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Studentenleben live

Lernen lernen

Wenn man bedenkt, dass ich gar nicht wirklich weiß, wie man lernt, sollte ich vielleicht keine Lehrerin werden. Nein, mal im Ernst: Ich bereite mich gerade auf mein mündliches Staatsexamen in Erziehungswissenschaft vor und ich weiß eigentlich gar nicht, wie das wirklich geht. Ich lese den ganzen Tag Texte und fasse sie zusammen, versuche irgendetwas davon zu behalten und alles miteinander zu verknüpfen. Ich kann mittlerweile auch viel zu meinen Schwerpunktthemen sagen, aber welcher Autor was genau in den Diskurs einbringt, kann ich mir unmöglich merken. Und selbst, obwohl ich schon einmal bei einer Prüfung zugeschaut habe, kann ich mir nicht vorstellen, was für Fragen mir gestellt werden könnten. Insgesamt soll das Ganze wohl weniger ein Abfragen von Faktenwissen werden, sondern ein gemeinsames Herausarbeiten der wichtigsten Aspekte. Vorab durfte ich schon ein Thesenpapier und die Liste meiner verwendeten Literatur abgeben. An die werden sich die Prüfer hoffentlich halten, um mich nicht in die Pfanne zu hauen.
Eigentlich kann ich sowas auch, in mündlichen Prüfungen gut reden und einen guten Eindruck machen. Aber gerade sehne ich mich nach nichts mehr als einer schriftlichen Arbeit zu den Themen. Da ist es okay, wenn man einzelne Randgebiete nicht ganz versteht. Dann lässt man die eben aus der Bearbeitung raus oder zitiert ein paar Autoren. Aber für eine mündliche Prüfung muss man alles verstehen, so gut, dass es spontan abrufbar ist. Man muss sich auch mit Randgebieten befassen, Bezüge zum Bildungsplan herstellen oder wichtige Grundlagenliteratur so gut kennen, dass man in den 30 Minuten Prüfungszeit möglichst schnell auf den Punkt kommen kann. Das alles verunsichert mich gerade zunehmend und hin und wieder erwischt mich ein Anflug von Verzweiflung. Aber ein bisschen gehört das vielleicht auch dazu, zu diesem Lernen, von dem ich noch nicht so viel weiß.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Sep 21, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Sep 21, 2016

Studentenleben live

Entspannt zur Klausur

Immer dann, wenn man es überhaupt nicht gebrauchen kann, setzt der ganze Stress ein. Als hätte ich mit der Vorbereitung auf eine vierstündige Klausur nicht schon genug zu tun. Nein, da kommt mir Ärger mit Freunden und Familie gerade recht. Hilft ungemein bei der Konzentration – ich meinte das ironisch.
Komplett unausgeschlafen ging es schließlich zur Klausur nach Karlsruhe. Wenn man nicht direkt in der jeweiligen Stadt wohnt, sollte man einen großzügigen Zeitrahmen für Verzögerungen einplanen: Egal, ob die Bahn nun Verspätung hat oder man auf der Autobahn im Stau steht, so wie ich. Außerdem muss man erst einmal das Gebäude und den Raum finden, in dem die Klausur stattfindet. Die Suche nimmt meist einige Zeit in Anspruch, da das Universitätsgelände riesig ist und die Gebäude zum Teil mehrere Eingänge haben. Dementsprechend verwirrt platzte ich in das Büro der studentischen Hilfskräfte. Ich war zwar im richtigen Gebäude, allerdings am komplett falschen Ende. Mit deren freundlicher Hilfe fand ich aber doch noch rechtzeitig meinen Weg zum Prüfungsraum und konnte mich sogar noch eine halbe Stunde ins Freie setzen, um den Stoff zu wiederholen.
Interessanterweise sieht man den Fernstudierenden, die zur Klausur erscheinen, bereits auf dem Weg dorthin an, dass sie nicht an der örtlichen Universität studieren. Inzwischen bin ich richtig gut darin, ratlose Gesichter zu erkennen und gebe dann ungefragt freundlich Auskunft darüber, wo der Prüfungssaal liegt. Man hilft sich schließlich.
Die Klausur an sich war dann fast ein Kinderspiel: Den Stoff hatte ich mir sogar fast ein wenig zu detailliert eingeprägt, denn mir fiel das Kürzen ungemein schwer, weswegen ich im Endeffekt auf eine Gesamtzahl von zwanzig Seiten kam. Da ich zumindest in meinem Fernstudium nicht mehr so viel mit der Hand schreibe, stellte sich nach zehn Seiten ein ziemlich fieser Muskelkater in der Schreibhand ein. Hoffentlich kann der korrigierende Professor meine Schrift überhaupt noch lesen... Alles in allem bin ich aber zufrieden mit meiner Leistung. Jetzt heißt es warten auf die Ergebnisse.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Sep 20, 2016
Autor: Nele
Rubrik: studium
Sep 20, 2016

Studentenleben live

Neunzehn

19 zu sein, ist nicht einfach. Natürlich ist man noch blutjung und hat das Leben vor sich, aber die kindliche Verspieltheit und Sorglosigkeit schwindet langsam. Spätestens, wenn man mit 19 Jahren Fehler macht, wird das klar. Es ist nicht mehr so einfach, gewisse Dinge abzuschütteln und hinter sich zu lassen. Bis zu dem Alter von 18 Jahren schaut man mit einem gewissen Stolz auf Dinge, die gegen die Prinzipien der Eltern gehen. Man fühlt sich rebellisch, stark und unglaublich klug. Jetzt frage ich mich bei Fehltritten eher, wie sehr ich meinen Eltern damit wehtun würde, wenn sie davon wüssten.
19 ist das Übergangsjahr für die zerrissene Zeit zwischen Jugend und der ersten Melancholie. Die jugendliche Verletzlichkeit und Leichtigkeit mag vielleicht bestehen bleiben, aber die ersten ernsten und manchmal verzweifelten Töne schwingen mit. Ist man jetzt erwachsen, unabhängig und stark – oder nicht? Wird nun von einem erwartet, in gewissen Runden über die ach so künstlerische Galerieeröffnung zu reden, obwohl man eigentlich nur loslachen will? Muss man besonders elaboriert über die Landespolitik von Mecklenburg-Vorpommern reden, um ernst genommen zu werden? Irgendwie merkt man, dass die Kindheit nun endgültig vorbei ist. Es funktioniert nicht mehr zu lächeln und zu hoffen, dass alle Fehler verziehen werden.
Mit 19 ist man zu alt, um sich vor der Welt zu verstecken aber zu jung um sich der Welt und ihren Problemen zu stellen. Man führt ein spannendes und turbulentes Leben aber man glaubt nicht, erfüllt zu sein. Schließlich muss es doch immer mehr auf der Welt geben als man hat? Mit 19 ist man müde und wach zugleich, hungrig und satt, stark und verletzlich, verrückt und dennoch still, unüberlegt und ängstlich. Mit der Zeit aber werden (hoffentlich) mehr Sicherheit, mehr Wissen und mehr Selbsterkennung dazu kommen. Bis dahin will ich so leben wie ich lebe: Als 19-jähriges, wildes, unentschlossenes, auf der Suche seiendes Ich.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Sep 19, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Sep 19, 2016