interaktiv

Studentenleben live

We are the World

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

06.10.2016

Vor einiger Zeit war ich mit meinem Freund in Köln auf einem Konzert. Diesen Satz habe ich meistens so stehen lassen, da er so schon ziemlich cool klingt. Die meisten gaben sich damit aber nicht zufrieden, da es ein instinktiver Reflex zu sein scheint, nach der Band zu fragen – und die Antwort überraschte alle.
Direkt von einem Ausflug aus Straßburg kommend waren mein Freund und ich beide mit Rucksack unterwegs. Allerdings stellten wir etwas schockiert fest, dass wir dieses Accessoire gar nicht gebraucht hätten, um aufzufallen. Alleine unsere Haarfarbe entlarvte uns als noch unter 60-jährig und hob uns damit von der breiten Masse ab. Mit dem Meer weißer Köpfe stiegen wir auf eines der Schiffe, die an der Eisenbahnbrücke am Ufer lagen. Dort warteten wir darauf, dass die Jungen Kölner Philharmoniker die Bühne betraten.
Da in der Veranstaltungsbeschreibung nicht viel stand, hatten wir die Tickets auf gut Glück gebucht und waren angesichts des Durchschnittsalters des Publikums etwas skeptisch geworden. Das bereitliegende Programm beruhigte uns aber etwas. Unsere Kenntnisse zusammengenommen konnten wir vor allem Filmmusik und ein paar Jazzklassiker ausmachen. Als die Musiker dann die Bühne betraten, damit den Altersdurchschnitt wieder erheblich senkten und der Dirigent sich schon bei der ersten Anmoderation als Albert Einsteins verwirrterer Zwilling outete, flogen die letzten Bedenken über Bord.
Das Auftaktstück war ein verjazzter Tschaikowsky, der einen zusammen mit der Tatsache, dass wir uns in einem fahrenden Boot befanden, in eine Art Live-Kino versetzte. Nicht die Bilder bewegten sich, sondern wir bewegten uns durch die Bilder am Ufer. Zur Pause verschlug es uns dann aufs Dach, wo wir inzwischen ein Stück rheinaufwärts die Sonne über Köln untergehen sahen.
Mit einem noch deutlich moderneren zweiten Teil und dem Statement, dass Musik verbindet, setzten die Musiker mit „We are the World“ noch einen beeindruckenden Schlussakkord, der eindeutig auch jüngeres Publikum verdient gehabt hätte.

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