mit dem „Kölner Durchfall-Fall“, bei dem ein Jugendlicher seinen Freund erschreckte, der daraufhin „bis zum Abend leichte Durchfallerscheinungen“ verspürte – und somit nach dem Gesundheitsschädigungsbegriff des BGH ebenfalls strafrechtlich relevant am Körper verletzt wurde. Jura hat also durchaus Slam-Potenzial, was die skurrilen Einblicke in die Untiefen des deutschen Strafrechts gezeigt haben.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jun 9, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jun 9, 2016

Studentenleben live

Jede Reise endet irgendwann

Nachdem ich die letzten sechs Wochen durch Amerika gereist bin, ging es jetzt direkt mit der Uni los. Die erste Woche in Leipzig war sehr anstrengend, weil ich einen ordentlichen Jetlag hatte, aber so langsam gewöhne ich mich wieder an das kühle Wetter und an die Vorlesungen. Eigentlich hatte ich mich nicht so auf dieses Semester gefreut, weil ich dachte, die Module „klinische Psychologie“ und „Arbeits- und Organisationspsychologie“ würden mir keinen Spaß machen. Doch beides ist ziemlich spannend. In klinischer Psychologie lernen wir, wie psychische Störungen klassifiziert und behandelt werden. In Arbeits- und Organisationspsychologie geht es vor allem darum, wie man Arbeit gestaltet, damit es den Arbeitenden gut geht.

Außer den beiden Anwendungsfächern habe ich noch Diagnostik, wo ich zum Beispiel lerne, wie man mit Hilfe von Tests Intelligenz misst oder Persönlichkeitseigenschaften ermittelt. Und dann besuche ich noch den zweiten Teil des Moduls Entwicklungspsychologie. Dieses Semester geht es nicht mehr um die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, sondern um die Entwicklung von Erwachsenen und älteren Menschen, aber auch von Partnerschaften.

Da ich insgesamt nicht so viele Universitätsveranstaltungen habe, belege ich noch Yogakurse und einen Slackline-Kurs. Außerdem überlege ich, mich als studentische Hilfskraft zu bewerben.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2016
Autor: Maja
Rubrik: studium
Jun 8, 2016

Studentenleben live

Zettelwirtschaft

Im Abizeitungsranking belegte ich Platz zwei bei der Frage: Wer kettet sich an Bäume, um den Regenwald zu retten? Meine Begründung dafür: Ich habe nach einer Chemieklausur meiner Lehrerin erklärt, ich hätte nur deswegen so klein geschrieben, um Papier zu sparen, man müsse doch an den Regenwald denken. Ganz so öko bin ich zwar nicht, aber Papierverschwendung versuche ich trotzdem zu vermeiden. Deswegen gefällt es mir auch, dass es in Bonn anders als in Düsseldorf keine Beteiligungsnachweise gibt, also Blätter, auf denen man bescheinigt bekommt, an einem Seminar teilgenommen zu haben, sondern alles im Internet gespeichert wird. Den Nachteil dieser Beteiligungsnachweise habe ich nämlich in den letzten Wochen zu spüren bekommen.

Obwohl ich die Bachelorarbeit vor fast einem Dreivierteljahr abgegeben habe, halte ich mein Bachelor-Zeugnis noch immer nicht in den Händen. Dafür reicht es nämlich nicht, alle notwendigen Veranstaltungen und Prüfungen absolviert zu haben, sondern man muss anschließend sein sogenanntes Transcript of Records erstellen lassen, eine Bescheinigung dafür, dass man wirklich alle Credit Points zusammen hat, und dies dann beim Prüfungsamt abgeben. Für mich kam noch erschwerend dazu, dass ich zwei verschiedene Transcripts brauchte, eines für Germanistik und eines für Soziologie.

Um mein Transcript of Records für Germanistik abzeichnen zu lassen, fuhr ich also von Bonn nach Düsseldorf. Dort saß ich mit der Assistentin meiner ehemaligen Dozentin am Computer und stellte fest, dass ich meine Leistungsübersicht über die bestandenen Prüfungen nicht online abrufen konnte, weil ich seit September keine eingeschriebene Studentin der Hochschule mehr bin. Das hieß dann also, einmal über den gesamten Campus zum Prüfungsamt zu laufen, sich eine Leistungsübersicht ausdrucken zu lassen und wieder zurück zu rennen. Hinter das Germanistik-Transcript konnte ich einen Haken machen. Fehlt noch die Bescheinigung für Soziologie.

Ich stand also erneut im Sekretariat und fragte nach den letzten zwei Beteiligungsnachweisen, die mir noch fehlten. Das Problem war nur, dass der Dozent, von dem mir die Scheine fehlten, zum Themenbereich Bildungsforschung gehörte – der einzige Bereich, bei dem die Beteiligungsnachweise nicht im Soziologie-Sekretariat sondern in seinem eigenen Sekretariat aufbewahrt werden. Sprich: Zum anderen Ende des Gebäudes hetzten, um die Bescheinigung zu holen. Die Höhen und Tiefen meiner Jagd nach dem Transcript waren aber noch immer nicht vorbei, denn als mein Transcript begutachtet und mit den mitgebrachten Beteiligungsnachweisen verglichen worden, stellte die Tanscriptbeauftragte fest, dass die Beteiligungsnachweise für zwei Seminare fehlten. Diese waren mir nicht ausgestellt worden, weil ich eine Prüfung abgelegt hatte, was in der Regel ausreichender Beleg für das Bestehen des Seminars ist. Nicht in diesem Fall. Das bedeutet, dass ich in zwei Wochen noch einmal einen Termin in Düsseldorf habe und ich hoffe sehr, dass ich dann endlich mein Bachelor-Zeugnis in den Händen halte.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 7, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 7, 2016