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Studentenleben live

Danke, Studienstiftung

So langsam fange ich an, mich von dem schönen Gedanken, Studentin zu sein, zu verabschieden. Zwar ist es bis zu meinem Examen noch ein gutes halbes Jahr hin, aber so ein richtiges Studentenleben ist die Examensvorbereitung wirklich nicht. Und ein halbes Jahr geht schneller rum als man denkt!
Deswegen musste ich einfach die letzte Gelegenheit nutzen, um ein Angebot der Studienstiftung des deutschen Volkes wahrzunehmen. Nach einem intensiven Blick in meinen Kalender war der Schluss gefasst: Diesmal ist es eine einwöchige Praxisakademie! Die Studienstiftung bietet in jeden Semesterferien Akademien an, in denen verschiedene Arbeitsgruppen bestimmte Themen behandeln. In einer Praxisakademie richten sich die Fragen an höhere Semester und sind praxisorientierter. Auf jeder Akademie sind um die acht Arbeitsgruppen mit jeweils 15 bis 20 Studierenden. Das heißt, auf einer Akademie kann man 120 neue, spannende Leute kennenlernen. Ich liebe es!!
Nach einer Woche Akademie komme ich vollgesogen von Eindrücken, Inspiration und Nettigkeit zurück nach Hamburg. Das Klima auf dieser Akademie war mal wieder der absolute Hammer: Überall, wo man hinguckt, sind offene und nette Leute. Jeder hat etwas Spannendes zu berichten, war schon mal auf Reisen, hat Praktika gemacht oder eine eigene Firma gegründet. Jeder ist bereit, sich auf die Denkweise des anderen einzulassen, andere Meinungen zuzulassen und seine eigene sogar zu überdenken: Toleranz und Rücksichtnahme, wohin man guckt. Außerdem kann man sich mal mit Themen auseinandersetzen, mit denen man sich sonst nicht beschäftigt und ein bisschen über den eigenen Tellerrand gucken. Ich wünschte, jeder Tag wäre so. Danke, Studienstiftung!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Sep 15, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Sep 15, 2016

Studentenleben live

Das große und das kleine Nein

Als ich klein war, hatte ich ein Buch über das Nein sagen. Mütter wissen eben, worauf es ankommt. Es ging um das große und das kleine Nein, darum, dass man es manchmal eben laut und deutlich sagen muss, damit es der andere auch versteht und dass es wichtig ist, dass man Dinge verneint, die man nicht möchte. Dinge wie Küsschen auf die Wange von Omis oder eine Parkbank teilen mit einem fremden Mann.
Viel daraus gelernt habe ich offensichtlich nicht, auch wenn es sich jetzt um andere Dinge handelt. Wenn die Familie, bei der ich regelmäßig babysitte, mich fragt, ob ich zu den Schließzeiten des Kindergartens im Sommer auch mal von neun bis drei auf ihr Kind aufpassen kann, um danach direkt weiter ins Einkaufszentrum zu gehen und dort auch nochmal fünf Stunden zu arbeiten, dann sage ich nicht nein. Weil ich denke, dass sie sonst niemanden haben und nicht fragen würden, wenn sie mich nicht wirklich bräuchten. Und weil es ja theoretisch möglich ist. Dann sage ich lieber zu, um nett zu sein, und küre den Tag schon fünf Tage vorher gedanklich zu einem Horrortag. Ich betone in meiner Zusage aber noch einmal, dass ich danach wirklich direkt woanders arbeiten muss und hoffe, man kann den Stress aus meinem Tonfall heraushören, hoffe, dass das kleine Nein, verpackt im Ja, gereicht hat.
Irgendwie ist es schwierig, einfach mal etwas für sein eigenes Wohl zu entscheiden. Weil wir nach rationalen Begründungen suchen, die auch objektiv sinnvoll erscheinen. Als wäre es unmöglich, dass unser Gegenüber Empathie für uns empfindet und versteht, warum etwas manchmal auch aus emotionalen Gründen nicht möglich ist. Ein bisschen bescheuert ist das schon. Aber vielleicht lerne ich das ja irgendwann noch. Spätestens, wenn ich mit meinen Kindern dieses Buch lesen werde.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Sep 14, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Sep 14, 2016

Studentenleben live

Praktikum in der forensischen Psychiatrie

Nach ein paar freien Tagen in den Semesterferien habe ich ein zweimonatiges Praktikum in der forensischen Psychiatrie begonnen. Dort werden psychisch kranke Straftäter untergebracht und behandelt. Diese sitzen häufig erst im Gefängnis eine Haftstrafe ab und machen danach in der forensischen Psychiatrie den Maßregelvollzug. Dies bedeutet, dass sie an sich selbst und ihren Problemen mit professioneller (psychologischer) Hilfe arbeiten. Die meisten Patienten auf den beiden Stationen, auf denen ich eingesetzt werde, haben ein Suchtproblem, manche aber auch eine andere psychische Krankheit.
Meine Aufgaben im Praktikum sind recht vielfältig. Zunächst darf ich täglich zwei Einheiten Gruppentherapie beobachten, was sehr spannend ist. Außerdem bin ich bei sämtlichen Besprechungen dabei und protokolliere sie. Ansonsten darf ich psychologische Tests (also zum Beispiel Intelligenz- oder Persönlichkeitstests) mit den Patienten durchführen. Einmal in der Woche darf ich auch mit zur Arbeitstherapie (Ergotherapie) kommen und töpfern. Ich hoffe, im Laufe der Zeit auch einen Einblick in die Musiktherapie oder ins Sozialtraining zu bekommen.
Vergangene Woche durfte ich meinen Praktikumsbetreuer zu Gericht begleiten, wo er als Gutachter in einem Prozess eingesetzt war. Es hat mich überrascht, dass man als Psychologe in einer forensischen Psychiatrie auch Gutachten für fremde Patienten schreiben muss. Solche Fachgutachten werden zum Beispiel benötigt, um herauszufinden, ob ein Straftäter zum Tatzeitpunkt steuerungs- und einsichtsfähig war, um auf dieser Grundlage die Schuldfähigkeit zu beurteilen.
Eigentlich wollte ich nach meinem Studium in die Forschung gehen. Weil aber viele Psychologen letztendlich klinisch arbeiten, wollte ich mir diesen Arbeitsbereich zumindest im Rahmen eines Praktikums anschauen. Und jetzt gefällt es mir richtig gut. So ein spannendes Praktikum habe ich noch nie gemacht. Das Schöne daran ist, dass ich genau das passende Fach bereits studiere. Ich werde noch mal in mich gehen müssen und überlegen, in welcher Richtung ich meinen Master machen möchte.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Sep 14, 2016
Autor: Maja
Rubrik: studium
Sep 14, 2016