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Studentenleben live

Entspannt zur Klausur

Immer dann, wenn man es überhaupt nicht gebrauchen kann, setzt der ganze Stress ein. Als hätte ich mit der Vorbereitung auf eine vierstündige Klausur nicht schon genug zu tun. Nein, da kommt mir Ärger mit Freunden und Familie gerade recht. Hilft ungemein bei der Konzentration – ich meinte das ironisch.
Komplett unausgeschlafen ging es schließlich zur Klausur nach Karlsruhe. Wenn man nicht direkt in der jeweiligen Stadt wohnt, sollte man einen großzügigen Zeitrahmen für Verzögerungen einplanen: Egal, ob die Bahn nun Verspätung hat oder man auf der Autobahn im Stau steht, so wie ich. Außerdem muss man erst einmal das Gebäude und den Raum finden, in dem die Klausur stattfindet. Die Suche nimmt meist einige Zeit in Anspruch, da das Universitätsgelände riesig ist und die Gebäude zum Teil mehrere Eingänge haben. Dementsprechend verwirrt platzte ich in das Büro der studentischen Hilfskräfte. Ich war zwar im richtigen Gebäude, allerdings am komplett falschen Ende. Mit deren freundlicher Hilfe fand ich aber doch noch rechtzeitig meinen Weg zum Prüfungsraum und konnte mich sogar noch eine halbe Stunde ins Freie setzen, um den Stoff zu wiederholen.
Interessanterweise sieht man den Fernstudierenden, die zur Klausur erscheinen, bereits auf dem Weg dorthin an, dass sie nicht an der örtlichen Universität studieren. Inzwischen bin ich richtig gut darin, ratlose Gesichter zu erkennen und gebe dann ungefragt freundlich Auskunft darüber, wo der Prüfungssaal liegt. Man hilft sich schließlich.
Die Klausur an sich war dann fast ein Kinderspiel: Den Stoff hatte ich mir sogar fast ein wenig zu detailliert eingeprägt, denn mir fiel das Kürzen ungemein schwer, weswegen ich im Endeffekt auf eine Gesamtzahl von zwanzig Seiten kam. Da ich zumindest in meinem Fernstudium nicht mehr so viel mit der Hand schreibe, stellte sich nach zehn Seiten ein ziemlich fieser Muskelkater in der Schreibhand ein. Hoffentlich kann der korrigierende Professor meine Schrift überhaupt noch lesen... Alles in allem bin ich aber zufrieden mit meiner Leistung. Jetzt heißt es warten auf die Ergebnisse.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Sep 20, 2016
Autor: Nele
Rubrik: studium
Sep 20, 2016

Studentenleben live

Neunzehn

19 zu sein, ist nicht einfach. Natürlich ist man noch blutjung und hat das Leben vor sich, aber die kindliche Verspieltheit und Sorglosigkeit schwindet langsam. Spätestens, wenn man mit 19 Jahren Fehler macht, wird das klar. Es ist nicht mehr so einfach, gewisse Dinge abzuschütteln und hinter sich zu lassen. Bis zu dem Alter von 18 Jahren schaut man mit einem gewissen Stolz auf Dinge, die gegen die Prinzipien der Eltern gehen. Man fühlt sich rebellisch, stark und unglaublich klug. Jetzt frage ich mich bei Fehltritten eher, wie sehr ich meinen Eltern damit wehtun würde, wenn sie davon wüssten.
19 ist das Übergangsjahr für die zerrissene Zeit zwischen Jugend und der ersten Melancholie. Die jugendliche Verletzlichkeit und Leichtigkeit mag vielleicht bestehen bleiben, aber die ersten ernsten und manchmal verzweifelten Töne schwingen mit. Ist man jetzt erwachsen, unabhängig und stark – oder nicht? Wird nun von einem erwartet, in gewissen Runden über die ach so künstlerische Galerieeröffnung zu reden, obwohl man eigentlich nur loslachen will? Muss man besonders elaboriert über die Landespolitik von Mecklenburg-Vorpommern reden, um ernst genommen zu werden? Irgendwie merkt man, dass die Kindheit nun endgültig vorbei ist. Es funktioniert nicht mehr zu lächeln und zu hoffen, dass alle Fehler verziehen werden.
Mit 19 ist man zu alt, um sich vor der Welt zu verstecken aber zu jung um sich der Welt und ihren Problemen zu stellen. Man führt ein spannendes und turbulentes Leben aber man glaubt nicht, erfüllt zu sein. Schließlich muss es doch immer mehr auf der Welt geben als man hat? Mit 19 ist man müde und wach zugleich, hungrig und satt, stark und verletzlich, verrückt und dennoch still, unüberlegt und ängstlich. Mit der Zeit aber werden (hoffentlich) mehr Sicherheit, mehr Wissen und mehr Selbsterkennung dazu kommen. Bis dahin will ich so leben wie ich lebe: Als 19-jähriges, wildes, unentschlossenes, auf der Suche seiendes Ich.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Sep 19, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Sep 19, 2016

