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Studentenleben live

Neunzehn

19 zu sein, ist nicht einfach. Natürlich ist man noch blutjung und hat das Leben vor sich, aber die kindliche Verspieltheit und Sorglosigkeit schwindet langsam. Spätestens, wenn man mit 19 Jahren Fehler macht, wird das klar. Es ist nicht mehr so einfach, gewisse Dinge abzuschütteln und hinter sich zu lassen. Bis zu dem Alter von 18 Jahren schaut man mit einem gewissen Stolz auf Dinge, die gegen die Prinzipien der Eltern gehen. Man fühlt sich rebellisch, stark und unglaublich klug. Jetzt frage ich mich bei Fehltritten eher, wie sehr ich meinen Eltern damit wehtun würde, wenn sie davon wüssten.
19 ist das Übergangsjahr für die zerrissene Zeit zwischen Jugend und der ersten Melancholie. Die jugendliche Verletzlichkeit und Leichtigkeit mag vielleicht bestehen bleiben, aber die ersten ernsten und manchmal verzweifelten Töne schwingen mit. Ist man jetzt erwachsen, unabhängig und stark – oder nicht? Wird nun von einem erwartet, in gewissen Runden über die ach so künstlerische Galerieeröffnung zu reden, obwohl man eigentlich nur loslachen will? Muss man besonders elaboriert über die Landespolitik von Mecklenburg-Vorpommern reden, um ernst genommen zu werden? Irgendwie merkt man, dass die Kindheit nun endgültig vorbei ist. Es funktioniert nicht mehr zu lächeln und zu hoffen, dass alle Fehler verziehen werden.
Mit 19 ist man zu alt, um sich vor der Welt zu verstecken aber zu jung um sich der Welt und ihren Problemen zu stellen. Man führt ein spannendes und turbulentes Leben aber man glaubt nicht, erfüllt zu sein. Schließlich muss es doch immer mehr auf der Welt geben als man hat? Mit 19 ist man müde und wach zugleich, hungrig und satt, stark und verletzlich, verrückt und dennoch still, unüberlegt und ängstlich. Mit der Zeit aber werden (hoffentlich) mehr Sicherheit, mehr Wissen und mehr Selbsterkennung dazu kommen. Bis dahin will ich so leben wie ich lebe: Als 19-jähriges, wildes, unentschlossenes, auf der Suche seiendes Ich.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Sep 19, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Sep 19, 2016

Studentenleben live

Die Philosophie und der Tod

Ich habe in einem früheren Blog schon erwähnt, dass ich eine Vorlesung zu einem, wie ich glaube, für alle unmittelbar interessanten Thema gehört habe: Tod. Eine Grundannahme vieler Philosophien ist, dass der Mensch eine Sonderstellung einnimmt, weil er um seinen eigenen Tod weiß und ihn antizipieren kann. Viele Menschen denken zwar im Alltag nicht so häufig an den Tod, aber es gibt nicht erst seit der Psychoanalyse die Idee, dass die Angst vor dem Tod ein Motivator vieler Handlungen ist. Sich dessen bewusst zu werden, dazu dienen Gedankenexperimente, die sich mit der Unsterblichkeit befassen. Dabei ist zu unterscheiden, ob man sich auf die Unsterblichkeit einer immateriellen Seele bezieht oder auf die Unsterblichkeit des Körpers. Und es spielt eine Rolle, ob man alleine unsterblich wäre, ob dies für alle gelten würde und ob man trotzdem tötbar wäre.
Das Besondere an der Philosophie ist, dass sie sich nicht nur auf Meinungen und Einstellungen beziehen, sondern objektive Gründe dafür finden möchte, warum der Tod so und so zu bewerten ist. In unserem heutigen wissenschaflichen Weltbild findet der Glaube an eine immaterielle Seele immer weniger Platz. Wenn es diese nicht gibt und unsere personale Existenz mit dem Tod endet, scheint es zum Beispiel vernünftig, den Tod als etwas Negatives zu beschreiben, weil er uns unserer Lebenszeit beraubt, wie der amerikanische Philosoph Thomas Nagel schreibt. Allerdings könnte man auch mit Epikur argumentieren, dass der Tod nichts Schlechtes für uns ist, da wir ihn ja nicht erleben können. So oder so kann man sich fragen: Wie würde sich mein Leben ändern, wenn ich nicht sterben könnte? Würde ich dieselben Dinge tun wie bisher? Wäre mir irgendwann langweilig?
Das Thema körperliche Unsterblichkeit ist aktueller denn je: Wir erhöhen unsere Lebensspanne durch die Medizin unaufhörlich. Philosophen fragen natürlich: Wollen wir das? Rechfertigt der Zweck die Mittel (Kosten der modernen Medizin)? Sollten wir medizinischen Fortschritt gleicher verteilen (Stichwort: Lebenserwartung bei rund 80 Jahren in Europa und rund 40 in den ärmsten Ländern der Welt)? Und generell: Ab wann ist man überhaupt tot? Reicht der Tod des Gehirns wirklich aus, auch wenn der Organismus sich noch weiter versorgen kann (Stichwort: Hirntod)?
Insgesamt erscheint es mir sehr sinnvoll, den Tod auch gesellschaftlich aus der Verdrängung herauszuholen. Ich gehe mit meinem Professor mit, dass es ungesund ist, ständig an den Tod zu denken. Aber einige Entscheidungen würden sicher besser getroffen, wenn die Menschen sich ihre Sterblichkeit vor Augen führen würden.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Sep 16, 2016
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Sep 16, 2016

Studentenleben live

Kerwa Madla

Es ist wieder soweit, die fünfte Jahreszeit in Franken beginnt! Kirchweihen, Volksfeste und die Wiesn zeichnen meine Wochenenden und die Tracht ist im Kleiderschrank schon nach vorne sortiert. Freudig stimme ich mich mit Volksliedern ein, um wieder einmal lautstark im Zelt mitgrölen zu können.
Besonders ist für mich dieses Jahr, dass ich bei Radio 8 als Kerwa Madla 2016 teilgenommen habe. Ich schickte ein Bild von mir in Tracht ein und bewarb mich um den Titel. Das Bild schoss meine beste Freundin, die ein Händchen fürs Fotografieren hat. Wir übten Posen im Heu, auf der Wiese oder vor unserem Eicher-Traktor. Sogar unsere Elsa – eine wunderschöne weiße, flauschige Henne – brachte sich mit ein.
Eine Jury trifft nun die Entscheidung, welche der Bewerber ins Finale kommen. Die Endrunde findet üblicherweise auf einer Kirchweih statt, bei der die Zuschauer abstimmen, wer das Kerwa Madla 2016 wird. Gewinnen kann ich beispielsweise Gutscheine für eine Reise, eine Tracht oder ein Wellnesswochenende.
Den Schritt ins Finale habe ich bereits geschafft. Ich bin unter den besten zehn Teilnehmerinnen und bereite mich nächste Woche auf mein Interview mit der Zeitung und meine Vorstellung für das Publikum vor.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Sep 15, 2016
Autor: Eva
Rubrik: studium
Sep 15, 2016