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Studentenleben live

Nochmal einen Bachelor machen?

Was macht die Persönlichkeit eines Menschen aus? Was passiert genau im Gehirn? Und was genau ist das eigentlich – die Psyche?

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Psychologie. Ich bin nämlich gerade dabei, mir zu überlegen, wie es nach meinem Bachelorabschluss weitergehen soll. Kurzzeitig wollte ich Köchin werden, doch im Moment erscheint mir ein zweites Bachelorstudium, dieses Mal im Fach Psychologie, vielversprechender. Ich weiß, dass damit viel Statistik auf mich zukommen würde. Aber andererseits war Statistik ein Teilgebiet der Mathematik, welches ich in der Schule zumindest noch ein bisschen interessant fand.

Außerdem finde ich es wahnsinnig spannend zu verstehen, warum Menschen tun, was sie tun. Die menschliche Psyche ist vielschichtig und ich muss gestehen, bei der Recherche, die ich bis jetzt betrieben habe, wurde mir auch ein wenig Angst. Denn ich würde sozusagen noch einmal komplett bei null anfangen.

Und dann gibt es noch ein großes Aber: Erstens würde ich dann an einer normalen Präsenzuniversität studieren, ergo, ich könnte mir meine Zeit nicht mehr frei einteilen. Und das habe ich doch in den letzten Jahren so sehr zu schätzen gelernt. Zweitens wäre das dann auch wieder „nur“ ein Bachelorabschluss. Aber was mache ich mir so viele Gedanken? Ich kenne mich ja. Wahrscheinlich läuft es wie immer auf eine Bauchentscheidung heraus. Denn mit denen kann ich noch am ehesten leben, wenn dann doch etwas schief gehen sollte.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Jun 21, 2016
Autor: Nele
Rubrik: studium
Jun 21, 2016

Studentenleben live

Gespräche im Bus

Ich lebe ja zugegebenermaßen schon in einer Blase. Mit Nicht-Juristen habe ich wenig zu tun, mit Nicht-Studierenden noch viel weniger. Und dann sitze ich im Bus nach Hause neben einem, der so ganz anders ist als ich. Schon um vier Uhr nachmittags nuckelt er während der Fahrt gemütlich an einer Bierflasche und quatscht mich unermüdlich zu. Über seinen Bauwagen, in dem er mit Ziegen, Hühnern und anderen Punk-Rock-Fans lebt. Über seine Jugend, als er mit vierzehn von zu Hause abgehauen ist und erstmal ein paar Jahre von Stadt zu Stadt und von Festival zu Festival gezogen ist. Davon, dass er heilfroh ist, in ein paar Monaten seine vierjährige Bewährungszeit hinter sich zu haben. Einen Schulabschluss hat er nicht und er ist fasziniert, als ich ihm erzähle, dass ich Jura studiere.

Während ich meine Lösungsskizze der letzten Strafrechts-Examensübungsklausur durchlese, erzählt er mir einen Witz und wir wechseln erneut ein paar Sätze. Wie gerne würde ich mit ihm ein bisschen über Deutschland reden und erfahren, was für einen Blick er auf die Gesellschaft hat. Aber so richtig fruchtbar wäre das Gespräch wahrscheinlich nicht. Trotzdem scheint er ein bisschen traurig, als er mir beim Abschied viel Glück bei meinem weiteren Lebensweg wünscht – und als ich ihn frage, was er mit seinem Leben noch vor hat, mit „nichts“ antwortet.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jun 16, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jun 16, 2016

Studentenleben live

Mit dem Fahrrad auf der Bundestraße

Das Ereignis spielte sich vor einigen Wochen an einem grauen und bewölkten Vormittag ab, als ich mir vornahm, einmal mit dem Fahrrad zur Uni zu fahren. Vorbildlich setzte ich meine Brille auf und schnallte mir meinen neu erworbenen Fahrradhelm um. Da ich mir nicht ganz sicher war, welche Abkürzungen und Schleichwege ich zur Uni nehmen konnte, folgte ich einfach meiner gewohnten Busroute. Während der Fahrt schien alles glatt zu laufen. Ich wurde nicht von der Straßenbahn erfasst, fuhr keine Fußgänger an und stürzte nicht einmal, als ich am Bordstein hängen blieb.

Ein kleines Problem stand jedoch im wahrsten Sinne des Wortes vor mir, als ich den Galgenberg erklimmen sollte. Jeder kennt diese Situation, vor einem unendlich langen Berg zu stehen und zu wissen, wie verschwitzt und außer Puste man dort oben ankommen würde. Spontan entschied ich mich deshalb, meine Route zu ändern und bog einfach rechts ab. Leider verpasste ich dabei, auf die Schilder zu achten und befand mich plötzlich auf einer vierspurigen Bundesstraße. Hupende, mit den Armen wedelnde Autofahrer rasten an mir vorbei und zusätzlich hatte es auch noch zu regnen begonnen. Die Leitblanken hielten mich davon ab, die Fahrbahn schnell wieder zu verlassen, bis ich endlich eine kleine Lücke entdeckte. Mit gefühlten 50 Stundenkilometern raste ich darauf zu. Nur eine Vollbremsung rettete mich davor, den Hügel hinter der Sicherheitsbegrenzung herunterzurollen. Erleichtert stieg ich vom Fahrrad und schob es den Berg hinunter.

Mit etwas erhöhtem Blutdruck fand ich schließlich einen Weg zur Uni und kam letzten Endes sicher am Ziel an. Beim nächsten Mal nahm ich dann doch wieder den Bus und fuhr sicher und trocken an der vierspurigen Straße vorbei, vor der ein großes Verbotsschild für Fahrradfahrer steht.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jun 13, 2016
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jun 13, 2016