Studentenleben live

Die Philosophie und der Tod

Ich habe in einem früheren Blog schon erwähnt, dass ich eine Vorlesung zu einem, wie ich glaube, für alle unmittelbar interessanten Thema gehört habe: Tod. Eine Grundannahme vieler Philosophien ist, dass der Mensch eine Sonderstellung einnimmt, weil er um seinen eigenen Tod weiß und ihn antizipieren kann. Viele Menschen denken zwar im Alltag nicht so häufig an den Tod, aber es gibt nicht erst seit der Psychoanalyse die Idee, dass die Angst vor dem Tod ein Motivator vieler Handlungen ist. Sich dessen bewusst zu werden, dazu dienen Gedankenexperimente, die sich mit der Unsterblichkeit befassen. Dabei ist zu unterscheiden, ob man sich auf die Unsterblichkeit einer immateriellen Seele bezieht oder auf die Unsterblichkeit des Körpers. Und es spielt eine Rolle, ob man alleine unsterblich wäre, ob dies für alle gelten würde und ob man trotzdem tötbar wäre.
Das Besondere an der Philosophie ist, dass sie sich nicht nur auf Meinungen und Einstellungen beziehen, sondern objektive Gründe dafür finden möchte, warum der Tod so und so zu bewerten ist. In unserem heutigen wissenschaflichen Weltbild findet der Glaube an eine immaterielle Seele immer weniger Platz. Wenn es diese nicht gibt und unsere personale Existenz mit dem Tod endet, scheint es zum Beispiel vernünftig, den Tod als etwas Negatives zu beschreiben, weil er uns unserer Lebenszeit beraubt, wie der amerikanische Philosoph Thomas Nagel schreibt. Allerdings könnte man auch mit Epikur argumentieren, dass der Tod nichts Schlechtes für uns ist, da wir ihn ja nicht erleben können. So oder so kann man sich fragen: Wie würde sich mein Leben ändern, wenn ich nicht sterben könnte? Würde ich dieselben Dinge tun wie bisher? Wäre mir irgendwann langweilig?
Das Thema körperliche Unsterblichkeit ist aktueller denn je: Wir erhöhen unsere Lebensspanne durch die Medizin unaufhörlich. Philosophen fragen natürlich: Wollen wir das? Rechfertigt der Zweck die Mittel (Kosten der modernen Medizin)? Sollten wir medizinischen Fortschritt gleicher verteilen (Stichwort: Lebenserwartung bei rund 80 Jahren in Europa und rund 40 in den ärmsten Ländern der Welt)? Und generell: Ab wann ist man überhaupt tot? Reicht der Tod des Gehirns wirklich aus, auch wenn der Organismus sich noch weiter versorgen kann (Stichwort: Hirntod)?
Insgesamt erscheint es mir sehr sinnvoll, den Tod auch gesellschaftlich aus der Verdrängung herauszuholen. Ich gehe mit meinem Professor mit, dass es ungesund ist, ständig an den Tod zu denken. Aber einige Entscheidungen würden sicher besser getroffen, wenn die Menschen sich ihre Sterblichkeit vor Augen führen würden.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Sep 16, 2016
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Sep 16, 2016