interaktiv

Studentenleben live

Von Usedom nach Rügenwalde

Autor:
Lukas

Rubrik:
studium

07.10.2016

Am fünften Tag unserer Radtour sind wir in Swinemünde über die polnische Grenze gefahren und haben erst einmal Geld gewechselt: Das war ein großer Fehler. Eigentlich ist der Kurs der Wechselstuben besser, allerdings nicht direkt nahe der deutschen Grenze. Und dann sind wir auch noch ewig durch den Ort geirrt, um die Fähre zu finden. Auf dem polnischen Festland haben wir einen Eindruck von dem Urlaubsort bekommen: überfüllt und bunt. Über den Kanal und aus Swinemünde raus erwartete uns der schwierigste Wegabschnitt der ganzen Tour: Ein sandiger Feldweg über Wurzeln durch den Wald. Nach diesem gefühlten Mountainbike-Track sind wir erschöpft in Misdroy angekommen. Auch hier waren unzählige Menschen, überall wurde etwas an Ständen verkauft und Technomusik schallte aus Lautsprechern. Wir nahmen die erstbeste Unterkunft, da uns die Lust auf das Zelten vergangen war. Ergebnis: Ein kleiner Campingwagen aus den 70ern in einem Hinterhof. Am Abend schien uns dieser noch gemütlich und romantisch, doch auf dem harten Bett fühlten wir uns alles andere als wohl. Da wir aber sowieso Kilometer machen wollten, sind wir bereits im Morgengrauen aufgestanden und losgefahren.
Dieser Tag war für mich der schönste: Auch wenn es immer wieder schwierige Streckenabschnitte gab, war es sonnig und abwechslungsreich. Wir radelten durch viele Urlaubsorte mit Jahrmarktfeeling, auf Küstenradwegen direkt am Wasser entlang, auf einsamen Waldwegen und konnten sogar unser hoch gestecktes Tagesziel Kolberg erreichen. Diese Stadt ist zwar ein beliebtes Urlaubsziel seit rund 150 Jahren, wurde aber im Zweiten Weltkrieg leider stark zerbombt und etwas unschön wieder aufgebaut. Lediglich die Uferpormenade mit dem historischen Leuchtturm konnte uns begeistern.
Am darauffolgenden Tag verließ uns sowohl die Radfahrlust als auch die körperliche Kraft. In Rügenwalde nahmen wir uns für zwei Nächte ein Zimmer in einem auf urig gemachten Hotel und ließen es uns gut gehen. Rügenwalde ist wirklich ein schönes, historisches Städtchen direkt an einem Fluss. Am Tag darauf ging es dann mit dem Zug nach Danzig.

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